#DTM500 – „Ich bin selber überrascht, wieviel ich erreicht habe“ | DTM
2019-08-19 12:00:00

#DTM500 – „Ich bin selber überrascht, wieviel ich erreicht habe“

#DTM500 – „Ich bin selber überrascht, wieviel ich erreicht habe“

Die DTM feiert Jubiläum: Am 25. August steht auf dem Lausitzring das 500. Rennen der 1984 gegründeten Rennserie an. Grund genug für DTM.com, mit den beiden erfolgreichsten Fahrern der DTM zu sprechen: Bernd Schneider und Klaus Ludwig. Wir beginnen mit dem Saarländer Schneider, der mit fünf Titeln und 43 Siegen beide Bestenlisten anführt. Folgerichtig trägt er den Titel „Mr. DTM“.

Das Gespräch mit dem dreimaligen Champion Ludwig gibt es hier.

 

Die DTM bestreitet ihr 500. Rennen. Welche Gedanken löst das bei Dir aus?

Bernd Schneider: „Ich finde es gigantisch, dass es das 500. Rennen gibt. In den Jahren, in denen ich gefahren bin, hieß es mehrfach, es sei das letzte Jahr der DTM. Deshalb freut es mich umso mehr, dass die DTM ihr 500. Rennen feiert und die Serie so gut dasteht, wie noch nie. Es macht mir riesig Spaß, mir die Rennen anzuschauen.“

 

Bist Du stolz, ein bedeutender Teil der Historie dieser Rennserie zu sein?

„Ich bin sehr stolz darauf, einen Teil der DTM-Geschichte mitgeschrieben zu haben, vor allem jetzt mit etwas Abstand. Es sind ja inzwischen elf Jahre, die ich nicht mehr dabei bin. Ich bin selber überrascht, wie stark ich an der DTM teilhatte und wieviel ich erreicht habe.“

Die Anfänge: Bernd Schneider (r.) mit seinen Ford-Teamkollegen Manuel Reuter (l.) und Walter Mertes

 

Was ist die prägendste Erinnerung an Deine Zeit in der DTM?

„Ich werde oft nach meinen schönsten Erinnerungen gefragt. Das ist so ähnlich, als würde man mich fragen, welches meiner drei Kinder ich am liebsten habe. Die DTM hat mir zu jeder Zeit meiner Karriere unglaublich schöne Erinnerungen bereitet. Ich bin froh, dass wir bei Mercedes immer Leute dabeihatten, die alles dokumentiert haben. So habe ich viele schöne Fotos von Wolfgang Wilhelm und Jahresfilme von Helmut Deimel, die er mir zu meinen Meisterschaften gemacht hat. Ab und zu sitze ich mit meiner kleinen Tochter auf dem Sofa und schaue die Jahresfilme. Wir haben dann beide Tränen in den Augen – sie ist dann traurig, weil ich nicht mehr fahre, und bei mir kommen unglaublich schöne Momente wieder hoch. Aber es gibt nicht den einen Moment.“

 

Das heißt, die Frage nach Deinem schönsten Sieg ist damit auch unangebracht?

„Ja, das ist nicht zu beantworten. Ich hatte wirklich einige unglaubliche Rennen. Die schönsten Siege waren die, die unerwartet kamen – aber auch davon gab es einige. Was für mich extrem wichtig war, war 1995 die erste Meisterschaft zu gewinnen, weil 1994 eine schwierige Saison war. Meine höchste Konzentration habe ich auf die Meisterschaft 2000 gelegt. Ich wollte unbedingt im Jahr des Millenniums beim Neuanfang der DTM die Meisterschaft gewinnen – was mir dann auch gelungen ist. Ich habe mich in der ganzen Zeit noch nie auf eine Saison so vorbereitet wie 2000.“

Glorreiche Zeiten: Schneider dominierte die Saison 1995

 

Du hast fast alle Fahrzeug-Generationen erlebt. Die Autos der späten 80er und frühen 90er Jahre, dann die erste Klasse-1-Generation, anschließend die High-Tech-Autos von 1995 und 1996 und schlussendlich die V8-Autos der „neuen“ DTM ab 2000. Welches Auto hat dir am besten gefallen?

„Es gibt zwei Autos, die mir besonders am Herzen liegen. Zum einen mein 1995er Meisterauto, mit dem Gerhard Ungar sein Meisterstück abgeliefert hat. Das Auto war einfach eine Benchmark. Niemand hat damals geglaubt, dass man mit einem Hecktriebler konkurrenzfähig gegen die Allradautos von Alfa Romeo und Opel sein kann. Mein Lieblingsauto aus der neuen DTM ist ganz klar das 2006er-Auto mit der 8-in-1-Auspuffanlage. Damit habe ich meinen letzten DTM-Titel errungen. Das ist meine Traumauto, ich hätte es gerne in meinem Besitz, aber es steht im Museum und Mercedes rückt es nicht raus. Dafür darf ich es ab und zu bei historischen Veranstaltungen bewegen.“

Lieblingsauto: Die AMG-Mercedes C-Klasse von 2006

 

Wenn Du heute zurückdenkst, wer war Dein härtester Rivale?

„Ich hatte immer ziemlich gute Teamkollegen, mit denen kann man sich am besten vergleichen, weil sie das gleiche Material haben. Für mich war in der „alten“ DTM Klaus Ludwig der Mann, den es zu schlagen galt. Er war ganz klar die Nummer eins im Tourenwagensport und auch im Sportwagen, damit war er die absolute Messlatte für mich. Meine ersten grauen Haare habe ich durch Dario Franchitti bekommen, der 1995 in die DTM kam und direkt mal das Auto auf Pole Position gestellt hat. Er war in der alten DTM dann mein härtester Gegner. Aber es gab auch außerhalb von Mercedes starke Konkurrenten: Ich hatte mit Manuel Reuter, Nicola Larini oder Alessandro Nannini mega-schöne Kämpfe. In der neuen DTM nach 2000 waren meine härtesten Konkurrenten wieder im eigenen Lager: Jamie Green, Bruno Spengler, Gary Paffett – als sie als junge Talente aus der Formel 3 kamen. Da habe ich gemerkt, dass die Luft dünner wird. Nicht weil, ich langsamer wurde, sondern weil Mercedes in der Zeit ein unglaublich starkes Fahrer-Lineup hatte. Mika Häkkinen war ja auch dabei.“

Rivalen im eigenen Stall: Mika Häkkinen (l.) und Bruno Spengler

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