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Technisches Reglement

Hightech  

Die Kosten im Griff zu halten und trotzdem Motorsport auf hohem technischem Niveau zu bieten – das sind die Eckpunkte für das Technische Reglement in der DTM.

2012 haben sich alle Hersteller auf die Vorgaben geeinigt, die zu einem großen Teil heute noch gelten. Auch für diese Saison bleibt das Technische Reglement so gut wie unangetastet. Um die Kosten konstant zu halten, setzen die Hersteller weiterhin auf Einheitsbauteile und ein vor allem stabiles Reglement. Trotzdem bleibt den Ingenieuren in den Bereichen der Aerodynamik, Fahrwerk und Motor noch ausreichend Spielraum Alleinstellungsmerkmale der einzelnen Hersteller zu definieren.

Trotz des seit Jahren stabilen Reglements, gibt es immer wieder Feintuning in einzelnen Bereichen. So werden die 2014 eingeführten Performance-Gewichte auch in dieser Saison angewendet. Im Gegensatz zur vergangenen Saison ist das Qualifying-Ergebnis für die Verteilung ausschlaggebend und wird direkt zum nächsten Rennen umgesetzt. Jedem Piloten stehen nun sechs Satz neue Reifen für beide Zeittrainings und beide Rennen zur Verfügung. Wann sie die Pneus aufziehen, bleibt der Strategie der Fahrer und Teams überlassen.

Natürlich spielt in der DTM auch die Sicherheit eine entscheidende Rolle. Alle Fahrzeuge verfügen über sechs Crashstrukturen an den Seiten sowie an der Front und dem Heck. Die Fahrer werden zusätzlich durch eine Kombination aus Einheitsmonocoque und -käfig geschützt. Ein integrierter Sicherheitstank soll bei Unfällen vor schlimmeren Folgen schützen. 

Aerodynamik

Alle DTM-Fahrzeuge sind mit einem einheitlichen Heckflügel ausgestattet: einem Monowing mit anlaminiertem Gurney. Die Neigung ist von 10 bis 20° (Norisring 5 bis 20°) einstellbar. Außerdem gibt es spezielle Diffusoren vorn und hinten, einen Unterboden mit 30 mm hohem Skidblock sowie zwei zulässige Bereiche (einer pro Seite) an der Fahrzeugvorderseite für Flaps.

Bremsen

Hydraulische Zweikreisbremsanlage, Leichtmetall-Bremssättel, innenbelüftete Kohlefaser-Bremsscheiben vorn und hinten. Die Bremskraftverteilung kann vom Fahrer stufenlos eingestellt werden. Alle drei Hersteller müssen die Kohlefaser-Bremsen, Bremsklötze und Bremssättel des Herstellers AP nutzen. Während einer Saison dürfen pro Fahrzeug jeweils drei Sätze Bremsscheiben für Vorder- und Hinterachse verwendet werden.

Chassis

Mit dem Kohlefaser-Monocoque ist ein Überrollkäfig aus hochfestem Stahl direkt verbunden.

DRS

Das Drag Reduction System (DRS) ist ein klappbarer Heckflügel, der für kurze Zeit einen höheren Top-Speed ermöglicht und damit das Überholen erleichtern soll. Durch einen Knopf am Lenkrad wird das System ausgelöst. Der Heckflügel geht in seine Ausgangsposition zurück, wenn der Fahrer vom Gas geht oder ein bestimmter Fliehkraft-Wert überschritten wird. Damit soll verhindert werden, dass das Fahrzeug durch den geringeren Anpressdruck instabil wird. In der Saison 2016 ist die Benutzung limitiert. Die Anzahl der Betätigungen ist je nach Wertungslauf unterschiedlich. Beim Auftakt in Hockenheim haben die Piloten beim 40-minütigen Samstagsrennen 39 Aktivierungen zur Verfügung, beim 60-minütigen Sonntagsrennen sind es 57. Auf der kürzesten Strecke des Rennkalenders, dem Norisring, sind es 75 am Samstag und 111 am Sonntag. 

Das neue DRS-Reglement im Detail erklärt
So funktioniert DRS

Elektronik

Alle Hersteller, die in der DTM vertreten sind, arbeiten mit einem einheitlichen Motor-Steuergerät der Firma Bosch. Dieses können sie jedoch nach eigenen Vorgaben programmieren. Datenübertragung während der Fahrt ist nicht erlaubt.

Fahrwerk

Die DTM-Fahrzeuge verfügen über Einzelradaufhängung vorne und hinten und eine Doppelquerlenker-Aufhängung. Die Gasdruckstoßdämpfer sind einstellbar.

Getriebe

In der DTM ist nur eine einheitliche Getriebe-Differenzial-Einheit zugelassen, die von allen Herstellern genutzt wird.

Gewicht

Das Startgewicht der Fahrzeuge von Audi und Mercedes-Benz in der Saison 2016 – inklusive Fahrer, Rennbekleidung und Helm – beträgt vor dem Auftaktrennen in Hockenheim 1.120 Kilogramm. Die Fahrzeuge von BMW werden aufgrund einer Reglement-Anpassung mit 1.112,5 Kilogramm beginnen. Das Ergebnis des Qualifyings ist für die Verteilung der Performance-Gewichte ausschlaggebend. Maßgeblich ist hier der schnellste Pilot von jedem Hersteller. Entscheidender Wert ist jedoch nicht die reale, sondern die theoretische Rundenbestzeit. Die Performance-Gewichte bestehen aus einheitlichen Ballast-Blöcken aus Wolfram mit einem Gewicht von je 2,5 Kilogramm, die im Fahrzeug an genau definierten Stelle montiert werden. Das Performance Gewicht muss nach dem Qualifying und vor dem direkt folgenden Rennen eingebaut werde. Ein Fahrer darf maximal 15 Kilogramm ausbauen und muss höchstens 20 Kilogramm zuladen. Im Extremfall beträgt der Gewichtsunterschied vom leichtesten zum schwersten Auto 35 Kilogramm.

Das Performance-Gewicht-Reglement im Detail erklärt

Kraftstoff 

Es darf nur der für die jeweilige Veranstaltung vorgeschriebene Kraftstoff (ARAL Ultimate 102) verwendet werden. Der Tank fasst 118 Liter.

Kraftübertragung 

Alle Fahrzeuge sind heckangetrieben und verfügen über eine 4-Scheiben-CFK-Kupplung und ein sequenzielles 6-Gang-Getriebe.

Lenkrad 

Das Lenkrad kann persönlich angepasst werden. Geschaltet wird über Wippen am Lenkrad. Die Systeme, die über das Lenkrad gesteuert werden können, sind vorgegeben: so etwa die Betätigung des Sprechfunk-Gerätes, der Trinkflüssigkeitspumpe, des Geschwindigkeitsbegrenzers für die Boxengasse, des Wassersprühsystems zur Bremsenkühlung, der Scheibenwischer, des Anlassers sowie die Aktivierung von Gang 0 und des DRS.

Maße 

Länge: 4.650 mm (ohne Heckflügel), Breite: 1.950 mm, Höhe: 1.150 mm, Radstand 2.750mm, Maximale Spurweite 1.950 mm

Motoren 

In der DTM sind nur V8-Motoren mit einem Zylinderbankwinkel von 90 Grad, maximal vier Litern Hubraum und maximal vier Ventilen pro Zylinder zugelassen. Das Ansaugsystem muss mit zwei Luftmengenbegrenzern mit maximal je 28 mm Durchmesser ausgestattet sein. Es gibt nur einen Ersatzmotor pro Hersteller pro Saison.

Reifen 

Die Reifen werden exklusiv von Serienpartner Hankook geliefert. An der Vorderachse werden Pneus des Modells „Ventus“ der Größe 300/680 – 18 aufgezogen, an der Hinterachse 320/710 – 18. Im Gegensatz zu den vergangenen beiden Jahren gibt es keinen Optionsreifen mehr. Ab dieser Saison stehen jedem Fahrer vier Satz Reifen für beide Qualifyings und beide Rennen zur Verfügung.

Sicherheit 

Den DTM-Fahrer umgibt im Cockpit eine innovative Kombination aus Einheitsmonoquoce und -käfig. Jedes DTM-Fahrzeug ist zudem mit Crash-Strukturen an beiden Seiten sowie vorne und hinten ausgestattet, die bei einem Aufprall die Energie absorbieren sollen. Bereits seit 2002 ist das Tragen des HANS-Systems (Head And Neck Support) Pflicht. Zudem verfügen die DTM-Boliden über eine abnehmbare Luke im Dach, über die Piloten im Falle eines Unfalls schonend geborgen werden können.

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