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2016-07-26 14:00:00

Das Performance-Gewicht-Reglement

In der DTM-Saison 2016 sind die Performance-Gewichte neu geregelt. Entscheidend sind die Sektorbestzeiten aus dem Qualifying

Die Verteilung der Performance Gewichte war in der vergangenen Saison ein umstrittenes Thema in der DTM, weshalb sich die Verantwortlichen für die Saison 2016 eine neue Regelung haben einfallen lassen: Die Verteilung wird seit 2016 auf Basis des Qualifyingergebnis ermittelt und richtet sich nach der tatsächlichen maximalen Performance eines Fahrzeugs und nicht mehr nach der Platzierung im vorangehenden Rennen. Ein Satz, hinter dem sich ein auf den ersten Blick komplexes Prozedere verbirgt, das auf den zweiten Blick jedoch recht leicht zu verstehen ist. Wir erklären euch die Regelung in sieben Schritten.

Ausgangslage vor dem ersten Qualifying beim Auftakt in Hockenheim am 7. Mai

Alle Audi und Mercedes-AMG gingen mit einem Startgewicht von 1.120 Kilogramm ins erste Qualifying der saison 2016. Die BMW starteten aufgrund dieser Reglement-Anpassung  mit 1.112,5 Kilogramm in die Saison. Das Ergebnis des Qualifyings ist für die Verteilung der Performance-Gewichte ausschlaggebend. Maßgeblich ist hier der schnellste Pilot von jedem Hersteller. Entscheidender Wert ist jedoch nicht die reale, sondern die theoretische Rundenbestzeit.

Was ist eine theoretische Rundenbestzeit?

Die Runden – egal auf welchem Kurs – sind in der DTM in mehrere Sektoren unterteilt. In jedem Sektor wird eine Zwischenzeit gestoppt. Da ein Pilot während des 20-minütigen Qualifyings mehrere Runde absolviert, gelingen ihm in der Regel in unterschiedlichen Runden persönliche Sektor-Bestzeiten. Eben diese persönlichen Sektorbestzeiten werden nach dem Qualifying addiert – das Ergebnis ist die schnellste theoretische Rundenzeit eines Piloten.

Wie wird aus den Rundenzeiten die Verteilung der Performance-Gewichte geregelt?

Für die Verteilung der Performance-Gewichte wird zunächst von jedem Hersteller der Fahrer mit der besten theoretischen Runde herangezogen. Es sind somit drei theoretische Rundenbestzeiten, die über die Gewichtsverteilung entscheiden. Maßgeblich für die Verteilung ist die prozentuale Abweichung zwischen den Konkurrenten. Zwei Schwellen sind bei dieser Betrachtung entscheidend: Sind es weniger als 0,1 Prozent? Sind es mehr als 0,1 Prozent aber weniger als 0,2 Prozent? Oder sind es mehr als 0,2 Prozent? Ausgehend von diesen Werten können sich nach dem Qualifying sechs unterschiedliche Szenarien ergeben, die über die Gewichtsverteilung entscheiden.

Die sechs Szenarien und ihre Folgen

Performance Gewichte in der DTM-Saison 2016: Szenario 1

Szenario 1
Die theoretische Rundenzeit des besten Fahrers der zweitschnellsten und des besten Fahrers der drittschnellsten Marke weichen weniger als 0,1 Prozent von der des besten Fahrers der schnellsten Marke ab = am Gewicht der Fahrzeuge aller drei Marken ändert sich nichts

Performance Gewichte in der DTM-Saison 2016: Szenario 2

Szenario 2
Die theoretische Rundenzeit des besten Fahrers der zweitschnellsten Marke weicht weniger als 0,1 Prozent von der des besten Fahrers der schnellsten Marke ab. Der beste Fahrer der drittschnellsten Marke ist zwischen 0,1 Prozent und 0,2 Prozent langsamer = die Fahrzeuge der drittschnellsten Marke dürfen 2,5 Kilogramm ausladen, die Fahrzeuge der zweitschnellsten und schnellsten Marke müssen 2,5 Kilogramm zuladen.

Performance Gewichte in der DTM-Saison 2016: Szenario 3

Szenario 3
Die theoretische Rundenzeit des besten Fahrers der zweitschnellsten Marke weicht weniger als 0,1 Prozent von der des besten Fahrers der schnellsten Marke ab. Der beste Fahrer der drittschnellsten Marke ist über 0,2 Prozent langsamer = die Fahrzeuge der drittschnellsten Marke dürfen 5 Kilogramm ausladen, die Fahrzeuge der zweitschnellsten und schnellsten Marke müssen 5 Kilogramm zuladen.

Performance Gewichte in der DTM-Saison 2016: Szenario 4

Szenario 4
Die theoretische Rundenzeit des besten Fahrers der zweitschnellsten und des besten Fahrers der drittschnellsten Marke ist zwischen 0,1 Prozent und 0,2 Prozent langsamer, als die Zeit des besten Fahrers der schnellsten Marke = die Fahrzeuge der zweitschnellsten und drittschnellsten Marke dürfen 2,5 Kilogramm ausladen, die Fahrzeuge der schnellsten Marke müssen 2,5 Kilogramm zuladen.

Performance Gewichte in der DTM-Saison 2016: Szenario 5

Szenario 5
Die theoretische Rundenzeit des besten Fahrers der zweitschnellsten Marke ist zwischen 0,1 Prozent und 0,2 Prozent langsamer, als die Zeit des besten Fahrers der schnellsten Marke. Die des besten Fahrers der drittschnellsten Marke ist über 0,2 Prozent langsamer = die Fahrzeuge der drittschnellsten Marke dürfen 5 Kilogramm ausladen, die Fahrzeuge der schnellsten Marke müssen 5 Kilogramm zuladen. Bei den Fahrzeugen der zweitschnellsten Marke bleibt das Gewicht unverändert.

Performance Gewichte in der DTM-Saison 2016: Szenario 6

Szenario 6
Die theoretische Rundenzeit des besten Fahrers der zweitschnellsten und des besten Fahrers der drittschnellsten Marke ist über 0,2 Prozent langsamer, als die Zeit des besten Fahrers der schnellsten Marke = die Fahrzeuge der zweitschnellsten und drittschnellsten Marke dürfen 5 Kilogramm ausladen, die Fahrzeuge der schnellsten Marke müssen 5 Kilogramm zuladen.

Wann müssen die Performance-Gewichte im Auto angebracht werden?

Direkt nach dem Qualifying. Die neue Gewichtsverteilung gilt für das anschließende Rennen und auch für das darauffolgende Qualifying. Aus diesem Qualifying ergibt sich dann die Gewichts-Verteilung für das nächste Rennen – dieser Vorgang wiederholt sich bis zum Finale am 16. Oktober.

Gibt es bei der Verteilung Grenzen?

Ja. Ein Auto darf im Vergleich zum ersten Qualifying der Saison um maximal 15 Kilogramm leichter werden und höchstens bis zu einem Gewicht von 1.140 Kilogramm beladen werden.

Was bedeuten diese Prozentwerte? Um welche Zeitunterschiede geht es hier konkret?

Das ist natürlich von den jeweiligen Rundenzeiten und Strecken abhängig. Grundsätzlich geht es nicht um Sekunden, sondern Zehntel. Ein Beispiel zum Rechnen: Dem besten Fahrer gelingt eine theoretische Runde von 1:27.678 Minuten. Um unter dem Wert von 0,1 Prozent zu bleiben, darf der Abstand nicht größer als 0,087 Sekunden sein; um unter dem Wert von 0,2 Prozent zu bleiben, darf der Abstand nicht größer als 0,175 Sekunden sein.

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