#DTM500 2000–2012: Neustart zum Millenniumswechsel | DTM
2019-08-24 07:45:00

#DTM500 2000–2012: Neustart zum Millenniumswechsel

#DTM500 2000–2012: Neustart zum Millenniumswechsel

Die DTM wurde 1984 gegründet und entwickelte sich zur schnellsten und faszinierendsten Tourenwagenserie der Welt. Das Rennen am Sonntag, den 25. August, auf dem Lausitzring ist der 500. Lauf in der Geschichte der Serie.

In Teil vier blicken wir auf die Jahre von 2000 bis 2011. Während der dreijährigen Zeit ohne DTM (1997–1999) wurde vielen Menschen in Deutschland bewusst, wie sehr sie die DTM vermissten. Anders als in anderen europäischen Ländern wie Frankreich, Großbritannien, Italien und Spanien konnten sich die Zweiliter-Supertourenwagen in Deutschland nie wirklich durchsetzten, da die deutschen Motorsport-Fans wesentlich größere und kraftvollere Tourenwagen gewohnt waren. Und sie hofften auf eine Rückkehr, in welcher Form auch immer.

Schon bald wurden Pläne für ein Comeback der DTM geschmiedet, allerdings mit bedeutend restriktiverem Regelwerk, um eine Ausuferung der Kosten und somit eine Wiederholung der Situation, die 1996 zum Ende der Serie geführt hatte, vorzubeugen.

Es dauerte nicht lange, bis sich Mercedes-Benz und Opel zur neuen Serie bekannten. Als Privatteam stieß auch die Abt-Mannschaft mit einem zum größten Teil selbst entwickelten Tourenwagen-Version des Audi TT dazu.

Im Jahr 2000 erlebte die DTM ein spektakuläres Comeback und fand schon bald zur alten Stärke zurück. Live-TV-Berichterstattung, ein starkes, internationales Fahrerfeld und ein intensiver Wettbewerb waren die Schlüssel zum Erfolg. Ab 2004 beteiligte sich Audi offiziell als Hersteller. Ende 2005 beendete Opel sein Engagement und Pläne von MG für Teilnahme an der Serie wurden nach der Insolvenz des Unternehmens nicht umgesetzt. Allerdings sorgten auch Audi und Mercedes für spektakuläre Rennen. Für 2012 zeichnete sich außerdem die Perspektive der Rückkehr von BMW ab. Die DTM zeigte ein gesundes Wachstum und gastierte auch zunehmend außerhalb von Deutschland.

 

Die größte Rückkehr seit Elvis Presley

Während die vom ADAC ausgerichtete Super-Tourenwagen-Serie in den Jahren 1998 und 1999 das offizielle Prädikat der deutschen Meisterschaft hatte, wurde im Hintergrund hart an der Rückkehr der DTM gearbeitet. Die wichtigsten Initiatoren dabei waren Ex-Fahrer Christian Danner, Fernsehkommentator Rainer Braun, Technikexperte Michael Bernard und TV-Regisseur Bernd Krämer. Schon bald sagten Opel mit Sportchef Volker Strycek an der Spitze und Mercedes-Benz mit Norbert Haug ihre Unterstützung zu.

Opel hat bereits Ende 1998 bei der Saisonabschlussparty im Tarm-Center in Bochum eine Konzeptstudie für einen Tourenwagen auf Basis des Astra Coupé vorgestellt. Mercedes folgte mit einer CLK-Studie, die 199 auf der Internationalen Automobil-Ausstellung IAA in Frankfurt präsentiert wurde.

Die beiden Marken waren die treibenden Kräfte hinter dem Comeback der DTM. Auch die Dachorganisation ITR wurde wiederbelebt und übernahm die Ausrichtung und Promotion. Die Präsentation fand auf dem Gendarmenmarkt in Berlin statt, die ersten Rennen folgten Ende Mai in Hockenheim.

 

Abt bereitet den Weg für Audi

Nach dem Titelgewinn in der deutschen STW-Serie mit Christian Abt 1999 zeigte das Abt Sportsline-Team reges Interesse an den Plänen für die neue DTM. Rechtzeitig für die Saison 2000 entwickelten die Allgäuer eine Rennversion des Audi TT.

Im ersten Jahr konnte das Privatteam noch nicht ganz mit der Entwicklung der Konkurrenz mithalten, aber der TT, in leicht gestreckter Ausführung, feierte im darauffolgenden Jahr bereits den ersten Rennsieg und wurde 2002 mit Laurent Aïello am Steuer zum Meisterauto der DTM.

Diese Leistungen trugen auch maßgeblich dazu bei, Audi vom werksseitigen Einstieg für das Jahr 2004 zu überzeugen.

 

Die Flügeltüren fallen auf

Der Mercedes-Benz 300 SL ist wohl das berühmteste Auto mit Flügeltüren in der Geschichte des Automobils, aber auch in der DTM gab es eine solche Vorrichtung. Am Norisring im Jahr 2000 hatte Joachim Winkelhock im Opel Astra V8 Coupé die Pole-Position erobert und sorgte im Warm-Up am Sonntagmorgen für Aufsehen, indem er die neuen Flügeltüren seines Autos präsentierte.

 

Absage wegen Regens

In der ersten Saison der sogenannten „neuen DTM“ war auch der zuvor in jenem Jahr eröffnete Lausitzring bereits im Kalender. Das Rennen fand jedoch nie statt. Sintflutartiger Regen sorgte für stehendes Wasser auf der Strecke und nach einigen Runden hinter dem Safety Car war es klar, dass es zu gefährlich gewesen wäre, die Rennen zu starten.

 

Die spektakulärste Entscheidung

An spannenden Positionskämpfen mangelte es in der DTM ohnehin noch nie, aber zu den spektakulärsten Entscheidungen in der Geschichte der Serie gehört sicherlich das Duell zwischen Mercedes-Fahrer Uwe Alzen und Christian Abt im Abt-Audi TT im Kampf um den Sieg im Hauptrennen in Zandvoort 2001.

Nach seinem Sieg im Qualifikationsrennen schien Abt ebenfalls auf dem Weg zum Sieg im Hauptrennen, aber nach einem harten Kampf mit reichlich Kontakt setzte sich Alzen in der letzten Runde mit einem spektakulären Überholmanöver durch und sicherte sich daraufhin den Sieg. Nach dem Überfahren der Ziellinie fuhr Abt Alzen einmal mehr ins Auto – und erklärte später, dass er Alzen mit diesem Manöver zum Sieg gratulieren wollte.

 

Ins Ausland

Im Jahr des Comebacks fuhr die DTM ausschließlich in Deutschland, aber schon bald wurde es klar, dass das internationale Interesse stetig wuchs. Daher wurden für das Jahr 2001 Rennen in Österreich und in den Niederlanden in den Kalender aufgenommen. Weitere Veranstaltungen in Belgien und Großbritannien folgten 2002. Auch in Portugal, Italien, Tschechien, der Türkei, Frankreich und Spanien wurden bis 2011 Rennen der DTM ausgetragen.

 

Alle sagen China, China

Als eine der wichtigsten Automobilmärkten weltweit kam natürlich auch China in den Genuss von DTM-Rennen. 2004 fand auf einem Straßenkurs im Schanghai-Stadtteil Pudong ein Einladungsrennen statt, mit dem Oriental-Pearl-Fernsehturm als Wahrzeichen im Hintergrund. Das erste Rennen wurde unterbrochen und nicht wieder gestartet, nachdem ein Gullydeckel beim Start erhebliche Schäden am Mercedes von Bernd Mayländer verursacht hatte. Gary Paffett gewann das zweite Rennen.

2010 war Schanghai Gastgeber für das Saisonfinale, in dem Platz zwei für Paul Di Resta zum Titelgewinn reichte. Der Sieger war einmal mehr Gary Paffett.

 

Von der F1 in die DTM

Nach der Teilnahme an nicht weniger als 201 Formel-1-Grands-Prix wechselte der Franzose Jean Alesi 2002 zu Mercedes in die DTM. Er startete seine DTM-Karriere mit einem Podiumsplatz: Beim Auftakt in Hockenheim wurde er Dritter.

Nach dem Rennen warf er vor lauter Freude und Begeisterung seinen Helm ins Publikum. Zwei Rennen später sicherte er sich seinen ersten DTM-Sieg in Donington. Der Franzose wiederholte im darauffolgenden Jahr seinen Erfolg in Leicestershire und gewann auch das Saisonfinale 2003 sowie den Auftakt 2005, jeweils in Hockenheim.

2004 erlebte der zweimalige Formel-1-Weltmeister Mika Häkkinen seinen Einstand in der DTM, ebenfalls mit Mercedes-Benz. Der Finne feierte in Spa 2005 seinen ersten Sieg und gewann auch 2007 auf dem Lausitzring und in Mugello. Viele weitere Ex-F1-Fahrer starteten in diesen Jahren ebenfalls in der DTM: Pedro Lamy, Karl Wendlinger, Heinz-Harald Frentzen, Ralf Schumacher und Allan McNish konnten aber keine Rennen gewinnen.

 

Von der DTM in die F1

Viele Ex-Grand-Prix-Fahrer fanden also ihren Weg in die DTM, aber es funktionierte auch in die andere Richtung.

Der junge Niederländer Christijan Albers schien 2003 im Mercedes-Benz auf dem besten Weg zum DTM-Titelgewinn, aber ein Reifenschaden beim Saisonfinale in Hockenheim brachten ihn um seine Chancen. So sicherte sich Routinier Bernd Schneider schließlich den Titel, obwohl er nur zwei Rennen gewann und Albers vier.

Nach einer weiteren Saison in der DTM schaffte Albers den Sprung in die Formel 1, konnte dort aber nicht überzeugen. Ein weiterer Fahrer, der von der DTM in die Formel 1 aufstieg, war Paul Di Resta, der nach seinem DTM-Titelgewinn 2010 erfolgreich für Force India fuhr.

 

Der Rasenmähermann

Heinz-Harald Frentzen hat zwar nie ein DTM-Rennen gewonnen, feierte aber dennoch einmal einen Sieg im Rahmenprogramm einer DTM-Veranstaltung: Am Samstag vor dem Saisonfinale 2005 in Hockenheim setzte er sich bei einem vielbeachteten Rasenmäher-Rennen im Motodrom von Hockenheim gegen SWR3-Radiomoderator Volker Janitz durch.

 

Frentzens Rasenmäher, in den gleichen Farben wie sein damaliger Opel Vectra, wurde vom Holzer-DTM-Team vorbereitet, während sich das Abt-Audi-Team um Janitz’ Rasenmäher gekümmert hatte.

 

Audi zieht die Autos zurück

Eine Situation, die es vorher so noch nicht gegeben hatte, ergab sich beim vorletzten Rennen der Saison 2007 auf dem Circuit de Catalunya in Barcelona.

Nach mehreren Rangeleien mit Mercedes-Fahrern in der ersten Rennhälfte entschloss sich Audi, aus Protest gegen die Fahrweise der Stuttgarter Konkurrenz, sämtliche Autos aus dem Rennen zu nehmen. Nach entsprechender Anweisung parkten alle Audi-Fahrer neun Runden vor Schluss ihre Autos in der Box.

 

Die Sicherheitsmaßnahmen funktionierten

Der größte Unfall in den ersten zehn Jahren der „neuen“ DTM war sicherlich der Crash von Alexandre Prémat im vorletzten Lauf der Saison 2010 auf dem Adria Raceway in Italien. Am Ende der ersten Runde geriet das Auto des Franzosen von der Strecke und überschlug sich mehrmals, wobei es sich in seine Einzelteile zerlegte.

 

Das Auto war ein Totalschaden, aber Prémat konnte unverletzt aussteigen. Gleiches galt für Opel-Fahrer Peter Dumbreck, der ausgangs der letzten Kurve vor Start und Ziel in Zandvoort 2004 einen schweren Crash erlebte.

 

Von zwei zu vier Türen

In den ersten drei Jahren nach der Rückkehr der DTM füllten mit dem Mercedes-Benz CLK, dem Opel Astra Coupé und dem Audi TT zweitürige Coupés das Feld. 2004 kamen erstmals viertürige Limousinen zum Einsatz: Mercedes-Benz C-Klasse, Opel Vectra und Audi A4.

 

Drei Fahrer besonders erfolgreich

Die drei erfolgreichsten Fahrer dieser Ära waren Bernd Schneider (19 Siege), Gary Paffett (18) und Mattias Ekström (17).

Wenig überraschend war es Mercedes-Benz, das in diesen Jahren die meisten Rennsiege verbuchte. Die Gesamtzahl von 80 Siegen ist fast doppelt so viel wie die 42 Siege für Audi (Abt-Audi und Werks-Audi zusammen).

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