SUPER GT x DTM

Berger: „Das Dream Race tatsächlich stattfinden zu sehen, hat mich sehr berührt“

Gerhard Berger, ITR-Vorsitzender

Gerhard Berger, ITR-Vorsitzender

Für den ITR-Vorsitzenden Gerhard Berger war das SUPER GT x DTM Dream Race im Oktober der Höhepunkt eines Traums, der schon vor vielen Jahren begann. Durch die Zusammenführung von Europas und Japans führenden GT- bzw. Tourenwagenserien erhofft sich der Österreicher die Entwicklung einer internationalen Serie, die auf mehreren Kontinenten einzeln oder gemeinsam Rennen fahren kann. Das Dream Race ist nicht der vorläufige Endpunkt dieser Partnerschaft, es ist der Anfang. Im Interview geht Berger auf die bisherigen Entwicklung ein – und auf die nächsten Schritte, die DTM und SUPER GT in Zukunft machen müssen.

Gerhard, was waren Ihre ersten Eindrücke vom SUPER GT x DTM Dream Race in Fuji?

„Ehrlich gesagt, als ich in der Startaufstellung stand und all die Autos der verschiedenen Hersteller ankamen – die verschiedenen Farben, die Markennamen – hat mich das sehr berührt. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich, dass sich alles gelohnt hatte, der ganze Aufwand, die Planung, die Schwierigkeiten. Ich wusste das war das, wo wir als Rennserie hinmussten. Ich war mir zu 100 Prozent sicher und es fühlte sich großartig an.“

Was steht in der nächsten Phase der Zusammenarbeit mit der SUPER GT an?

„Zu allererst ist es nie einfach, eine Veranstaltung wie das Dream Race zu organisieren. Es erforderte viel Planung und der logistische Aufwand war enorm, aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt. In Europa tendieren wir dazu, zwei Schritte gleichzeitig zu unternehmen. Die Japaner auf der anderen Seite versuchen etwas vorsichtiger vorzugehen und überlegen zweimal, bevor sie handeln. Das sind kulturelle Unterschiede, allerdings keine großen. Nichts, was wir nicht managen könnten. Im nächsten Schritt müssen wir zuerst die Daten aus Hockenheim und Fuji auswerten – Kommunikation und Medien, Kosten, Logistik – und dann können wir uns ansehen, was wir verbessern oder anders machen müssen, und welche nächsten Schritte wir einleiten sollten.“

Gibt es schon Pläne für das nächste Dream Race?

„Wir haben einige Ziele, ja. Wir möchten beim nächsten Mal mehr als sieben DTM-Autos am Start haben. Ich denke, eine volle Startaufstellung mit DTM- und SUPER-GT-Autos wäre der nächste Schritt. Dann müssen wir uns überlegen, wo wir das Rennen veranstalten werden. Wieder in Japan? In Deutschland? Oder in einem anderen Land? Es ist alles möglich. Wir sind da völlig offen. Wir werden uns überlegen, wie wir das alles logistisch umsetzen können und dann entscheiden.“

Wie wichtig war dieses Rennen, um das „CLASS-1“-Reglement potenziell interessierten Herstellern vorzustellen?

„Wenn ich ein Hersteller wäre, würde ich erkennen, dass das Zusammenführen dieser beiden Serien, mit der richtigen Feinabstimmung in Sachen Performance, zur vielleicht spektakulärsten Motorsport-Kategorie nach der Formel 1 führt. Natürlich ist die tatsächliche Umsetzung durchaus schwieriger, aber es besteht kein Zweifel daran, dass das beeindruckend ist. ‚CLASS 1‘ kann auch den Herstellern mehr bieten: Sie können dadurch ein Programm haben, das auf zwei Kontinenten läuft, was natürlich finanziell sinnvoller ist. Das ist eine laufende Diskussion, die wir mit den Herstellern führen. Es wäre großartig zu sehen, wenn einige japanische Autos in Europa in der DTM fahren und DTM-Hersteller in Japan Rennen fahren würden.“

Wie geht es mit dem „CLASS-1“-Reglement weiter?

„Wir wollen das Reglement weiterentwickeln. Es gibt viele Probleme, aber wir arbeiten eng mit [dem SUPER-GT-Vorsitzenden, Masaaki] Bandoh-san zusammen. Wie wir in Japan gesehen haben, dauert dies lange, daher müssen wir Schritt für Schritt vorgehen. Vielleicht haben wir in ein paar Jahren eine bessere Antwort auf diese Frage.“

Wie fällt Ihr Fazit aus?

„Es ist fantastisch zu sehen, wie die Idee, die viele Jahre gereift ist, endlich Wirklichkeit wurde. Wir haben in Japan gezeigt, dass es die richtige Idee ist. Nach dieser Veranstaltung hoffe ich, dass wir alle aus dieser Erfahrung lernen, sie nutzen, verbessern und vorankommen können. Ich sehe definitiv eine große Zukunft in dieser Art von Rennen.“

SUPER-GT-Vorsitzender, Masaaki Bandoh & ITR Vorsitzender, Gerhard Berger

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