DTM 2020

Spengler: "Meine Top 5 DTM-Momente"

Es geht nicht um die Jahre, sondern um den Kilometerstand, sagt man.

Der ewig junge Bruno Spengler scheint seit seinem DTM-Debüt als Neuling mit Babygesicht im Jahr 2005 keinen Tag älter zu sein. Während seines Kampfes um den Titel in 2012 - als er das zurückkehrende BMW-Team zu einem erstaunlichen Mehrfachsieg führte - und seiner Entwicklung in der DTM zum Elder Statesmen hat Bruno stets einen entspannten Charme bewahrt.

Als eines der sympathischsten Gesichter im DTM-Fahrerlager verabschiedete er sich Ende 2019 von Europa und begann eine neue Karriere in der IMSA. Zu Beginn dieses neuen Abenteuers sprach er mit der DTM über seine neue Rolle in Nordamerika und rückte sein beeindruckendes DTM-Erbe ins rechte Licht.

Daytona – Startschuss für eine neue Ära

"Zunächst einmal war ich sehr froh, wieder zurück zu sein - ich war weder 2019 noch '18 in Daytona und es ist toll, wieder da zu sein. Mit dem BMW M8 GTE hatten wir ein tolles Auto, das in der Lage war, unsere Klasse zu gewinnen."

"Aber am Anfang des Rennens kollidierte mein Teamkollege auf der Strecke mit einigen Trümmern - möglicherweise Karbon-Karosserie - die eine Ölleitung rissen und uns in die Box zwangen. Die Mechaniker haben Erstaunliches geleistet, um das Auto zu reparieren, aber wir haben 13 Runden verloren. Das konnten wir leider nicht mehr aufholen."

"Ich freue mich schon sehr auf die Herausforderung der IMSA. Man lernt immer dazu. Im Vergleich zum DTM-Auto bin ich den M8 nicht viel gefahren und es gibt viel, worauf man sich einstellen muss - der M8 hat zum Beispiel keine Karbon-Bremsen und viel weniger Abtrieb. Es gibt also definitiv eine Lernkurve - besonders nach 15 Jahren in der DTM!"

Brunos DTM-Erinnerungen

1. Mein bester Sieg

"Ich habe zwei Favoriten und kann mich nicht zwischen ihnen entscheiden!"

"Einer davon ist mein erster DTM-Sieg, auf dem Norisring 2006 - das war etwas ganz Besonderes. Ich war Dritter in der Startaufstellung, hinter Jamie Green und Bernd Schneider, war aber wirklich schnell und konnte meinen ersten Sieg einfahren."

"Der andere ist mein Sieg in Hockenheim am Ende der Saison 2012. Vor dem Finale lag ich hinter dem Tabellenführer Gary Paffett und wusste, dass ich ihn schlagen musste, um den Titel zu gewinnen. Ich habe mich als Dritter qualifiziert, knapp hinter Gary, konnte ihn aber überholen und hatte ihn das ganze Rennen über hinter mir. Ich wusste, dass er den Titel gewinnen würde, wenn er vorbeikommt. Das war unglaublich spannend - aber ein großer Moment."

2. Meine am meisten unterschätzte Leistung

"Das war wahrscheinlich das Samstagsrennen auf dem Nürburgring im Jahr 2018. Ich war Dritter in der Startaufstellung, hinter René Rast und Gary, aber ich war so schnell: Ich habe es geschafft, an Gary vorbeizukommen und begann dann, René massiv aufzuholen. Als wir die Linie überquerten, lag ich weniger als eine Sekunde zurück - ich hätte nur noch eine oder zwei Runden gebraucht, dann hätte ich ihn auch noch überholt!

3. Mein Lieblingsauto

"Das Auto, an das ich mich am Liebsten erinnere, ist der BMW M3, mit dem ich 2012 die Meisterschaft gewonnen habe."

"Beim ersten Rennen in Hockenheim hatten wir nicht erwartet, voll konkurrenzfähig zu sein - es war die erste Saison von BMW in der DTM - und unsere Erwartungen für das kommende Jahr waren Podiumsplätze und vielleicht ein Sieg. Aber unsere Wintertests waren positiv verlaufen und wir waren bereits beim ersten Rennen wirklich schnell."

"Die ganze Entwicklungsphase des Autos war äußerst interessant. Natürlich waren wir ein neues Team aber ich konnte meine Erfahrung wirklich gut einbringen. Ich konnte sehr eng mit den Ingenieuren zusammenarbeiten, was mir sehr gefallen hat. Mit der Pole-Position und dem Sieg beim zweiten Rennen am Lausitzring haben wir wirklich gezeigt, was wir können - und das bleibt mir immer in Erinnerung.“

4. Mein Lieblingskampf

"Ich erinnere mich an den Kampf gegen Mattias Ekström auf dem Norisring 2010. Ich hatte mich vor ihm qualifiziert, verlor aber einige Positionen, was Mattias vorbei kommen ließ. Ich drängte wie verrückt, um an ihm vorbeizukommen, und musste massiv bremsen, um in der ersten Kurve auf der Innenseite zu fahren. Ich kam schließlich auf P3 ins Ziel, direkt hinter ihm."

"Mattias war definitiv der härteste Fahrer, gegen den ich in der DTM antreten musste. Wir hatten jede Menge tolle Kämpfe. Am Anfang hatten wir einen schlechten Start - wir hatten ein paar Auseinandersetzungen auf der Strecke - aber wir haben wirklich gelernt, einander zu respektieren. Er war ein harter Kerl auf der Strecke."

5. Meine besten Erinnerungen

"2015 haben wir den BMW M4 entwickelt. Wir haben in diesem Jahr den Titel nicht gewonnen - wir haben nicht einmal ein Rennen gewonnen - aber ich hatte in dieser Saison einen sehr guten Ingenieur. Wir hatten nicht ganz das Tempo, um uns die Meisterschaft zu holen, aber wir haben sechs Podestplätze mit nach Hause genommen. Wichtiger ist, dass wir nie aufgegeben haben und dass wir als Team zusammengearbeitet haben, um eine Reihe starker Ergebnisse zu erzielen. Wir haben wirklich hart dafür gearbeitet."

"Aber 2012 werde ich nie vergessen. Es war wieder das erste Jahr für BMW und es wäre einfach gewesen, ein paar gute Ergebnisse einzufahren und sich dann einfach zurück zu lehnen. Aber das haben wir eben nicht. Die ganze Mannschaft hat sich unglaublich angestrengt - wir haben uns nie mit dem Zweitbesten zufrieden gegeben - und wir haben die ganze Saison wie verrückt gearbeitet."

"Wir haben nicht nur eine Meisterschaft gewonnen, sondern gleich drei - die der Fahrer, Teams und Hersteller - und das ist dem Team Schnitzer zu verdanken. Wir hatten erstaunliche Unterstützung von (Teamchef) Charly Lamm. Er war ein unglaublicher Mensch - nicht nur für mich, sondern für so viele Menschen im internationalen Motorsport - und ich glaube, die Welt des Motorsports vermisst ihn immer noch sehr."

"Ich auf jeden Fall..."

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