Das vor einem Jahr eingeführte neue DTM-Reglement findet auch in der Saison 2013 Anwendung. Aus technischer Sicht bleiben die meisten Parameter unberührt. Die Neuerungen haben es dafür in sich.
Dass im Vorjahr Rückkehrer BMW sämtliche DTM-Titel gewonnen hat, ist sowohl den starken Leistungen der BMW-Teams und -Fahrer zuzuschreiben, aber auch ein Verdienst des neu eingeführten Technischen Reglements. Die Prämissen bei der Erstellung lauteten Sicherheit, Kostenkontrolle, Show und Chancengleichheit. All diese Punkte wurden in der vergangenen Saison zu 100 Prozent erfüllt.
Für die Saison 2013 bleibt das Technische Reglement weitgehend konstant. Die Piloten vertrauen weiterhin den einheitlichen Sicherheitsstrukturen, die sie bei einem Unfall schützen. Neben den sechs Crash-Elementen an Seiten, Front und Heck schützt vor allem die Kombination aus Einheitsmonocoque und -käfig mit integriertem Sicherheitstank noch besser. Der Sitz ist – ähnlich wie bei Formel-Fahrzeugen – in das mit einem Überrollkäfig aus hochfestem Stahl verbundene Kohlefaser- Monocoque eingebaut.
In der DTM kommen in nicht performancerelevanten Bereichen weitere einheitliche Bauteile zum Einsatz. Diese Teile beschränken sich auf etwa 50 Positionen, die insgesamt rund fünf Prozent aller Bauteile ausmachen. Dabei ist der Entwicklungsspielraum in den Bereichen Aerodynamik, Fahrwerk und Motor nach wie vor so groß, dass sie eindeutige Alleinstellungsmerkmale bleiben.
Für die Saison 2013 können sich vor allem die Fans auf einige Neuerungen freuen. Besonders die Options-Reifen von Hankook und das Drag Reduction System (DRS) werden für noch mehr Spannung sorgen, denn beide Neuerungen bieten bessere Überholmöglichkeiten und sorgen für eine größere Varianz in der Rennstrategie. Weitere Änderungen im Regelwerk: Im vierten und letzten Qualifyingabschnitt dürfen neue Reifen benutzt werden. Die Teams müssen zudem nach dem Qualifying am Samstag die Reifen für den Rennstart festlegen und mitteilen.

Vorher … nachher Links ist der Heckflügel an Timo Glocks
Bremsen Die Kohlefaser-Bremsen, Bremsklötze und Bremssättel kommen für alle Teams von einem einheitlichen Hersteller (AP). Während einer Saison dürfen pro Fahrzeug jeweils drei Satz Bremsscheiben für Vorder- und Hinterachse verwendet werden.
DRS Das Drag Reduction System (DRS) ist ein Klappflügel, der kurzzeitig einen höheren Top- Speed ermöglicht. Ab der Saison 2013 soll dieses System für bessere Überholmöglichkeiten sorgen.
Elektronik Alle DTM-Fahrzeuge arbeiten mit einem einheitlichen Motor-Steuergerät der Firma Bosch. Datenübertragung während der Fahrt ist verboten.
Getriebe In der DTM ist lediglich eine Getriebe- Differenzial-Einheit zugelassen, die von Hewland stammt.
Gewicht Das Mindestgewicht eines DTM Autos inklusive Fahrer, Anzug und Helm beträgt 1.110 Kilogramm.

Freigelegt Ein Blick auf den Auspufftrakt des Motors eines BMW M3 DTM

Auto in Normalstellung, rechts per DRS schräg gestellt
Kraftstoff Es darf nur der für die jeweilige Veranstaltung vorgeschriebene Kraftstoff (ARAL Ultimate 102) verwendet werden. Die wichtigsten Fakten des Technischen Reglements
Motoren In der DTM sind nur V8-Motoren mit einem Zylinderbankwinkel von 90 Grad, maximal vier Liter Hubraum und maximal vier Ventilen pro Zylinder zugelassen. Das Ansaugsystem muss mit zwei Luftmengenbegrenzern mit maximal je 28 mm Durchmesser ausgestattet sein. Zwei Wochen vor Saisonbeginn werden drei Motoren für jeweils zwei eingeschriebene Teilnehmer verplombt, die sich die Motoren über die gesamte Saison teilen müssen. Die Leistung eines DTM-Triebwerks liegt bei ca. 500 PS.
Reifen Die Reifen werden exklusiv von Serienpartner Hankook gestellt. An der Vorderachse kommen Pneus des Modells „Ventus“ der Größe 300/ 680 – 18 zum Einsatz, an der Hinterachse 320/710 – 18. Ausschließlich für das Rennen steht ein Satz weicherer, sogenannter Options-Reifen zur Verfügung, der einmal eingesetzt werden muss. Die Teams müssen nach dem Qualifying bekannt geben, mit welchem der beiden Reifentypen sie das Rennen beginnen wollen.
Sicherheit Den DTM-Fahrer umgibt im Cockpit eine innovative Kombination aus Einheitsmonocoque und -käfig. Jedes DTM-Fahrzeug ist zudem mit Crash-Strukturen an beiden Seiten sowie vorn und hinten ausgestattet. Bereits seit 2002 ist zudem das Tragen des Systems HANS (Head And Neck Support) Pflicht.

Bastelarbeit Ein Mercedes-Mechaniker schraubt an einem DTM Mercedes AMG C-Coupé