Ein Spa-Wochenende für die DTM | DTM
2019-08-01 08:15:00

Ein Spa-Wochenende für die DTM

Ein Spa-Wochenende für die DTM

Gib einem DTM-Fahrer ein freies Wochenende, und die Chance, dass er trotzdem in einem Rennauto sitzt, ist recht groß.

Am vergangenen Wochenende versammelten sich 72 Fahrzeuge für die 71. Auflage des jährlichen 24-Stunden-Rennens von Spa-Francorchamps. Ein Drittel der diesjährigen DTM-Fahrer ging auch beim GT-Klassiker in den belgischen Ardennen an den Start, drei DTM-Teams nahmen am Rennen teil.

Die 24 Stunden von Spa-Francorchamps wurden erstmals im Jahr 1924 ausgetragen und damit ist die Veranstaltung nur ein Jahr jünger als das Rennen in Le Mans. Anders als beim Rennen in Frankreich jedoch, dass nur während der Kriegsjahre und unmittelbar danach nicht ausgetragen wurde, weist die Geschichte des belgischen Marathons mehrere Lücken auf. In den Jahren 1934, 1935 und 1937 sowie von 1954 bis 1963 fand in den Ardennen kein 24-Stunden-Rennen statt. Seit 1964 ging das Rennen allerdings jedes Jahr über die Bühne.

 

Ein Blick in die Geschichte

Alfa Romeo war in den Anfangsjahren der Veranstaltung recht erfolgreich: Die Modelle 6C und 8C erreichten zwischen 1928 und 1938 insgesamt sieben Siege, nur unterbrochen vom Einzelerfolg für einen Mercedes-Benz SSK im Jahr 1931.

Für einen großen Teil der 1960er und 70er Jahre war das Rennen im Kalender der Tourenwagen-Europameisterschaft. Ein Porsche 911 wurde jedoch auch als Tourenwagen betrachtet, wie drei Siege in Folge für Porsche-Teams in den Jahren 1967 bis 1969 beweisen.

BMW und Ford dominierten während der Tourenwagen-Ära weitestgehend das Geschehen. Es gab legendäre Siege für die mächtigen 3.0 CSL und die formschönen Ford Capri. Danach folgten Siege für die BMW 5er-Limousinen, die 635 CSi Coupé und die legendären M3 E30 sowie für die Modelle 318 und 320 in der Zweiliter-Super-Tourenwagen-Ära.

 

Ein Wechsel zu den GT-Fahrzeugen

Nach dem Ende der Super-Tourenwagen-Klasse konnten sich die kleineren produktionsnahen Tourenwagen nie durchsetzen, da sie einfach nicht die Faszination von vorherigen Tourenwagen-Generationen vermittelten. Der Rennsport mit GT-Fahrzeugen befand sich hingegen nach dem Start des neuen Millenniums eindeutig im Aufwind. Daraufhin übernahm der Franzose Stéphane Ratel im Jahr 2001 mit seiner gleichnamigen Organisation SRO die Ausrichtung und Vermarktung des Rennens. Für die neun darauffolgenden Jahre war das Rennen der Saisonhöhepunkt der FIA-GT-Meisterschaft. Eindrucksvolle Sportwagen wie Chrysler Viper, Ferrari 550 Maranello, Chevrolet Corvette und Maserati MC12 feierten Erfolge. Im Jahr 2010 zählte das Rennen nicht zu einer Meisterschaft. Seit 2011, als Autos nach GT3-Reglement erstmals die Spitzenklasse bildeten, sind die 24 Stunden von Spa-Francorchamps Teil der Blancpain-GT-Serie.

 

Eine enge Verbindung zur DTM

Mit insgesamt 24 Siegen, 21 bei den Tourenwagen und drei bei GT-Rennen, ist BMW erfolgreichster Hersteller in der Geschichte der 24 Stunden. In den GT3-Jahren hat Audi vier Siege eingefahren.

Gerhard Berger, Vorsitzender der DTM-Dachorganisation ITR, (unten rechts) gewann 1985 die 24 Stunden von Spa. Er teilte sich den BMW 635 CSi zusammen mit Marc Surer und Roberto Ravaglia (unten links, 1985), wobei letzterer vier Jahre später den DTM-Titel gewann. Weitere DTM-Champions auf der Siegerliste von Spa sind Bernd Schneider, Mattias Ekström, Timo Scheider und René Rast. Der Belgier Vincent Vosse, der aktuell das WRT-Team leitet, ist auch ein ehemaliger Sieger des Langstreckenklassikers in den Ardennen.

 

Das Rennen 2019 im Focus

Das diesjährige Rennen wartete mit einem Rekord-Teilnehmerfeld von 72 GT3-Fahrzeugen auf. 36 davon starteten in der Pro-Klasse und hatten somit Chancen auf den Gesamtsieg. Sechs Fahrer aus dem DTM-Feld nahmen am Rennen teil. Von den DTM-Teams waren WRT und Phoenix Racing, jeweils mit Audi, sowie R-Motorsport mit Aston Martin vertreten.

Wie so oft in Spa gehörte das Wetter zu den wichtigsten Gesprächsthemen. Bei der Parade am Mittwoch und bei den Trainingssitzungen und dem Qualifying am Donnerstag und Freitag gab es noch Rekordwerte von bis zu 41 Grad. Beim Rennen hingegen dominierte Regen das Geschehen. Nach einem Schauer in der ersten Nachmittagshälfte am Samstag startet das Rennen hinter dem Safety-Car. Beim Einbruch der Dunkelheit kehrte auch der Regen zurück und wurde im Laufe der Nacht immer stärker.

Stehendes Wasser und Aquaplaning brachten den Renndirektor schließlich dazu, das Rennen um 5.45 Uhr zu unterbrechen. Erst ab 11.30 Uhr konnte wieder gefahren werden, was zu einem Fünf-Stunden-Sprint bis zur Zielflagge führte. Porsche-Teams sorgten für einen Doppelsieg für den Hersteller aus Stuttgart, gefolgt vom Black-Falcon-Mercedes, in dem Ex-DTM-Fahrer Maro Engel zum Aufgebot gehörte.

Selbstverständlich beobachteten wir die DTM-Fahrer im Feld mit besonderem Interesse. So haben sie abgeschnitten:

 

Robin Frijns, Nico Müller, René Rast

Auto                                            #1 Audi Sport Team WRT Audi R8 LMS GT3

Klasse                                        Pro

Ergebnis gesamt                        23. (DNF)

Ergebnis Klasse                         21.

 

Mit Robin Frijns, Nico Müller und René Rast schlossen sich drei der aktuellen Audi-DTM-Fahrer zur Fahrerbesetzung eines der offiziell unterstützten Audi R8 LMS GT3 zusammen, der vom belgischen Team WRT eingesetzt wurden.

Müller fuhr das Auto in der Super-Pole-Session am Freitagabend und sicherte sich Rang sieben in der Startaufstellung. Im Rennen fuhr das Auto lange Zeit in der Spitzengruppe und schien auf dem Weg aufs Podium, da das Team, im Gegensatz zu einigen Konkurrenten, zum Zeitpunkt der Unterbrechung des Rennens bereits den fünfminütigen Pflichtboxenstopp absolviert hatte.

Tatsächlich führte der Audi am Sonntagnachmittag lange Zeit das Feld an, bis Müller bei der Verteidigung seiner Platzierung gegen die aufstrebenden Porsche, die bei wechselhaften Bedingungen schnell unterwegs waren, bei Les Combes die Kontrolle über sein Auto verlor und in die Reifenstapel fuhr. Müller konnte das Rennen fortsetzen und auch Frijns und Rast absolvierten noch ihre Stints. Das Podium schien immerhin in Reichweite, bis Rast Opfer eines anderen Fahrers wurde, der von der Strecke kam und den Audi traf.

Damit war das Rennen für das Trio vier Runden vor Schluss beendet.

 

Jake Dennis

Auto                                            #76 R-Motorsport Aston Martin

Klasse                                         Pro

Ergebnis gesamt                         19.

Ergebnis Klasse                          17.

 

Der Brite Jake Dennis teilte sich einen der beiden R-Motorsport-Aston Martin Vantage GT3 in der Pro-Klasse mit seinem Landsmann Alex Lynn und dem jungen Deutschen Marvin Kirchhöfer.

Dennis startete in der Super-Pole-Session und stellte das Auto als schnellsten Aston Martin in Qualifying auf Startplatz 13. In den ersten Rennstunden arbeitete sich das Team stark nach vorne. Beim Anbruch der Dunkelheit fuhr der Aston Martin sogar an dritter Stelle, aber zwei ungeplante Boxenstopps wegen eines nicht korrekt montierten Reifensatzes sorgten für Zeitverlust und zerstörten jegliche Hoffnung auf eine gute Platzierung.

Ein ungünstiges Timing des fünfminütigen Pflichtstopps war ebenfalls wenig hilfreich. Somit kam das Team lediglich auf Platz 17 in der Klasse ins Ziel.

 

Jamie Green

Auto                                            #129 Montaplast by Land Motorsport Audi R8 LMS GT3

Klasse                                         Pro

Ergebnis gesamt                         14.

Ergebnis Klasse                          14.

 

„Wenn ich es ins Ziel schaffe, wird das meine erste Zielankunft bei einem 24-Stunden-Rennen. Ich habe bislang allerdings nur zwei solche Rennen bestritten“, sagte der Brite Jamie Green vor dem Rennen.

Er wurde in letzter Minute als Ersatz für den Argentinier José María López, der ursprünglich genannt wurde, in die Fahrerbesetzung des Montaplast-by-Land-Motorsport-Audi aufgenommen. Greens Teamkollege waren der Audi-GT-Routinier Christopher Mies und das Schweizer Jungtalent Riccardo Feller.

Im Vorjahr war das Land-Team mit Rang drei bestplatziertes Audi-Team in Spa. In diesem Jahr qualifizierte Green das Auto in der Super-Pole für Startplatz 17. Im Rennen gab es mehrere Zwischenfälle, darunter Durchfahrtsstrafen für inkorrekte Boxenstoppabläufe sowie Geschwindigkeitsüberschreitungen bei gelben Flaggen, die einen Aufmarsch verhinderten. Das Team belegte beim Zieleinlauf Platz 14, aber immerhin hatte es Green ins Ziel geschafft!

 

Ferdinand von Habsburg

Auto                                            #762 R-Motorsport Aston Martin Vantage GT3

Klasse                                        Silver Cup

Ergebnis                                    DNF

Ergebnis Klasse                         DNF

 

Für den Österreicher Ferdinand von Habsburg, der sich den R-Motorsport-Aston Martin im ‚Silver Cup’ mit dem Briten Ricky Collard, dem Schweizer Hugo de Sadeleer und dem Finnen Aaro Vainio teilte, war das Rennen in Spa bereits beendet, bevor er überhaupt nur im Auto gesessen war.

In der zweiten Rennstunde kollidierte sein Teamkollege Collard Ausgangs der La-Source-Haarnadelkurve mit einem Kontrahenten. Das Auto war so stark beschädigt, dass Reparatur vor Ort keinen Sinn machte.

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