#DTM500 1988-1992: Verstärktes Engagement der Hersteller | DTM
2019-08-17 09:30:00

#DTM500 1988-1992: Verstärktes Engagement der Hersteller

#DTM500 1988-1992: Verstärktes Engagement der Hersteller

Die DTM wurde 1984 gegründet und entwickelte sich zur schnellsten und faszinierendsten Tourenwagenserie der Welt. Das Rennen am Sonntag, den 25. August, auf dem Lausitzring ist der 500. Lauf in der Geschichte der Serie.

 

 

 

Die DTM hat eine lange und reiche Historie, geschmückt mit einzigartigen Geschichten von heldenhaften Fahrern, faszinierenden Autos und ereignisreichen und spannenden Rennen. Hier die ganze Historie zu erzählen, würde den Rahmen sprengen (hier geht’s zum ersten Teil). Dafür haben wir einige Fakten, Begebenheiten und Anekdoten herausgepickt, die jede Ära der Entwicklung der Serie wiedergeben.

 

In Teil 2 unserer Serie blicken wir zurück auf die Jahren 1988 bis 1992, in denen sich mehr und mehr Hersteller in der Serie engagierten und damit auch zur starken Entwicklung der DTM beitrugen. Oftmals unterstützten sie gleich mehrere Teams beim Einsatz der Autos. Die DTM war eine Erfolgsgeschichte, was nicht zuletzt der Live-TV-Berichterstattung in 3SAT zu verdanken war. Sogar zwischen den verschiedenen Reifenherstellern gab es einen harten Wettbewerb. Etablierte Fahrer feierten Erfolge, während auch aufstrebende Youngster auf sich aufmerksam machen konnten.

 

Titelerfolg zum Abschied

Im Jahr 1988 zeichnete sich deutlich das Ende der Turbomotoren in der DTM ab und so wurde Klaus Ludwig der bislang letzte Fahrer, der mit einem Turbomotor den DTM-Titel einfahren konnte, bis die Turbo-Triebwerke in diesem Jahr eine erfolgreiche Rückkehr in die DTM erlebten. Für Ludwig, der bereits in der Deutschen Rennsport-Meisterschaft der 1970er Jahre viele Erfolge gefeiert hatte und zweimal die 24 Stunden von Le Mans gewann, war der Titelgewinn mit dem Ford Sierra 1988 der erste seiner insgesamt drei Titel in der DTM.

 

Ein fesselndes Finale

Vor dem Finale der Saison 1988 in Hockenheim hatten vier Fahrer von drei verschiedenen Marken noch Titelchancen: BMW-Mann Markus Oestreich, Mercedes-Speerspitze Roland Asch und die beiden Ford-Fahrer Klaus Ludwig und Armin Hahne. Im ersten der beiden Rennen in Hockenheim verunfallte Oestreich nach einem Überholversuch gegen Kurt Thiim. Damit war er nicht nur aus dem Rennen, sondern verlor er auch die Führung in der Fahrerwertung an Ludwig. Auch der Sieg von Asch im letzten Rennen der Saison konnte den Titelgewinn für „König Ludwig“ nicht mehr verhindern: Für Ludwig reichte Platz fünf zur Meisterschaft.

Legendäres Ford-Trio: Armin Hahne, Klaus Niedzwiedz und Klaus Ludwig

 

Skandal in Salzburg

Der ultraschnelle Salzburgring in Österreich war Austragungsort für den zehnten Lauf der Saison 1988, aber die Veranstaltung entwickelte sich zum „Demolition-Derby“. Es wurden gleich mehrere Startversuche unternommen, die aber allesamt zu Kollisionen, einer blockierten Strecke, beschädigten Leitplanken und weiteren Problemen führten. Nach drei Anläufen wurde das erste Rennen abgesagt. Dann wurde ein Startversuch für das zweite Rennen unternommen, aber nachdem es auch hier zu einer Massenkarambolage kam, ließ man es doch lieber bleiben. Bis heute jedoch gibt es starke Vermutungen, dass die endgültige Absage letztendlich auch damit zu tun hatte, dass viele Fahrer gerne ihren Heimflug vom Salzburger Flughafen am Sonntagabend noch erreichen wollten...

 

Die lange Strecke

1988 war auch das erste Jahr, in dem die DTM auf der Nordschleife im Rahmen des 24-Stunden-Rennens an den Start ging. Ford-Fahrer Armin gewann beide Rennen.

 

Hier kommt Kurt

Am Rennwochenende 1989 auf dem Norisring erlebte Mercedes-Fahrer Kurt Thiim einen bemerkenswerten Zwischenfall im ersten Rennen: Ein Reifenstapel war auf der Strecke gelandet und Thiim konnte den Aufprall nicht verhindern. Durch den Rückschlag des Lenkrads brach sich der Däne dabei die Hand, fuhr aber weiter und sicherte sich den Sieg.

 

Limousine

Obwohl er nicht unbedingt als Rennauto aussieht, war der wuchtige V8 quattro das Fahrzeug, das sich Audi für die DTM-Premiere 1990 ausgesucht hatte. Die Ingolstädter Marke hatte sich nach Titelerfolgen in den Trans-Am- und IMSA-GTO-Serien in den USA in den beiden Jahren zuvor zum Einstieg in der DTM entschieden. Trotz der schieren Größe des Fahrzeugs war der V8 sehr erfolgreich: Hans-Joachim Stuck gewann 1990 den Titel, Frank Biela wurde damit 1991 DTM-Gesamtsieger.

Allrad-Antrieb: Der einzigartige Audi V8 quattro dominierte 1990 und 1991

 

Der Weltmeister als Rennsieger

Walter Röhrl, Rallye-Weltmeister mit Fiat 1980 und Opel 1982, ist natürlich vor allem für seine Erfolge im Rallyesport bekannt. Dass der Bayer, der auch mit dem Audi quattro erfolgreich war, auch auf der Rundstrecke bestens zu Recht kam, beweis er mit seinem DTM-Sieg auf dem Nürburgring 1991 im V8 quattro. Damit ist Röhrl einer von fünf Automobil-Weltmeistern, die in der DTM Rennen gewonnen haben. Die anderen sind Hans-Joachim Stuck (Sportwagen-Weltmeister), Mika Häkkinen und Keke Rosberg (jeweils F1-Weltmeister) und Roberto Ravaglia (Tourenwagen-Weltmeister).

 

Auf dem Dach ins Ziel

Der österreichische Routinier Dieter Quester sorgte für einen der spektakulärsten Zieleinläufe der Motorsport-Geschichte. Im ersten Rennen auf der Avus 1990 verlor er in der letzten Kurve vor Start und Ziel die Kontrolle über seinen BMW M3. Beim Einschlag in die Leitplanken legte sich das Auto aufs Dach und glitt so über die Ziellinie! Das Rennen wurde mit der roten Flagge abgebrochen und wie in solchen Fällen üblich bestimmte die Reihenfolge in der vorhergehenden Runde das Ergebnis. Daher wurde Quester noch als Dritter gewertet!

 

Privatfahrer-Power

Im zweiten Rennen auf der Avus 1990 sorgte der Deutsche Frank Schmickler mit Platz vier im BMW M3 für Aufsehen. Während zu der Zeit die werksunterstützten Teams schon einen großen Teil des Starterfeldes ausmachten und sich meistens die vorderen Plätze sicherten, war Schmickler ein reiner Privatfahrer, was seiner Leistung noch mehr Glanz verlieh.

 

Gastfahrer

Michael Schumacher, zu jener Zeit Stammfahrer im Sportwagenteam von Mercedes-Benz, ging beim DTM-Saisonfinale 1990 auf dem Hockenheimring als Gastfahrer an den Start. Im ersten Rennen kollidierte er mit Tabellenführer Johnny Cecotto. Infolgedessen verlor der Venezolaner die Tabellenführung und letztendlich auch den Titel an Hans-Joachim Stuck. Nur wenige Wochen vor seinem Formel-1-Debüt startete Schumacher 1991 auf dem Norisring und in Diepholz bei zwei weiteren DTM-Veranstaltungen.

Vor der Formel-1-Karriere: Michael Schumacher für Mercedes-Benz in der DTM am Start

 

Einladungsrennen

Einladungsrennen haben in der DTM eine lange Tradition. Die ersten Veranstaltungen waren die ITR-Gold-Cup-Rennen 1991 in Brünn und Donington, bei denen es einen ordentlich gefüllten Preisgeldtopf gab. Audi-Fahrer Frank Biela wurde der erste Gold-Cup-Gewinner, Peter Zakowski war bester Privatfahrer.

 

Ladies first

Vom Formel Ford über Lkw und Off-Road-Autos bis hin zu Stockcars ist Ex-Chemiestudentin Ellen Lohr schon fast alles gefahren, aber bekannt ist sie vor allem als erste – und bislang einzige – Rennfahrerin, die einen Sieg in der DTM einfahren konnte. Im Mercedes-Benz 190 gewann sie im Frühjahr 1992 das erste Rennen in Hockenheim – nachdem sie zuvor niemand geringeren als Ex-F1-Weltmeister Keke Rosberg resolut aus dem Weg gerempelt hatte.

Ellen Lohr, super glücklich. Keke Rosberg, nicht sehr glücklich.

 

„König Ludwig“

Mit zwei Titeln in den DTM-Jahren 1988 bis 1992, mit Ford 1988 und mit Mercedes-Benz 1992, ist Klaus Ludwig auch wenn es um die Anzahl der Rennsiege geht, der erfolgreichste Fahrer in diesem Abschnitt der DTM-Historie. In den fünf genannten Jahren gewann er nicht weniger als 21 Rennen. Dahinter folgt Johnny Cecotto mit 13 Rennsiegen.

„König Ludwig“ regierte in den späten achtziger und frühen neunziger Jahren

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