Der Rookie, der kein Rookie ist | DTM
2019-06-05 12:45:00

Der Rookie, der kein Rookie ist

Der Rookie, der kein Rookie ist

Der Brite Jake Dennis ist zusammen mit Jonathan Aberdein, Pietro Fittipaldi, Sheldon van der Linde und seinem Aston-Martin-Teamkollegen Ferdinand von Habsburg einer von insgesamt fünf Fahrern, die 2019 ihre erste Saison in der DTM bestreiten. Der 23-jährige Brite verfügt bereits über einen reichen Erfahrungsschatz.

Wie kam es dazu?

Dennis hat sowohl mit R-Motorsport als auch mit Aston Martin bereits sehr viel Erfahrung, da er 2018 schon die komplette Saison für die Schweizer Mannschaft fuhr. Bei seinem Einstand in der DTM am Anfang diesen Jahres waren ihm das Team und das Umfeld somit bereits vertraut, obwohl er noch erste Erfahrungen mit dem Aston Martin Vantage DTM sammeln musste.

„Ja, mit Florian und Andreas hatte ich im vergangenen Jahr bereits ein großartiges Verhältnis“, schildert er. „Aus der Perspektive betrachtet machte es für sie daher Sinn, mich für 2019 vom GT-Sport in die DTM wechseln zu lassen. Natürlich war das ein gewisses Risiko, da ich ein Rookie war. Ich glaube aber, dass es für sie auch wichtig war, einen ihrer Schützlinge ins DTM-Projekt einzubringen.“

Die DTM war bereit für Dennis, aber der Youngster war sich am Anfang nicht sicher, ob auch er bereit war für die DTM.

 

Spannung vor dem Start

„Ja, zunächst hatte ich schon meine Bedenken“, räumt er ein. „Ich war im Formelsport erfolgreich, in der Formel 3 und in der GP3, aber das Umfeld im Formelsport ist knallhart: Oft konzentrieren sich alle im Team auf nur einen Fahrer, als Fahrer hat man die komplette Verantwortung.“

„Nach meinen Jahren im Formelauto hatte ich genug von diesen Psycho-Spielchen. Ich wollte etwas Neues. Im GT-Sport war es dann komplett anders. Dort ist das Umfeld viel freundlicher, es geht viel mehr um das Team. Ich hatte Sorgen, dass es in der DTM genau so hart wie im Formelsport zugehen würde, aber weil es professioneller ist, sind die Menschen dort offener und freundlicher.“

Dennis gibt ein Beispiel: „Als ich in Zolder auf Platz sechs ins Ziel gefahren war, kamen Menschen von Audi und BMW nach dem Rennen im Fahrerlager zu mir und gratulierten. So etwas würde im Formelsport nie passieren, das tut einfach gut.“

Dennis kam in Zolder nach einem kampfstarken Rennen, in dem er vom überzeugenden Rennspeed des Aston Martin profitieren konnte, beeindruckend als Sechster ins Ziel 

 

Kein Mangel an Power

Trotz seines jugendlichen Alters hat Dennis bereits Erfahrung mit verschiedenen Sportwagen gesammelt. Wie betrachtet er den Wechsel in die DTM, wo die Autos zwar von der Art her sehr nah an GT-Fahrzeugen dran sind, offiziell jedoch als Tourenwagen bezeichnet werden?

Die Antwort kommt prompt und fällt geradezu überschwänglich aus: „Ich liebe es. Ich liebe es total“, sprudelt es aus ihm heraus. „Was ich an der DTM so sehr mag, ist, dass jeder sein eigenes Auto hat, dass man es nicht mit einem Teamkollegen teilen muss. Daher sind keine Kompromisse notwendig.“

Nach seinen ersten Erfahrungen mit dem DTM-Turbo-Auto hatte Dennis ein breites Grinsen im Gesicht

 

Und dann ist da noch die Turbo-Power. Wieder lacht Dennis: „Ich habe Ende des vergangenen Jahres ein 2018er-DTM-Auto getestet. Das hat zwar Spaß gemacht, aber ich hatte immer das Gefühl, dass zu wenig Kraft da war. Jeder Fahrer will mehr Power, aber die neuen Autos sind einfach phänomenal! Nach einer Weile gewöhnt man sich daran und will dann wieder mehr, aber das Herausfahren aus der Boxengasse mit kalten Fahrern – wir haben ja bekanntlich keine Heizdecken – ist einfach der Wahnsinn! Und das ist für einen Rennfahrer toll. Damit macht es umso mehr Spaß! Weitere Faktoren sind das Nachlassen der Reifen und die Strategie während der Rennen. Das macht es vielleicht etwas verwirrender, aber auch spannender, sowohl für die Fahrer als auch für die Fans. Es ist einfach eine geile Serie.“

 

Kein Vergleich

Nachdem Dennis sämtliche Leistungsstufen der Aston-Martin-Rennfahrzeuge ausprobiert hat, würde man meinen, dass er bestens geeignet ist, die unterschiedlichen Autos miteinander zu vergleichen und dass ihm seine Erfahrungen dabei helfen. Erstaunlicherweise betont er aber, dass eher das Gegenteil der Fall sei: Es gebe kaum Gemeinsamkeiten, aber das sei sogar eher hilfreich.

„Die verschiedenen Autos haben fast nichts gemeinsam“, erklärt er. „Aber für einen Fahrer ist das ein Vorteil: Die Fahrzeuge sind so grundverschieden, dass man sie grundlegend anders fährt. Das macht es einfacher, es vermischt sich nichts, man springt von einem Auto ins andere und wendet einen komplett anderen Stil an.“

„Das DTM-Auto ist ein Hammer: Bremsen aus Kohlefaser, keine Traktionskontrolle, 600 PS. Das GT3-Auto hat hingegen Traktionskontrolle und ABS, ist 400 Kilo schwerer, also kein Vergleich. Als ich zwischen den GT3-Autos von Audi und Aston Martin hin- und herwechselte, war es schwieriger, da die Unterschiede viel geringer waren. Mental ist es anspruchsvoller, damit umzugehen.“

 

Harte Arbeit

Dennis genießt zwar das Leben als DTM-Fahrer, weiß aber auch, dass bei R-Motorsport Aston Martin noch längst nicht alles glatt läuft. Die schnelle Entstehung des Vantage DTM, der, wie bereits oft erwähnt, in nur 100 Tagen gebaut wurde, und die geringeren Ressourcen des Schweizer Teams bedeuten, dass es nicht ganz auf dem gleichen Niveau ist wie die mächtigen Werksmannschaften von Audi und BMW.

Natürlich ist das keineswegs überraschend. Was aber beeindruckt, ist, dass die Aston Martin es gelegentlich schon gegen die großen Gegner aufnehmen konnten, insbesondere in jenen Rennen, in denen sie ihren vorteilhaften Umgang mit den Reifen ausspielen können.

Dennis findet die Aufgabe reizvoll: „Wir wussten von Anfang an, dass es schwer werden würde“, sagt er. „Schon die Autos überhaupt beim Saisonauftakt an den Start zu bringen, war schon eine große Aufgabe, aber das Team hat einen hervorragenden Job gemacht. Ich bin stolz auf die Jungs und dankbar für ihren Einsatz.“

„Wir haben gesehen, dass wir dafür sorgen können, dass Dinge funktionieren. Das gibt Vertrauen. Wir haben in den ersten vier Rennen immer Punkte einfahren können, das hatten wir so nicht unbedingt erwartet. Natürlich haben wir noch jede Menge Arbeit vor uns. Ich glaube aber, dass wir nach einigen weiteren Rennen gut mit dabei sein können.“

Mit dem Material, das er zur Verfügung hat, hat Dennis gute Chancen, auch in der DTM seine Fähigkeiten zu zeigen.

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