DTM 2020

TOP 10: Die erfolgreichsten DTM-Fahrer aller Zeiten

Wie entscheidet man, welcher Fahrer es verdient als „großartig“ bezeichnet zu werden? Seit dem Serienstart im Jahr 1984 haben insgesamt 78 verschiedene Rennfahrer ein DTM Rennen gewonnen, trotzdem würde man nur eine Handvoll von ihnen auch als wirklich großartig bezeichnen. Es steht außer Frage, dass alle dieser Fahrer besondere Fähigkeiten haben, die keinesfalls selbstverständlich sind – wir haben einen Versuch gestartet die Eigenschaften herauszufiltern, die einen wirklich großartigen Rennfahrer ausmachen.

Hier präsentieren wir euch das ultimative Ranking der besten DTM Fahrer aller Zeiten.

10. MARCO WITTMANN (DE)

STARTS 112

SIEGE 15

PODIUM 33

TITEL 2

POLES 14

Marco Wittmann eroberte die Formel BMW und die Formel-3-Euroserie im Sturm und sicherte sich damit einen Testplatz im BMW-Team in der Saison 2012. Im folgenden Jahr schaffte er den Aufstieg zu einem Stammplatz im Team. Zu voller Größe erblühte er im Jahr 2014, als er das Eröffnungsrennen für sich entscheiden konnte und auch die restliche Saison dominierte. Im selben Jahr konnte er drei weitere Siege und seinen ersten Titel für sich verbuchen. 2016 musste er sich bis zum Finale ein Kopf an Kopfrennen mit dem Audi-Pilot Edoardo Mortara liefern, bevor er sich seinen zweiten Titel sicherte. Wittmanns größte Stärke ist sein Renngeschick – er kann genauso gut über die Strecke carven wie er vorne auch die Führung halten kann. Ein herausragender Rennfahrer.

9. BRUNO SPENGLER (RUO)

STARTS 195

SIEGE 16

PODIUM 51

TITEL 1

POLES 18

Bruno Spengler stieg 2005 mit Mercedes-AMG in die DTM ein. Seinen ersten Sieg erzielte er im darauffolgenden Jahr am Norisring – eine Strecke, die sich als guten Jagdgrund für den französisch-sprachigen Kanadier erwies, denn er konnte sich dort vier weitere Siege sichern. Wenn Spengler sich seine Sporen mit Mercedes verdiente, brachte er es mit BMW zu Ruhm und verhalf der Münchner Marke zum Titel, als er 2012 in die Serie zurückkehrte. Als einer der nettesten Kerle im Rennstall, verließ er die DTM im letzten Jahr um seine BMW-Karriere in der nordamerikanischen IMSA Serie fortzusetzen.

8. RENÉ RAST (DE)

STARTS 58

SIEGE 17

PODIUM 27

TITEL 2

POLES 13

Abgesehen von ein paar einzelnen Siegen und GT Championship Titeln, sah es nicht so aus als ob es Rast jemals in die DTM schaffen würde – bis er kurzfristig für den verletzten Audi-Fahrer Adrien Tambay in Zandvoort in der Saison 2016 einsprang. In seiner ersten vollen Saison, gewann er direkt den Titel. 2018 verpasste er den ersten Platz ganz knapp, nachdem er das Rennen mit Brits Paffett und Di Resta ausfechten musste. Letztes Jahr konnte er die Ehre für Audi zurückerobern, indem er die Serie während der ganzen Saison dominierte. Obwohl er in weniger als 60 Rennen antrat, ließ ihn seine unschlagbare Geschwindigkeit, er erzielte 2019 35 Punkte allein in Qualifyings, selbstsicher den allerbesten Fahrern nacheifern.

7. JAMIE GREEN (GB)

STARTS 193

SIEGE 17

PODIUM 41

TITEL -

POLES 15

Green war einer von vielen aufstrebenden Formel-3-Euroserien-Stars, der den Sprung aus dem Formelfahrzeug in die DTM schaffte. Nachdem er 2004 niemand geringeren als Lewis Hamilton, Nico Rosberg und Robert Kubica in der F3 ausschaltete, hatte er 2006 sein Tourenwagen Debüt mit dem Mercedes-AMG. Ein Jahr später gelang ihm sein erster von acht Siegen für Mercedes bevor er 2013 zu Audi wechselte und dem Hersteller aus Ingolstadt zum Erfolg verhalf. Als ein beständiger Teil der DTM verdiente er sich die Pole Position beim 500. Rennen am Lausitzring letztes Jahr und lieferte sich mit Team Kollege und dem Mann der Stunde, René Rast, ein ausdauerndes Duell.

6. NICOLA LARINI (ITA)

STARTS 91

SIEGE 18

PODIUM 36

TITEL 1

POLES 9

Die DTM-Karriere des Italieners ist dauerhaft verbunden mit Alfa Romeo, mit welchen er alle seine Erfolge erzielte: 18 gewonnene Rennen und ein Titel in der Serie von 1993 – alles selbstverständlich im ikonischen Blutroten 155 V6 Ti. Nachdem er die italienische Tourenwagen Serie in der Saison 1992 gewann, war es nur logisch, dass Larini die Marke in die DTM begleiten sollte – wo die italienische Marke, zur Überraschung vieler, alle Gegner überrollte. Seine elf Siege in dem Jahr gelten immer noch als Rekord für die meisten Siege in einer einzigen DTM-Saison. Es ist unmöglich, sich ihn mit einer anderen Marke vorzustellen.

5. KURT THIIM (DEN)

STARTS 221

SIEGE 19

PODIUM 47

TITEL 1

POLES 16

Nachdem er 1984 den deutschen F3 Titel gewann, entschied sich der Däne für die damals noch junge DTM Serie, wo er seinen ersten Sieg 1986 in Zolder mit dem bulligen aber flinken Rover Vitesse erzielen konnte. Eine konstante Kette von Erfolgen, sowie die Siege auf dem Wunstorf Airfield Circuit und am Nürburgring verhalfen ihm zum Titel am Ende des Jahres. Nach einem kurzen Intermezzo mit den Teams von Alfa Romeo und BMW, entschied sich Thiim letztlich 1988 in das Team von Mercedes einzusteigen und blieb bis Ende 1996 in der Serie.

4. GARY PAFFETT (GB)

STARTS 186

SIEGE 23

PODIUM 48

TITEL 2

POLES 17

Paffetts frühen Erfolge im Formelfahrzeug hoben ihn als Spitzenfahrer heraus – aber ein verzögerter Eintritt in die Formel 3000 machten seine Grand Prix Bemühungen größtenteils zunichte. Als er seine Richtung änderte und der DTM beitrat, entwickelte er sich schnell zu einem hochkarätigen DTM-Piloten und gewann 2005 den ersten seiner beiden Titel. Mit einem Auge immer noch auf seine F1-Karriere gerichtet, wurde er im Folgejahr Testfahrer für McLaren. Eine Rückkehr in die DTM brachte weitere Erfolge, er fuhr sensationell und entschied damit 2018 den zweiten Titel für sich, nachdem er seine Rivalen René Rast und Paul Di Resta erfolgreich abhängte und der ausscheidenden Marke Mercedes dadurch einen würdevollen Abschied bereitete.

3. MATTIAS EKSTRÖM (SWE)

STARTS 197

SIEGE 23

PODIUM 77

TITEL 2

POLES 21

Als der Sohn eines erfolgreichen Rallycross Fahrers, zeigte Mattias Ekström nie richtiges Interesse an Formelfahrzeugen – er wollte schon immer mit Tourenwagen Rennen fahren. Der junge Schwede lernte schnell, trat 2001 der Abt Sportsline bei, erzielte ein Jahr später seinen ersten Sieg und schaffte es 2004 zum Champion. 2007 gewann er seinen zweiten Titel bevor er 2018 endgültig aus der Serie ausstieg. Seine Vielseitigkeit bewies er, indem er das Ende seiner DTM-Karriere mit einer wachsenden Leidenschaft für Rallycross verband, die ihm 2016 einen WRX-Meisterschaftstitel verschaffte - in dieser Serie tritt er bis heute noch an.

2. KLAUS LUDWIG (DE)

STARTS 220

SIEGE 37

PODIUM 80

TITEL 3

POLES 17

Der Routinier galt bereits in den 1970er und frühen 80er Jahren als Star der Deutschen Rennsport-Meisterschaft - oft als Vorgänger der DTM angesehen - und so war es für ihn ein natürlicher Schritt, in die noch junge Serie einzusteigen und 1985 in Zolder seinen ersten Sieg zu holen. Drei Jahre später fuhr er einen turbogetriebenen Ford Sierra zu seinem ersten Titel, bevor er zu Mercedes wechselte, welchen er in den folgenden sechs Jahren treu blieb und 1992 und 1994 weitere Titel gewann. Danach verblüffte er die Motorsportwelt, indem er zu Opel wechselte, noch mehr Rennen gewann und der einzige Werksfahrer in unseren Top 10 wurde, der mit drei verschiedenen Herstellern Siege erzielt hat. Als die DTM im Jahr 2000 neu gestartet wurde, war Ludwig unglaublicherweise noch mit an Bord. Wieder im Mercedes erzielte er in seiner letzten Saison im Alter von 50 Jahren weitere Siege.

1. BERND SCHNEIDER (DE)

STARTS 236

SIEGE 43

PODIUM 104

TITEL 5

POLES 29

Bernd Schneider - der Fahrer, der die DTM definiert. Schon in der Anfangsphase seiner Karriere kombinierte er seine Einsätze in der F3 und F1 mit einer Rolle als Ford Junior-Pilot in der DTM. Doch erst nachdem er 1992 Mercedes beitrat, begann er seine entscheidenden Erfolge zu erzielen und dominierte 1995 mit Titeln sowohl in der DTM als auch in der parallel laufenden Internationalen Tourenwagen-Serie (ITC). Mit großem Engagement versprach er, den Titel zu holen, als die DTM im Jahr 2000 wiedergeboren wurde - und er wurde der erste Meister in Folge mit einem dritten Titel im Jahr 2001. Seine vierte und fünfte Meisterschaft folgten 2003 und 2006, bevor er Ende 2008 seinen Ruhestand bekannt gab. Schneider hat DTM-Generationen gekreuzt - in seiner Jugend kämpfte er gegen Ludwig, Mitte der 1990er Jahre gegen Dario Franchitti und Jan Magnussen und in der "neuen" DTM gegen junge Stars wie Gary Paffett, Christijan Albers, Jamie Green und Bruno Spengler. Schneider hat das Buch neugeschrieben und bleibt somit der größte DTM-Champion aller Zeiten.

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