"Der Junge macht den Routiniers Dampf" | DTM
2002-05-24 13:59:29

"Der Junge macht den Routiniers Dampf"

Er ist der jüngste Fahrer in der DTM-Geschichte: Martin Tomczyk. Trotz seiner erst 20 Lenze hat Tomczyk es den "alten Hasen" in den ersten drei Saisonrennen vorgemacht. Eine Pole Position, ein Sieg im Qualifikationsrennen und bester "Qualifyer". Nur an Erfahrenheit und Konstanz fehlt es dem jungen Rosenheimer, dem dazu auch manchmal das nötige Glück fehlt. Mit drei Ausfällen in drei Rennen konnte er seine sehr guten Ergebnisse aus dem Qualifying bisher noch nicht in Siege ummünzen. In der Meisterschaft liegt er mit fünf Punkten auf dem sechsten Rang.

Beim Saisonauftakt in Hockenheim holte Tomczyk hinter seinem Markenkollegen Laurent Aiello den zweiten Platz im Qualifying und stand für viele überraschend in der ersten Startreihe. Er zog beim Start an dem erfahrenen Aiello vorbei – und gewann das Qualifikationsrennen. Im anschließenden Wertungslauf würgte Tomczyk den Motor ab und verlor einige Plätze. Das Aus folgte für den 20-Jährigen in der 16. Runde, als er beim Anbremsen der Sachs-Kurve ins Kiesbett rutschte. "Ich bin mir sicher, dass ich auch das Hauptrennen hätte gewinnen können, denn mein Auto war einfach perfekt", versprühte der Sohn des ADAC-Präsidenten Herrmann Tomczyk nach dem Rennen pures Selbstvertrauen. Auch sein Teamchef Hans-Jürgen Abt fand nach dem guten Saisonstart seines Schützlings die passenden Worte. "Martin muss noch lernen, nach einer guten Leistung nicht gleich zu viel auf einmal zu wollen. Insgesamt bin ich sehr zufrieden."

In Zolder begann das Wochenende für Tomczyk ähnlich gut wie bereits in Hockenheim, er setzte sogar noch einen drauf und markierte im Qualifying die Bestzeit. Über die erste Pole seines Youngsters in der DTM freute sich auch Hans-Jürgen Abt. "Ich habe vor zwei Jahren beim DTM-Comeback gesagt, wir brauchen junge Fahrer in der DTM und habe sie gefördert. Und jetzt machen die Jungen den Routiniers Dampf", lobte der Kemptener seine Nesthäkchen Tomczyk und Mattias Ekström, der im Qualifying Zweiter wurde. Im Regenchaos von Zolder lief es für Tomczyk dann weniger erfolgreich. Sowohl im Qualifikationsrennen als auch im Wertungslauf rutschte er an der gleichen Stelle von der Strecke und musste das Rennen schließlich aufgeben. Selbstkritisch räumte er nach dem verpatzen Rennsonntag ein: "Vielleicht hat es mir einfach an Erfahrung gefehlt, vor allem unter diesen dramatischen Bedingungen."

Nach den sehr guten Ergebnissen im Qualifying und glücklosen Rennen folgte der dritte DTM-Lauf in Donington. Und wieder war es der Jüngste, der im Qualifying für Aufsehen sorgte. Nach dem 45-minütigem Zeittraining stand Tomczyk auf Rang vier – erneut als bester Abt-Audi-Pilot. Vom vierten Platz gestartet, konnte er sich im Qualifikationsrennen auf die zweite Position vorarbeiten, setzte den ehemaligen Formel-1-Piloten Jean Alesi stark unter Druck und lieferte sich mit dem späteren Sieger spannende Duelle. Im Rennen aus der zweiten Position gestartet wurde er in der dritten Runde von einem Konkurrenten gedreht und fiel aus. Sportlich nahm er die Enttäuschung hin, auch im dritten Rennen wieder nicht die Zielflagge gesehen zu haben. "Solche Vorfälle gehören zum Motorsport dazu – immerhin hat sich derjenige, der den Unfall verursacht hat, bei mir entschuldigt."

Beim nächsten Rennen auf dem Sachsenring will Tomczyk auch endlich im Rennen ganz vorne dabei sein. "Im Qualifying und im Rennen weiß ich, welchen Speed ich habe und dass ich an der Spitze um den Sieg mitfahren kann. Ich werde alles tun, um meine Grundgeschwindigkeit diesmal auch in ein zählbares Resultat umzusetzen." Auch Hans-Jürgen Abt setzt eindeutige Zeichen in Richtung nächstes Rennen: "Ich glaube, am Sachsenring werden wir mit unseren Abt-Audi Coupés wieder eine Macht sein und versuchen, Mercedes zu schlagen."

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