Dovis Tagebuch | DTM
2019-06-11 16:15:00

Dovis Tagebuch

MotoGP-Fahrer Andrea Dovizioso erreichte viel Aufmerksamkeit bei seinem DTM-Debüt in Misano. Wir haben ihm bei seiner einzigartigen Premiere begleitet.

Am vergangenen Wochenende erlebte MotoGP-Star Andrea Dovizioso sein vielbeachtetes Renndebüt als Gastfahrer in der DTM. Der Wechsel von seinem vertrauten Ducati zum kraftvollen Audi mit Turbomotor hätte größer nicht sein können.

Der Italiener meisterte die steile Lernkurve problemlos und erklärte, dass er das Wochenende auf vier Rädern wirklich genossen hatte.

Wir haben ihn bei jedem Schritt seiner Misano-Premiere begleitet...

 

Donnerstag 6. Juni

14.30 Uhr               Engineering-Meetings

Es ist noch ruhig auf dem Misano World Circuit, wenn Andrea Dovizioso ankommt. Er parkt sein Auto im Fahrerlager, in unmittelbarer Nähe der Trucks und Auflieger und verschwindet bald in einen Audi-Sport-Auflieger für Meetings mit seinen Ingenieuren.

Im vergangenen Monat hat er anderthalb Tage in Misano getestet. Die Strecke birgt für ihn also wenig Geheimnisse, aber er muss die technische Herausforderungen bei der Abstimmung seines Autos für eine Renndistanz noch besser kennenlernen. Wie die anderen Fahrer nimmt er sich am Nachmittag viel Zeit für den Trackwalk zusammen mit seinen Ingenieuren, bevor die nächsten Termine anstehen.

 

16.00 Uhr               Fotoshoot vor dem Wochenende

Am späteren Nachmittag steht ein Fotoshoot mit seiner Ducati-MotoGP-Maschine und seinem WRT-Audi in Ducati-Farben auf dem Programm. Danach wird das Rennmotorrad unmittelbar zur Rennabteilung Ducati Corse nach Borgo Panigale gebracht. Es handelte sich um seine original-Rennmaschine. In der Audi-Sport-Hospitality wird am Rennwochenende seine letztjährige Maschine ausgestellt. Auch lässt sich Dovizioso mit den anderen Audi-Fahrer ablichten: Im Gruppenfoto erscheint er zusammen mit Jonathan Aberdein, Pietro Fittipaldi, Nico Müller, Loic Duval, Robin Frijns, Mike Rockenfeller und René Rast, dem Führenden in der Meisterschaft.

Dovi wechselt schnell vom DTM-Fahreranzug in seine Motorrad-Lederkombi und hilft dem DTM-Fernsehpartner SAT.1 bei der Zusammenstellung eines speziellen Beitrags im Vorfeld des Rennwochenendes.

 

Freitag 7. Juni

13.15 Uhr       Pressekonferenz am Freitag

Ein spezieller Gast verdient eine eigene Pressekonferenz. Wenige Stunden bevor es endlich auf der Strecke losgeht, steht Andrea Dovizioso den zahlreichen Medienvertretern im eindrucksvollen Pressesaal im ersten Stock des Boxengebäudes von Misano Rede und Antwort.

Er spricht über seine Erwartungen und seine Vorbereitungen auf das Wochenende, zunächst auf Englisch, dann auf Italienisch. Entspannt und stets mit einem freundlichen Lächeln im Gesicht warnt er allerdings vor zu großen Erwartungen: „Ich bin hier, um Spaß zu haben und eine schöne Zeit zu erleben“, sagt er. „Ich muss hier nichts beweisen. Aber natürlich werde ich mein Bestes geben!“

Die Aufmerksamkeit verschiebt sich langsam in die Boxengasse, denn das erste Training steht bevor. In Doviziosos Box befindet sich ein weiterer MotoGP-Fahrer: Sein Ducati-Teamkollege Danilo Petrucci, der am Wochenende zuvor das Rennen in Mugello gewonnen hat, ist vorbeigekommen, um Dovi zu unterstützen.

1535               1. Freies Training

Bestzeit         1:29,809 Minuten

Runden          19

Position         16

Rückstand auf die Spitze 2,169 Sekunden

Endlich geht es los! Die Autos gehen auf die Strecke für das 45-minütige erste Freie Training. Dovi startet mit fünf Runden und fährt dann zurück an die Box, um sich mit seinen Ingenieuren auszutauschen und einige Änderungen am Auto durchführen zu lassen.

Seine nächste Ausfahrt ist vier Runden lang. Danach absolviert er einen längeren Stint von sieben Runden, seine Zeiten schön regelmäßig um die 1:30 Minuten. Seine 15. Runde ist die schnellste mit einer Zeit von 1:29,809 Minuten. Nach einem weiteren Versuch bringt es der  Italiener auf insgesamt 19 Runden, er belegt Rang 16.

 

18.25 Uhr              2. Freies Training

Bestzeit                1:28,488 Minuten

Runden                 21

Position                16

Rückstand auf die Spitze 1,768 Sekunden

Das letzte Training des Tages ist kürzer, nur 30 Minuten. Dovi fährt zweimal raus, einmal für zehn und einmal für elf Runden. Mit seiner Zeit von 1:28,488 Minuten belegt er einmal mehr Rang 16, aber der Rückstand auf die Spitze ist bereits erheblich kleiner. Und was vielleicht noch wichtiger ist: Er wirkt konzentriert und fährt sicher und fehlerfrei.

 

Samstag 8. Juni

10.30 Uhr               Qualifying 1

Bestzeit                 1:27,037 Minuten

Runden                 10

Position                15

Rückstand auf die Spitze 1,743 Sekunden

Der erste der beiden Renntage in Misano: Ab heute zählt es wirklich.

Am Samstag hat er nur 20 Minuten, um sich im Zeittraining einen möglichst guten Startplatz fürs erste Rennen des Wochenendes zu sichern. Wie die meisten Fahrer komplettiert Dovizioso in zwei Anläufen insgesamt zehn Runden.

13.10 Uhr               Startaufstellung

Bei sommerlich-warmen Temperaturen und strahlendem Sonnenschein nimmt Dovizioso seinen Platz in der Startaufstellung für das erste Rennen ein. Dutzende Fotografen und Kamerateams umlagern sein Auto, wenn er sich für ein Gruppenbild mit Mattias Ekström, dem zweimaligen DTM-Champion, der ihm wochenlang als Fahrercoach zur Seite stand, dem sechsmaligen Rallye-Weltmeister Sébastien Ogier und Alex Zanardi trifft. Diese drei Motorsport-Stars absolvierten während der Saison 2018 allesamt Gastauftritte in der DTM.

13.30 Uhr               Rennen 1

Position   12

Schnellste Runde    1:29,235 Minuten (1,244 Sekunden zurück)

In seinem ersten DTM-Rennen zieht sich Dovizioso mehr als beachtlich aus der Affäre.

Er schafft es, sich aus Problemen rauszuhalten, hat einige tolle Positionskämpfe auf der Strecke und macht im Feld einige Plätze gut. In Runde 14 fährt er an achter Stelle und eine Runde später kommt er sogar als Vierter durch, nachdem andere Fahrer zum Pflichtstopp an die Box gefahren sind. Dovi selbst lässt am Ende von Runde 16 neue Reifen montieren und kehrt auf Platz 15 ins Feld zurück. Danach macht er weitere Positionen gut und fährt als Zwölfter ins Ziel.

„Das Rennen war gut“, erklärt er hinterher. „Es war schön, mit den anderen Fahrern zu kämpfen. Ich habe viel über die verschiedenen Linien gelernt sowie über wo man bremsen und wieder aufs Gas gehen kann. Mein Start war nicht optimal, ich konnte aber insgesamt einige Plätze gutmachen und hatte tolle Kämpfe. Besonders der Restart nach dem Safety-Car war cool.“

15.50 Uhr               Pressekonferenz nach dem Rennen

Nach dem Rennen und dem üblichen Debriefing mit den Ingenieuren macht sich Dovizioso wieder auf den Weg ins Pressezentrum, um den Journalisten über seine Erfahrungen zu berichten.

 

Sonntag 9. Juni

10.45 Uhr               Qualifying 2

Bestzeit                  1:26,703 Minuten

Runden                  10

Position                 14

Rückstand auf die Spitze 1,319 Sekunden

Am Sonntagmorgen passiert ihm sein erstes Missgeschick. In seiner zweiten Runde im Zeittraining verliert Dovizioso beim Anbremsen die Kontrolle über seinen Audi RS 5 DTM und rutscht an der Außenseite von Kurve 14 ins Kiesbett.

Es gelingt ihm, das Auto gerade noch rechtzeitig zum Stehen zu bringen und vermeidet damit den Einschlag in die Reifenstapel. Das Training wird kurz mit der roten Flagge unterbrochen, so dass die Streckenposten sein Auto wieder auf den Asphalt schieben können. Das Fahrzeug ist unbeschädigt und somit kann Dovizioso zurück an die Box fahren und das Qualifying wieder aufnehmen. Seine neunte Runde ist mit einer Zeit von 1:26,703 Minuten seine schnellste des Wochenendes, er qualifiziert sich als 14.

11.30 Uhr               Autogrammstunde

An jedem DTM-Rennwochenende finden Autogrammstunden statt, bei denen die Fahrer an Stehtischen aufgereiht stehen und die Fans mit ihnen auf Tuchfühlung gehen können. Viele Besucher sicheren sich einer der Autogrammkarten von Dovizioso – eigentlich hört sich der englische Begriff ‚hero card’ viel cooler an – und der Stargast erfüllt geduldig alle Autogramm- und Selfie-Wünsche.

13.30 Uhr               Rennen 2

Position   15

Schnellste Runde    1:29,311 Minuten (Rückstand 2,020 Sekunden)

Bei seinem letzten DTM-Einsatz am Wochenende erwischt Dovizioso einen guten Start und bleibt auch bei den Zwischenfällen in der ersten Runde aus den Problemen. So fährt er auf Rang zehn vor. Danach geht es für ihn sogar noch weiter nach vorne: In einem sehenswerten Duell kämpft er mit dem ehemaligen DTM-Champion Bruno Spengler um Platz acht. Dovi hält sich während der ersten elf Runden in den Top 10 und kommt am Ende von Runde 12 für seinen Stopp an die Box.

Er kehrt als 14. ins Rennen zurück und kämpft weiterhin hart bis zum Fallen der Zielflagge. Er macht einen Fehler, der zu einem High-Speed-Dreher im hinteren Teil der Strecke führt, aber setzt unbeeindruckt sein Rennen fort, Beweis für seine Abgeklärtheit. Nach 38 Runden fährt er als 15. ins Ziel.

„Ich hatte einen guten Start und war nach zwei Runden schon Neunter, das war cool, aber ich hatte nicht den Speed um ganz vorne mitfahren zu können. Es war nicht einfach“, gab der Italiener hinterher zu. „Das Niveau der Fahrer ist sehr hoch, das Auto ist sehr anspruchsvoll und es kostet also Zeit, aber ich hatte einige schöne Duelle und konnte das DRS und ‚Push-to-Pass’ nutzen. Im weiteren Rennverlauf hatte ich etwas mit den hinteren Reifen zu kämpfen.“

„Vor diesem Wochenende hatte ich mir keine Ziele gesetzt“, erklärt er. „Ich wollte lernen, mehr vom Auto und vom Niveau der Fahrer verstehen, das habe ich geschafft. Ich habe es wirklich genossen und könnte mir gut vorstellen, eines Tages nochmals in der DTM an den Start zu gehen.“

„Das einzige, was mich etwas gewundert hat, waren die ganzen Meetings. Ich glaube, ich hatte in zwei Tagen in der DTM mehr Meetings als in einem ganzen Jahr bei Ducati... Irgendwann habe ich es dann auch beendet, denn ich war zum Fahren hier, nicht für Meetings!“

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