Belgien: Eine Rennfahrernation | DTM
2019-05-19 08:15:00

Belgien: Eine Rennfahrernation

Belgien: Eine Rennfahrernation

Nach einer sehr erfolgreichen Rückkehr der DTM in Zolder, 1984 bereits Austragungsort des ersten DTM-Rennens, kann man mit Recht behaupten, dass es zwischen der DTM und Belgien eine logische Verbindung gibt. Motorsport ist dort sehr beliebt.

Mit nur 11,5 Millionen Einwohnern – nur etwas mehr als die Metropolregion London –  gehört Belgien wie seine Nachbarländer Frankreich, Deutschland und Großbritannien seit Jahrzehnten zu den Hauptakteuren im internationalen Motorsport.

 

Eine lange siegreiche Tradition

Formel-1-Rennen, die 24 Stunden von Le Mans, Läufe zur Rallye-WM, Formel-E-Rennen, die Rallye Paris-Dakar, Tourenwagen-Wettbewerbe: Egal in welcher Motorsportdisziplin, Belgier haben dort Siege gefeiert.

 Interessanterweise war Belgien das letzte Land in Europa, in dem eine praktische Prüfung für den Erwerb des Führerscheins als Pflicht eingeführt wurde. Das geschah erst 1977. Davor konnte man einfach einen Führerschein kaufen. Bis 1969 durfte sogar jeder Belgier, der mindestens 21 Jahre alt war, ein Auto zu fahren. Vielleicht hat das sogar mehr junge Belgier zu einer Karriere im Motorsport inspiriert.

„Wir haben nie groß darüber nachgedacht, sind eingestiegen, egal in welches Auto, uns sind gefahren“, erklärte Paul Frère, der 1960 zusammen mit seinem Landsmann Olivier Gendebien die 24 Stunden von Le Mans gewann, in einem Interview einige Jahre bevor er 2008 im Alter von 91 Jahren verstarb. Frère war nicht nur ein hervorragender Rennfahrer, sondern auch ein international anerkannter Automobiljournalist, der selbst seine Texte auf Französisch, Deutsch und Englisch verfasste.

 

Spa-Francorchamps

Natürlich ist die Rennstrecke von Spa-Francorchamps, , die bekannte Motorsportanlage in Belgien. Viele Fahrer bezeichnen diesen Kurs als ihre Lieblingsstrecke.

In ihrer ursprünglichen Version war die Strecke, wunderschön gelegen in den belgischen Ardennen, 14,8 Kilometer lang und umfasste die öffentlichen Straßen zwischen den Orten Francorchamps, Malmedy und Stavelot.

Schon 1921 fanden dort die ersten Rennen statt und seit dem Beginn der Formel-1-WM 1950 fand hier regelmäßig der belgische Grand Prix statt.

Nach mehreren Änderungen wurde die Strecke 1979 auf eine Länge von sieben Kilometern verkürzt. Viele berühmte Abschnitte wie die Haarnadelkurve La Source und die Bergaufpassage Eau Rouge/Raidillon blieben erhalten.

Ein Teil bestand nach wie vor aus öffentlichen Straßen und erst als 2001 die Verbindung vom Francorchamps nach Burnenville fertig gestellt worden war,  wurde der Kurs eine permanente Strecke.

Obwohl die Formel 1 an verschiedenen Stellen in Belgien gefahren ist, gilt Spa dennoch als Zuhause des belgischen Grand Prix, denn hier fanden bereits über 50 Formel-1-Rennen statt.

Die legendäre Strecke von Spa-Francorchamps gilt weithin als eine der besten Rennstrecken der Welt.

 

Bereits 1924, nur ein Jahr später als Le Mans, erhielt Spa-Francorchamps auch sein eigenes 24-Stunden-Rennen. Die Veranstaltung gibt es bis heute und die Ex-DTM-Champions Hans-Joachim Stuck, Eric van de Poele, Roberto Ravaglia, Bernd Schneider, Timo Scheider, Mattias Ekström und René Rast stehen auf der Siegerliste.

Gleiches gilt für den aktuellen DTM-Fahrer Philipp Eng, WRT-Teamchef Vincent Vosse und ITR-Vorsitzender Gerhard Berger. Es gibt in Spa auch eine lange Tradition von Langstreckenrennen für Sportwagen. Die jüngste Ergänzung der Anlage ist eine WM-Rallyecross-Strecke.

Die Herausforderung von Spa ist beim 24-Stunden-Rennen besonders groß.

 

Ein weiteres Zuhause für den belgischen Motorsport

Wie es in zweisprachigen Ländern oft der Fall ist – und im Fall von Belgien sogar dreisprachig, da es dort in der Nähe von Francorchamps auch eine deutschsprachige Gemeinschaft gibt – wollte der flämische Teil Belgiens auch eine eigene Rennstrecke, nachdem der französischsprachige Teil in der Wallonie bereits seit Jahrzehnten eine hatte.

So entstand die Strecke in Zolder nach einem Entwurf des niederländischen Architekten Hans Hugenholtz, der auch die Strecken von Suzuka, Jarama sowie das Motodrom in Hockenheim entworfen hatte. Die Anlage wurde 1963 eröffnet. Zehn Jahre danach gab es dort den ersten Formel-1-Grand-Prix.

Auf der ‚anderen’ Rennstrecke in Belgien fand 1973 erstmals ein Grand Prix statt.

 

Insgesamt fanden dort bis 1984 zehn F1-Rennen statt. Leider bleibt Zolder auch immer als jene Strecke in Erinnerung, auf der Gilles Villeneuve bei einem Unfall im Zeittraining 1982 ums Leben kam.

Zolder gilt auch als Geburtsort der DTM, denn 1984 wurde hier das erste Rennen der Serie ausgetragen. 2002 kehrte die DTM einmalig nach Zolder zurück und dieses Jahr gastiert die Serie dort wieder.

Zolder hat, wie Spa, auch ein jährliches 24-Stunden-Rennen und ist auch Austragungsort für Radsportveranstaltungen, darunter die Cyclo-Cross-WM 2016 und die BMX-WM in diesem Jahr.

 

Die Legende Jacky Ickx

Dass Jacky Ickx der erfolgreichste belgische Fahrer im Motorsport ist, wird niemand ernsthaft bestreiten.

Von 1966 bis 1979 nahm er mit Cooper, Ferrari, Brabham, McLaren, Williams, Lotus, Wolf, Ensign und Ligier an 116 Formel-1-Rennen teil. 1968, war seine erste volle Saison in der Formel 1, nachdem er nur drei Jahre zuvor mit einem Lotus-Cortina-Tourenwagen seine Premiere auf vier Rädern gefeiert hatte. Ickx wurde gleich Werksfahrer für Ferrari und sicherte sich in Rouen den ersten von seinen insgesamt acht Grand-Prix-Siegen.

1969 siegte er erstmals bei den 24 Stunden von Le Mans, nachdem er sich im Gulf-Ford GT40 in einem der knappsten Entscheidungen in der Geschichte des Rennens gegen Hans Herrmann im Porsche durchsetzen konnte.

Ickx feierte danach noch fünf weitere Le-Mans-Siege, vier davon mit Porsche. Weitere wichtige Siege gab es für ihn bei den Bathurst 1000 1977 und der Dakar-Rallye 1983.

Jacky Ickx gilt als größter Rennfahrer der belgischen Historie.

 

Mit drei Grand-Prix-Siegen zwischen 1983 und 1993 ist Thierry Boutsen der bislang zweiterfolgreichste F1-Fahrer aus Belgien.

Insgesamt starteten bisher 24 Belgier in der Formel 1, in der auch Olivier Gendebien, Paul Frère, Lucien Bianchi und Willy Mairesse Podiumsplätze erreichten.

Der bislang letzte belgische Formel-1-Fahrer war Stoffel Vandoorne, der 2015 überlegen den GP2-Titel gewann und 2017 und 2018 für McLaren fuhr. Zusammen mit Jerôme D’Ambrosio ist er aktuell einer von zwei Belgiern in der Formel E.

Stoffel Vandoorne ist der bislang letzte Belgier in der Formel 1.

 

Die 24-Stunden-Tradition

Neben Jacky Ickx gab es 100 weitere belgische Fahrer, die beim berühmten Langstreckenklassiker in Westfrankreich gestartet sind.

Sowieso haben die Belgier eine spezielle Verbindung zur Langstrecke. Marc Duez ist viermaliger Sieger des 24-Stunden-Rennens auf dem Nürburgring, das auch Laurens Vanthoor bereits gewann. Die Liste der belgischen Sieger bei den 24 Stunden von Spa ist zu lange, um sie hier zu erwähnen.

Im Rallyesport sind sie auch nicht schlecht unterwegs: Thierry Neuville ist mit aktuell elf Siegen bei WM-Rallyes der erfolgreichste, François Duval hat ebenfalls eine WM-Rallye gewonnen.

Und die DTM? Klar doch! Interessanterweise gewann vor Maxime Martin 2014 auf dem Moscow Raceway kein anderer Belgier ein DTM-Rennen, aber Eric van de Poele konnte sich 1987 sehr wohl den DTM-Titel sichern.

Mit dem RBM-Team von Bart Mampaey und WRT von Vincent Vosse starten in diesem Jahr zwei belgische Teams in der DTM. Auf der Suche nach weiteren Siegen für die ohnehin schon lange Erfolgsgeschichte der Nation im Motorsport.

Maxime Martin, hier 2014 in Moskau, ist bislang der einzige belgische DTM-Sieger

 

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