Di Resta startet für R-Motorsport im Aston Martin Vantage DTM | DTM.com | Die offizielle Webseite
2019-02-14 10:15:00

Di Resta startet für R-Motorsport im Aston Martin Vantage DTM

Paul Di Resta

Genau wie Fahrer ihre Autos brauchen, brauchen Autos auch ihre Fahrer

Denken wir doch nur an Steve McQueen, der im Film Bullit seinen flaschengrünen Ford Mustang durch die Straßen von San Francisco prügelt. Auch ‚Zurück in die Zukunft‘ wäre ohne den auf grandiose Art und Weise zu einer Zeitmaschine aufgemotzten De Lorean nicht derselbe Film. Oder Michael Caine und sein Team dreister britischer Banditen, die den Mini Cooper zu einer Legende machten, als sie eine ganze Reihe Minis im Film ‚The Italian Job – Jagd auf Millionen‘ als Fluchtfahrzeuge verwendeten.  

Doch nur wenige Partnerschaften erlangten einen ähnlichen Kult-Status wie die zwischen Sean Connery als James Bond 007 und seinem zeitlosen, ‚verbesserten‘, silbergrauen Aston Martin DB5.

Dieser ‘64er Luxussportwagen hatte unter anderem die unvergesslichen drehbaren Nummernschilder, kugelsichere Schilde und natürlich den einzigartigen Schleudersitz. Doch all das wäre ohne die eisige Coolness von Sean Connery gar nichts gewesen – der berühmteste Schotte, der je einen Aston Martin fuhr.

Zumindest bis jetzt.

Zurück in die Zukunft: In der Saison 2019 wird Paul Di Resta in der DTM einen Aston Martin Vantage fahren.

Der Schotte ist ein extremer erfahrener und erfolgreicher DTM-Pilot (2010 Champion und insgesamt elf Rennsiege in der Serie) – und der erste Fahrer, den R-Racing für das aufregende DTM-Abenteuer mit Aston Martin bekanntgegeben hat. Das Top-Team aus der Schweiz wird die Aston Martin Vantage als lizensiertes Projekt vorbereiten und einsetzen.

„Irgendjemand hat gesagt, dass ich als Schotte im Cockpit eines Aston Martin Vantage DTM in die Fußspuren von Sean Connery trete“, sagt der 32-Jährige. „Aber das sind mächtig große Spuren, die ich da ausfüllen soll. Ich hoffe, es wird nicht erwartet, dass mir das gelingt.“

„Nach einem ironischen Lächeln fährt er fort: „Aston Martin ist eine Marke mit solch einem Kult-Status. Durch und durch britisch – und für mich als britischem Fahrer einfach immer präsent. Der DB5 in ‘Goldfinger’ ragt selbstverständlich heraus, doch ich mag auch die anderen klassischen Modelle. Tatsächlich war ich vor ein paar Jahren sogar selbst Besitzer eines klassischen Aston Martin – eines DB6 Volante im Originalzustand.

In der jüngeren Vergangenheit habe ich Aston Martins Leistungen in der WEC verfolgt. Doch das DTM-Projekt von R-Motorsport, die die Aston Martin Vantage unter exklusiver Lizenz des britischen Herstellers einsetzen werden, ist etwas ganz Besonderes. Und das Projekt wird dazu beitragen, den [von Adrian Newey designten] Valkyrie mit ziemlicher Sicherheit als neuen Maßstab bei den Supersportwagen zu etablieren.“

Nach der kurzen Markenzusammenfassung und einem Besuch bei seinem neuen Arbeitgeber in der Schweiz, um sich dort über die Fortschritte zu informieren, ist offensichtlich, dass Di Resta für die kommende Saison bereits Feuer und Flamme ist.

Der Einsatz von R-Motorsport für Aston Martin wurde erst am Ende der Saison 2018 bekanntgegeben und folglich wird die Truppe weder auf die Erfahrung noch die Zeit auf der Strecke zurückgreifen können, über die die Konkurrenz – Audi und BMW – verfügt. Dennoch ist Di Resta vorsichtig optimistisch: 

„Um ganz ehrlich zu sein hat mich bereits mein allererstes Treffen mit Florian [Kamelger, R-Motorsport-Teamchef] und Andreas [Baenziger] überzeugt”, sagt er. „Wir haben uns bei einer Tasse Kaffee 20 Minuten unterhalten und ihre Leidenschaft und ihre Ambitionen was das Projekt betrifft haben mich sofort überzeugt. 

Ich erinnere mich gern daran, dass ich auch in der Formel 3 mit HWA zusammengearbeitet habe – und ich glaube fest daran, dass sie die herausragende Organisation sind, wo immer sie auch antreten. Sie waren einer der wichtigen Faktoren des Mercedes-Erfolgs in der DTM und ich bin absolut sicher, dass R-Motorsport in der Lage sein wird, den Job zu erledigen.

Nach dem Mercedes-Ausstieg im vergangenen Jahr hat die Ankündigung des Einstiegs von Aston Martin allgemein für Optimismus gesorgt. Alle sind wirklich heiß darauf, Teil dieses Projekts zu sein und glaubt mir – die machen ernst. Die ganze Organisation ist extrem professionell und zu 100 Prozent konzentriert. Ich denke, wir kriegen das hin.“

Für Di Resta stellt der Wechsel von Mercedes zu Aston Martin ebenfalls einen wichtigen Karriereschritt dar. Er wird nicht nur die nominelle Nr. 1 im Team sondern auch der Mann, der der neuesten Marke im DTM-Feld den Entwicklungsweg weisen soll.

Er ist sich des Schritts bewusst und mehr als bereit für die Herausforderung. 

„Mit einer völlig neuen Marke bei Null in die DTM zu starten war eines der wichtigen Dinge, die ich mit R-Motorsport diskutiert habe als wir unsere Gespräche begonnen haben“, erklärt er. „Die Aufgabe wird nicht leicht, denn wir treten als relativ kleine Truppe gegen zwei der besten Hersteller der Welt an. Doch sie brauchen mich, um die Entwicklung des Projekts voranzutreiben. Ich weiß, was ich einbringen kann und ich denke, wir werden etwas Gutes auf die Beine stellen. 

Ja, wir sind spät dran doch mit guten Tests im Vorfeld der Saison sollten wir in der Lage sein, von Anfang an eine gute Figur zu machen. Ich erwarte, dass wir vom ersten Rennen an in der Lage sind, um den Sieg zu kämpfen. Ich denke, dieses Ziel ist realistisch und dass dies die Einstellung ist, mit der wir vom ersten Rennen an an den Start gehen müssen.“ 

Darüber hinaus ist das Timing für den Aston-Martin-Einstieg perfekt: Das technische Reglement wurde für die Saison 2019 tiefgehend überarbeitet. So kommt ein neuer Turbo-Motor zum Einsatz und auch das Aero-Paket wurde weitgehend geändert. Was bedeutet, dass kein Team beim Saison-Auftakt in Hockenheim auf ein durchgetestetes Auto zurückgreifen kann.

„Das DTM-Reglement ist gut für das Aston-Martin-Vantage-DTM-Projekt von R-Motorsport“, sagt Di Resta. „Es gab ein Reset für alle Hersteller und folglich kann Niemand in der Saison 2019 das Auto des Vorjahrs einsetzen. Somit hat auch Keiner einen klaren Vorteil und das ist gut für uns.

„Für jeden Hersteller wird es die größte Herausforderung darstellen, die neue Motoren-Formel in den Griff zu bekommen. Das wird die größte Unbekannte. Ähnliche Motoren werden bereits in im Super-GT-Sport genutzt und ich freue mich auf die höhere Motorleistung [im Vergleich zu 2018].   Die Autos werden auch deutlich leichter und schneller – auf den gleichen Reifen. Damit wird der Fahrer deutlich wichtiger denn er muss sich während des Rennens noch mehr ums Reifenmanagement kümmern. Ich freue mich auf all das.“ 

Spricht man mit Paul Di Resta, erhält man den Eindruck, dass er vollständig auf die bevorstehende Aufgabe konzentriert ist. Klar, er war bereits in der Formel 1 erfolgreich und hat sich als beliebter und scharfinniger Experte bei den F1-Übertragungen von Sky Großbritannien einen Namen gemacht. Doch es ist die DTM, wo er sich eine einzigartige Rolle erarbeitet hat. 

„Die DTM war und ist ein großer Teil meines Lebens und meiner Motosport-Karriere“, sagt er. „Ich denke, man darf die Bedeutung diese Serie auf keinen Fall unter schätzen: Da hätten wir die Formel 1 und die NASCAR – und ich denke, die DTM folgt direkt danach. So wie ich das sehe ist die DTM größer als die IndyCar-Serie. 

In der DTM werden eine Menge Dinge richtig gemacht: Großartige Tür-an-Tür-Kämpfe – unter anderem zwischen jungen Rennfahrern, die von einigen der besten Hersteller der Welt handverlesen worden sind. Der Rennsport selbst ist pur, ohne Einflüsse durch den Boxenfunk [der in der Serie verboten ist] und kein einzelner Fahrer ist größer als das Team.

Die Rennwochenenden sind auf Familien zugeschnitten – man kann Fahrern und Autos extrem nahe kommen, es gibt keine Einschränkungen. Das Wichtigste ist, eine Atmosphäre zu schaffen. Schließlich gibt es für eine Rennserie nichts Bedeutsameres als die Unterstützung durch die Fans – und als Resultat all dieser Maßnahmen steigen Luxusmarken wie Aston Martin in die DTM ein.“ 

Di Resta beendet unser Gespräch mit einer gelungenen Zusammenfassung des Lebens in der DTM: „Wenn du in der DTM einen guten Tag hast ist das gleich ein großartiger Tag, weil du sechs bis acht Fahrer geschlagen hast, die auf identischem Material unterwegs sind.“ 

Er macht eine Pause – und fährt dann mit einem leicht verschmitzten Lächeln fort: „Klar, wenn Du einen schlechten Tag hast, ist der dafür meist auch fürchterlich, weil Du plötzlich am Ende der Truppe ins Ziel kommst…“

Eine treffende Zusammenfassung dass verdeutlicht, dass es in der DTM um hohe Einsätze geht.

Mit R-Motorsport als Team, das für den Einsatz der Aston Martin Vantage in der DTM verantwortlich ist, wird Di Resta hoffen, dass seine Karten in diesem speziellen Poker gut genug sind. Gleichzeitig ist er sich der Tatsache wohl bewusst, dass sowohl seine Rivalen als auch die eigenen Teamkollegen beim Versuch, ihn zu besiegen, absolut gnadenlos zu Werke gehen werden. 

Klingt irgendwie wie eine Szene aus einem James-Bond-Streifen…

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