Erfahrungswerte statt Tests | DTM
2000-07-05 18:23:52

Erfahrungswerte statt Tests

Alle warten gespannt auf das Duell zwischen Opel und Mercedes-Benz auf dem Norisring. Nach den Rennen in Hockenheim und Oschersleben steht es zwei zu zwei zwischen "Stern" und "Blitz". Das Team AMG Mercedes, bisher zweimal siegreich mit Bernd Schneider, hat sich so gut wie möglich auf den traditionsreichen Stadtkurs vorbereit.

Nach der Opel-Dominanz in Oschersleben stehen die Mercedes-Teams unter Zugzwang. Für Bernd Schneider spielt der erhöhte Druck aber keine Rolle. "Generell ist das kein Thema, ob der Druck groß oder klein ist. Ich muss ja auch gegen meine eigenen Teamkollegen gewinnen, und das ist genau der gleiche Druck" Natürlich will Schneider das nächste Rennen gewinnen, doch noch wichtiger ist für ihn ein Mercedes-Sieg, denn "wenn Opel gewinnt, ist nicht nur bei mir die Stimmung schlecht, sondern auch die Stimmung im Team".

Die Ausgangsposition ist für alle Teilnehmer gleich. Seit Oschersleben hat kein Team getestet. Eine spezielle Vorbereitung auf den Norisring war für die Fahrer und Renningenieure nicht möglich. "Wir haben versucht, aus den Erfahrungswerten der Vergangenheit Dinge abzuleiten. Inwieweit das kompatibel ist mit den DTM-Fahrzeugen, das ist natürlich schwer zu sagen", erklärt Hans-Jürgen Mattheis, Teammanager bei AMG Mercedes. Die Fahrer wissen aus der Vergangenheit, dass es auf dem Norisring sehr heiß werden kann. Der 35-jährige Schneider hat sich dementsprechend vorbereitet: "Ich habe viel Fitnesstraining gemacht, denn die Temperaturen auf dem Norisring spielen immer eine große Rolle."

Keine Ausfälle zu erwarten
Die Streckenbeschaffenheit auf dem Norisring gibt immer wieder Rätsel auf, da über den Kurs das ganze Jahr normaler Berufs- und Schwerverkehr rollt. Dass die vielen Bodenwellen und Unebenheiten vermehrt zu mechanischen Ausfällen führen, hält Mattheis aber für unwahrscheinlich: "Die Autos sind robust genug. Was am Norisring immer ein Thema ist, sind die Bremsen, aber auch hier sind wir durch die Kohlefaser-Bremse sehr gut gewappnet."

Mit Ausfällen ist wohl eher beim Start zu rechnen, wobei Bernd Schneider die Rempeleien am Start für normal hält. "Wenn 15 Autos in einer Sekunde fahren, dann ist es einfach eng. Wenn es im Großen und Ganzen fair bleibt, dann ist das in Ordnung", sagt der Mercedes-Pilot. Der Start spielt für Schneider nicht die ganz große Rolle , weil es auf dem Norisring "nicht ganz so schlimm ist, wenn man beim Start Zweiter oder Dritter wird."

Topspeed oder Grip?
Bei der Abstimmung für den Kurs mit den langen Geraden und den extremen Kurven gehen die Meinungen auseinander. Topspeed oder Grip ist die Frage, wobei das Reglement den Teams bei der Abstimmung nur wenig Spielraum lässt. "Beim Set-up streiten sich wirklich die Götter. Das Reglement gibt ja nur zwei Abstimmungsvarianten vor, High- und Low-Downforce. Wir tendieren zu weniger Abtrieb, weil der Norisring doch eher von den vielen Geraden lebt", gibt Mattheis einen Ausblick auf das Set-up des Mercedes-Benz CLK.

Doch gerade beim Topspeed hatte Opel bei den letzten Rennen Vorteile "Weniger Topspeed ist auf dem Norisring in jedem Fall ein Manko", weiß auch Schneider. "Es sieht im Augenblick so aus, dass der Opel mehr Topspeed hat. Warum und weshalb, darauf können wir im Augenblick keine Antwort geben, aber nach dem Rennen werden wir sicherlich mehr wissen, auch was die Effizienz der Aerodynamik betrifft", so AMG-Teammanager Mattheis, dem in Nürnberg auch ein Unentschieden reichen würde: "Ich hoffe natürlich, dass es nach dem Rennen 4:2 zu unseren Gunsten steht, aber wir würden uns auch mit einem 3:3 zufrieden geben."

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