Ein stolzer Spanier | DTM.com | Die offizielle Webseite
2018-06-26 15:30:00

Ein stolzer Spanier

Ein stolzer Spanier

Grande. Enorme. Enhorabuena. Großartig, Gewaltig. Glückwunsch. Daniel Juncadella ist am Ziel seiner Träume – nach 64 Rennen in der DTM. Der 27-Jährige fuhr am Sonntag am Norisring seine erste Pole-Position und veredelte Startplatz eins anschließend mit Rang drei und seinem ersten Podiumsplatz. Der Spanier war sichtbar stolz.

Seine Premiere in der Tourenwagenserie hatte er am 5. Mai 2013 beim Rennen am Hockenheimring. Vier Jahre lang fuhr Juncadella zumeist im hinteren Teil des Feldes herum. 16, 18, 20 und 24 lauteten seine Platzierungen am Ende des Jahres in der Fahrerwertung. Ein klassischer Hinterbänkler. 2017 erhielt er kein Cockpit mehr bei Mercedes-AMG. Juncadella war zu einer einjährigen Auszeit in der DTM gezwungen. Erst der Abschied von Robert Wickens und Maro Engel eröffnete ihm eine neue Perspektive für 2018. Juncadella nutzte die Chance. Der Spanier suchte gar einen Psychologen auf, um die Kehrtwende zu schaffen.

Auf dem Stadtkurs in Nürnberg trat der stets bescheiden und zurückhaltend auftretende Juncadella ins Rampenlicht. Seine Worte wählte er mit Bedacht. „Ich hatte in den letzten Jahren immer Probleme im Qualifying. Ich habe mir immer viele Gedanken gemacht. Warum und wieso klappt das nicht? Es war bei mir auch eine Sache des Kopfes. Ich habe viel mit dem Psychologen zusammengearbeitet. Ich fühle mich jetzt sehr gut. Ich war im Qualifying jedes Wochenende einen Tick besser. Die Pole-Position am Norisring war mega. Das habe ich selbst in der Formel 3 hier nie erreicht. Das fühlt sich toll an.“

2016 hatte Juncadella den Glauben an sich verloren

Als Letzter der DTM-Fahrerwertung war Juncadella nach Mittelfranken angereist. Nach den 18 Punkten, die er am Wochenende zwischen Dutzendteich und Grundig-Kehre einsammelte, ist er nun schon Elfter mit insgesamt 27 Zählern. „Es ist alles sehr eng in dieser Serie. Es gibt 18 sehr gute Fahrer. Meine Teamkollegen waren alle in den Top acht und ich war Letzter. Wenn die Resultate nicht kommen, wirst du unsicher. 2016 hatte ich irgendwann nicht mehr an mich geglaubt. Und jetzt habe ich gesehen, es funktioniert doch. Das gibt mir sehr viel Kraft.“ Selbst ein Schlüsselbeinbruch kurz vor Start der Saison nach einem Sturz beim Training mit dem Mountainbike warf Juncadella in diesem Jahr nicht mehr aus der Bahn. „Ich habe immer weitergekämpft. Jetzt kommen auch Strecken, die mir sehr gut liegen. Ich freue mich auf Zandvoort.“

Juncadella trug dem toten Freund zu Ehren dessen T-Shirt

In die große Freude über den sportlichen Erfolg mischte sich auch die Trauer über den Verlust seines besten Freundes. Im November vergangenen Jahres starb Alex Libre bei einem Motorrad-Unfall. Ihm zu Ehren streifte er sich direkt nach der Siegerehrung noch auf dem Podium das T-Shirt seines verstorbenen Freundes mit dem Namenszug und der Startnummer 33 über. Das T-Shirt hatte Juncadella bereits die Nacht zuvor getragen. „Damit ist er Motocross gefahren. Sein Zwillingsbruder hatte es mir gegeben und gesagt, wenn du auf dem Podium bist, kannst du es anziehen. Ursprünglich wollte ich das Shirt bereits bei der offiziellen Siegerehrung tragen, aber das ging leider nicht. Ich denke viel an ihn. Ihm widme ich dieses Rennen.“

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