„Da musst du die Arschbacken zusammenzwicken“ | DTM.com | Die offizielle Webseite
2018-08-07 21:00:00

„Da musst du die Arschbacken zusammenzwicken“

„Da musst du die Arschbacken zusammenzwicken“

Drei Fahrer, eine Meinung: Nico Müller, Philipp Eng und Pascal Wehrlein ziehen für sich jeweils ein positives Fazit nach der ersten Saisonhälfte – und gehen zuversichtlich in die nächsten zehn Rennen. Dass in Brands Hatch am kommenden Wochenende nur an zwei Tagen gefahren wird, ist für das Trio eine besondere Herausforderung. Bis auf BMW-Pilot Eng kennt keiner die 3,908 Kilometer lange Grand-Prix-Strecke südöstlich von London. Mercedes-AMG-Fahrer Wehrlein befuhr beim letzten Gastspiel in der englischen Grafschaft Kent im Jahr 2013 zumindest die kurze Indy-Variante. Audi-Pilot Nico Müller betritt hingegen absolutes Neuland.

„Die erste Saisonhälfte war generell nicht einfach für Audi“, erklärt Müller der mit 29 Punkten als Gesamt-Zwölfter derzeit drittbester Audi-Fahrer ist. „Speziell die ersten beiden Wochenenden für mich. Wir versuchen, den Rückstand zu minimieren auf Mercedes-AMG und BMW. Platz drei am Samstag in Budapest war mein Highlight. In der Situation war das ein gutes Ergebnis, auf dass ich stolz sein kann. Wir waren immer gut genug für Punkte. Der Trend geht nach oben. Das soll in der zweiten Hälfte so bleiben. Mit einer mutigen Strategie und dem richtigen Speed ist was drin.“ Am Samstag wird der 26-Jährige sein 75. Rennen in der DTM fahren. Sein bislang einziger Sieg war 2016 am Norisring. „Da bin ich selber überrascht, dass es schon 75 Rennen sind. Der Sieg sticht heraus – beim Heimrennen von Audi. Es war ein sehr spezielles Wochenende. Das ist nach wie vor mein Highlight“, erinnert sich Müller gerne zurück.

Straffer Zeitplan erhöht für Müller den Nervenkitzel 

Optimistisch blickt er voraus auf die wilde Hatz über die Berg- und Talbahn: „Die Streckencharakteristik von Brands Hatch ähnelt Zandvoort sehr. Da waren wir gut bei der Musik. Insofern freue ich mich sehr drauf. Ich habe bisher nur Gutes gehört. Die Strecke soll richtig geil sein und wird uns herausfordern. Ich habe mich so gut es geht mit Onboard-Videos und am Simulator vorbereitet. Der enge Zeitplan ist irgendwo auch eine Chance. Er sorgt für zusätzlichen Nervenkitzel. Unsere Renningenieure finden das nicht so cool. Wer von Anfang an den richtigen Bereich beim Setup trifft, kann sich für den ganzen Samstag einen Vorteil verschaffen. Da kommt es mehr auf das Bauchgefühl an zwischen den Sessions. Für den Sonntag haben wir dann wieder die Zeit wie gewohnt die Daten zu analysieren.“

Eng kennt die Grand-Prix-Strecke als einer der wenigen DTM-Piloten

Aufhorchen ließ der Sieger der 24 Stunden von Spa, Philipp Eng, in den ersten zehn Rennen. Mit 67 Punkten ist der DTM-Rookie Siebter in der Gesamtwertung. „Die DTM war immer mein großes Ziel. Am Lausitzring hatte ich im dritten Rennen meine erste Pole-Position und im vierten Rennen mein erstes Podium. Bis jetzt habe ich im Qualifying die zweitmeisten Punkte hinter Gary Paffett geholt. Mit meiner Pace war ich nicht immer zufrieden, aber da haben wir in Zandvoort einen guten Schritt gemacht. Mein Fazit fällt durchweg positiv aus“, sagt der Österreicher, der als einer der wenigen DTM-Piloten die Grand-Prix-Variante aus eigener Erfahrung kennt. Eng gewann 2009 und 2010 ein Rennen der Formel 2 dort und fuhr 2016 und 2017 für BMW mit dem M6 GT3 in der Blancpain-GT-Sprintserie. „In der DTM sind 18 Vollprofis am Start, nach ein paar Runden haben die das alle drauf. Ich sehe da keinen großen Vorteil für mich. Im GT3-Auto ist die Strecke schnell. Im DTM-Auto wird es eine komplett andere Welt sein. Da muss man bei der einen oder anderen Ecke die Arschbacken richtig zusammenzwicken.“ Auch der durchgetaktete Zeitablauf ist für BMW-Pilot Eng kein Problem: „Der Gedanke, das immer so zu handhaben, gefällt mir grundsätzlich. Ich komme aus dem Markenpokal, daher kenne ich das. Da muss man sich auch schnell auf die Gegebenheiten einstellen.“

Wehrlein sieht Diskrepanz zwischen Leistung und Tabellenstand

Aus der Formel 1 fand Pascal Wehrlein den Weg zurück in die Tourenwagenserie. Mit 65 Punkten liegt der DTM-Champion von 2015 als Achter allerdings auch schon 83 Punkte hinter Spitzenreiter Paffett zurück und ist nur fünftbester Sterne-Fahrer. Dennoch wähnt er sich auf dem richtigen Weg im Jahr seines DTM-Comeback: „Mit dem Verlauf der ersten Hälfte bin ich zufrieden. Meine Ergebnisse hätten deutlich besser sein können. In Budapest und in Zandvoort hätte ich jeweils ein Rennen gewinnen können. Aber da hat es aufgrund diverser Umstände nicht geklappt. Ich komme ziemlich gut zurecht, fühle mich wohl, wir haben den Speed, aber die Tabelle spiegelt nicht die Leistung wider. Die Resultate werden schon noch kommen“, sagt Wehrlein, der am Sonntag beim zweiten Lauf mit dem 50. DTM-Renneinsatz ebenfalls ein Jubiläum feiert.

Drei Mal war Wehrlein 2018 bislang Zweiter im Qualifying, nur am Sonntag am Lausitzring reichte es zu einem Platz auf dem Treppchen. Nach den Plätzen vier und sechs zuletzt in Zandvoort unternimmt er in Brands Hatch einen neuen Anlauf in Sachen Rennsieg – und freut sich dabei auf ein kompaktes Wochenende: „Es wird nicht einfach werden, ein gutes Setup zu finden, aufgrund des straffen Zeitplans. Das werden harte, anstrengende Tage. Uns wird sicher nicht langweilig. Mir gefällt es aber. Wir kommen viel zum Fahren, es zieht sich alles nicht so.“

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