Abt dank Modifikationen "zu 80% da" | DTM
2000-08-04 18:34:16

Abt dank Modifikationen "zu 80% da"

Mit einem größeren Heckflügel und einer modifizierten Airbox will das Abt-Team die Lücke zu den Werksabordnungen schließen. Die beiden Verbessserungen sind die letzten großen Schritte bei der späten Entwicklung des kleinen Kemptener Audis. Ergo zeigt der Abt-Audi TT-R auf dem Sachsenring erstmals, was wirklich in ihm steckt.

Der ewige Kampf geht weiter. David gegen Goliath – Abt-Audi gegen Opel und Mercedes-Benz. Die Tuner aus dem Allgäu haben für die beiden DTM-Rennen in Hohenstein-Ernstthal ihre vorerst letzten Trümpfe gezogen: Der Heckflügel des TT ist gewachsen; er ragt jetzt seitlich über die Karrosserie hinaus, was laut Regelwerk der ITR eigentlich verboten ist. Aber um die Chancen des bildhübschen Audi zu vergrößern, erteilten die DTM-Organisatoren eine Ausnahmegenehmigung. "Wir hatten schon in unserem ursprünglichen Antrag auf die Zulassung des Autos diese Flügelmaße aufgenommen", erhellt Teamchef Hans-Jürgen Abt. "Aber man hat sie uns erst jetzt zugestanden." Sein jüngerer Bruder Christian, schnellster Pilot des TT-Fahrertrios, analysiert den gewachsenen Flügel: "Auf der Strecke merkt man´s nicht – aber auf der Uhr. Weil wir jetzt hinten mehr Abtrieb haben, können wir auch vorne mehr Anpreßdruck vertragen. Bis jetzt sind wir vorn immer mit weniger Abtrieb gefahren, damit die Balance des Autos trotzdem noch stimmt." Bruder Hans-Jürgen ergänzt: "Die Arbeit an der Abstimmung sollte uns jetzt wesentlich leichter fallen – denn alle Werte, die wir für die Konstruktion des Autos im Windkanal gesammelt haben, basierten natürlich auch auf dem größeren Heckflügel."

Das zweite As aus dem Kemptener Ärmel ist eine neu gestaltete Airbox auf dem V8-Motor – eine der wenigen Bereiche, in denen die ansonsten verplombten Triebwerke bearbeitet werden dürfen. "Aus zeitlichen Gründen war die nicht früher verfügbar", sagt Hans-Jürgen Abt. "Die neue Box fasst ein größeres Luftvolumen – wir sind jetzt am maximal erlaubten Volumen dran." Diese Verbesserung fühlt auch Bruder Christian auf der Piste: "Man kann die Leistung deutlich besser dosieren", berichtet er aus dem Cockpit. "Der Motor hat zwar auch ein bissl mehr Drehmoment gekriegt – aber der Hauptvorteil ist die verbesserte Fahrbarkeit."

Bei den Testfahrten am Donnerstag zeigte Christian Abt sich von den erzielten Fortschritten sehr zufrieden. Seine schnellste Zeit von 1.20,653 Minuten wurde zwar von Bernd Schneider, dem absolut Flottesten, in 1.18,843 Minuten deutlich unterboten. "Aber auf gebrauchten Reifen war ich nur etwa eine Sekunde langsamer als Schneider." Bruder Hans-Jürgen schätzt: "Wir sind jetzt etwa zu 80 Prozent da, wo wir sein müssen. Der Rest ist Feinarbeit." Ob die allerdings reicht, die Lücke zur Spitze komplett zu schließen, bezweifelt selbst Christian: "Dazu hat der TT im Vergleich zu den anderen Autos einige konzeptionelle Nachteile."

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