2019er DTM-Technik im Test | DTM
2019-03-06 11:30:00

2019er DTM-Technik im Test

2019er DTM-Technik im Test

Nach einem arbeitsreichen Winter, in dem alle Hersteller hinter verschlossenen Türen intensiv an ihren neuen DTM-Fahrzeugen gearbeitet haben, kehren die Fahrer und Teams nun auf die Rennstrecke zurück, um die ersten Runden des Jahres 2019 zu drehen.

Der Drei-Tage-Test in Jerez (Spanien), in dem sich Teams und Fahrer diese Woche zum ersten Mal auf die kommenden Aufgaben vorbereiten können, sollte uns hoffentlich die Möglichkeit bieten, die drei beteiligten Hersteller – Aston Martin, Audi und BMW – zum ersten Mal gemeinsam auf der Strecke zu erleben. Und mit ein wenig Glück werden wir sogar schon erste Hinweise auf das Kräfteverhältnis erhalten.

Eine neue Saison bringt immer große Herausforderungen, doch dieses Mal bringt sie sogar bedeutsame Regeländerungen.

Wir haben uns mit Gordian von Schöning, Director Business Unit Sport and Engineering bei der DTM-Dachorganisation ITR, getroffen. Gordian hat uns einen schnellen Überblick über die gravierendsten Regeländerung verschafft und uns darüber aufgeklärt, wie die Regelhüter das Reglement veränderten, um den Sport zu verbessern – und darüber, was Fahrer, Ingenieure und Mechaniker zu erwarten haben, wenn sie mit ihren Vorbereitungen für die Saison 2019 beginnen.

2019er DTM-Technik im Test

Kannst Du uns einen Überblick über die wichtigsten Regeländerungen für 2019 geben?

„Zunächst einmal hat die DTM 2019 eine neue Motorenformel – die riesige praktische und philosophische Änderungen mit sich bringt. Sowohl die ITR – Dachverband und Regelhüter der DTM – als auch die Hersteller haben hart an der Änderung des Motorenkonzepts gearbeitet und so wechseln wir von einem Achtzylinder-Sauger zu einem leichteren Vierzylinder-Turbomotor. Der Turbomotor ist effizienter, und was noch wichtiger ist, leistungsstärker – und das sowohl in punkto Drehmoment als auch in punkto maximaler PS-Leistung.“

Warum die Entscheidung für den Wechsel zum Vierzylinder-Turbo?

„Mit dieser Änderung hat sich die DTM an Japans SUPER-GT-Serie angepasst. Dort wird bereits seit 2014 mit Turbomotoren gefahren und der Sport in dieser Serie ist einfach großartig. Mit dem Entschluss, dieses Motorenformat zu übernehmen, öffnen wir die DTM für internationalen High-End-Rennsport: Unsere Autos können gegeneinander antreten, was den Herstellern die Möglichkeit bietet, in mehreren Serien anzutreten – und damit einen weitaus ökonomischeren Ansatz.“

Was ist für die Fahrer vor der Saison die größte Herausforderung?

„Es wird, wie immer, einen Lernprozess geben, doch wir wissen dass unsere Fahrer extrem kompetent sind und schnell mit dem neuen Paket klarkommen werden. Die 2019er Autos haben nicht nur eine höhere Höchstgeschwindigkeit, sondern sind überall schneller, speziell am Kurvenausgang. Der Turbo hat eine signifikante Auswirkung auf das Leistungsgewicht, was sich wiederum deutlich auf die Leistung auswirkt. Und, was am allerwichtigsten ist: Ich denke, die Fahrer werden das Mehr an Power lieben – und die besten von ihnen werden mit Reifenmanagement, Leistungsmanagement und den Überholhilfen das Maximum herausholen.“

2019er DTM-Technik im Test

Und was ist der größte Unterschied für die Designer und Ingenieure?

„Bei den neuen Motoren gibt es für die Designer jede Menge zusätzliche Gehäuse- und Installations-Betrachtungen zu bedenken. Es ist nicht einfach nur ein neuer Block, es müssen auch die höheren Temperaturen und die größere Anzahl an Komponenten bedacht werden; der Turbo und seine Sub-Komponenten wie Intercooler, Auspuffanlage und Waste-Gate. Das ist die Art von Dingen, die anfangs unkompliziert erscheinen, aber eine ganze Reihe kleinerer Probleme nach sich ziehen können, die dann beim Testen behoben werden müssen. Die Renn-Ingenieure werden sich als Erstes auf die Fahrbarkeit des Motors konzentrieren und sie bei den Tests ausarbeiten. Und sie müssen ebenfalls ein gutes Basis-Setup erarbeiten, sodass sich der Fahrer im Auto wohlfühlt. Gleichzeitig reduziert das neue, niedrigere Gewicht die Möglichkeiten, mit der Gewichtsverteilung zu spielen, was das Ganze komplizierter macht.“

Wie werden die Regeländerungen den Sport beeinflussen? 

„Das ist ein wichtiges Thema für uns: Wir wollen, dass die Regeländerungen das Spektakel und damit den Unterhaltungsfaktor für die Fans verbessern. Wir denken, dass der neue Motor, das DRS-Reglement und das neue Boost-System die Rennen aufregender machen werden. Des Weiteren bieten die neuen Regeln dem ganzen Feld die Möglichkeit sich zu verbessern. Die bisherige Rangordnung könnte kräftig durcheinander gewirbelt werden und ein Team oder Hersteller, der sich im Winter besonders sorgfältig vorbereitet hat, könnte dadurch durchaus einen Vorsprung erarbeitet haben. Ich erwarte definitiv einige ungewöhnliche Ergebnisse, vor allem in den ersten Rennen. Ich denke das sind aufregende Aussichten für die Teams, Fahrer und natürlich auch die Fans.“

Worauf freust Du Dich vom technischen Standpunkt her am meisten?

„Definitiv auf den Sound des Turbomotors. In der V8-Ära waren die Motoren laut, klangen aber irgendwie monoton. Die neuen Vierzylinder hingegen werden uns mit einer wahren Sound-Symphonie erfreuen. Auch bin ich gespannt darauf herauszufinden, was R-Motorsport und HWA mit ihrem Aston-Martin-Projekt erreichen können. Es ist einfach fantastisch, dass zum ersten Mal in der Geschichte der Serie ein weltberühmter Luxus-Hersteller an den Start geht. Das ist genau die Art Marke, für die wir attraktiv sein wollen und ich bin sicher, dass sie einige Leute überraschen werden. Und zu guter Letzt kehren wir nach fast zwei Jahrzehnten nach Zolder zurück und gehen zum ersten Mal in Assen an den Start – zwei wirklich anspruchsvolle Rennstrecken und damit ein echter Gewinn für den DTM-Kalender. Jetzt muss es nur noch losgehen.“

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