„Es gibt keinen Grund, sich zurückzulehnen“ | DTM.com | Die offizielle Webseite
2018-07-19 16:15:00

„Es gibt keinen Grund, sich zurückzulehnen“

„Es gibt keinen Grund, sich zurückzulehnen“

Gary Paffett führt die Fahrerwertung der DTM zur Halbzeit an. Der Brite erlebt derzeit so etwas wie seine Renaissance. Nach vier sieglosen Saisons führt der Champion von 2005mit 148 Punkten nach zehn von 20 Saisonrennen souverän die Gesamtwertung an. Paffett spielt also klar die erste Geige. Er gewann in Hockenheim, am Lausitzring und in Zandvoort. Mit insgesamt 23 Siegen hat der 37-Jährige in der ewigen Bestenliste zum Drittplatzierten Mattias Ekström aufgeschlossen. Nur Bernd Schneider (43 Siege) und Klaus Ludwig (37) haben noch mehr Siege geschafft. Auf DTM.com erklärt Paffett sein Erfolgsrezept und blickt voraus auf die zweite Saisonhälfte.

Gary, du hast in Zandvoort mit dem Sieg im Rennen am Samstag Mattias Ekström in der ewigen Siegerliste eingeholt, ausgerechnet am Tag seines 40. Geburtstages!

(lacht) „Das ist vielleicht kein sehr schönes Geburtstagsgeschenk für ihn. Das Gute ist, dass er nicht mehr zurückschlagen kann. Da wird er wohl bald auf Platz vier rutschen. Wir haben in der DTM eine lange Wegstrecke zusammen zurückgelegt. Wir waren und sind immer gute Rivalen gewesen. Ich bin mir sicher, dass er sich für mich freuen kann. Er hat in Hockenheim schon gesagt, dass ich ihm die Position streitig mache. Dass ich jetzt Dritter in der ewigen Bestenliste bin, das ist unglaublich. Das ist etwas, worauf ich sehr stolz bin.“

Du hast am vergangenen Rennwochenende in Zandvoort 49 von 56 möglichen Punkten geholt. Eine beeindruckende Bilanz…

„Es war ein perfektes Wochenende. Im Hinblick auf die Meisterschaft wollte ich nicht zu viel riskieren und ließ am Sonntag René Rast den Vortritt.Ich darf mich nicht beschweren, dass ich nicht beide Rennen gewonnen habe. Ich bin richtig happy. Zwei Pole-Positionen, ein Sieg und ein zweiter Platz – mehr kann man sich nicht wünschen.“

Du hattest eine enorme Pace und scheinst fast unschlagbar…

„Nicht wirklich. Ich habe ja beileibe nicht jedes Rennen gewonnen. Trotzdem: Die erste Saisonhälfte war unglaublich. Es ist nicht immer alles perfekt gelaufen, aber wir führen die Meisterschaft an und ich bin mit der Performance bislang super glücklich. Wir haben uns jeden einzelnen Punkt hart erarbeitet. Uns wurde nichts geschenkt. Wir müssen weiter pushen. Auch nach so einem perfekten Wochenende wie in Zandvoort dürfen wir uns jetzt nicht zurücklehnen. Du musst immer wieder nach dem Maximum streben. Und versuchen, jedes noch so kleine Detail am Auto zu verbessern. Da gibt es kein Geheimnis oder einen Zaubertrick. Das jetzige Ergebnis ist das Resultat harter Arbeit und guter Technik.“

Was machst du anders als die Konkurrenz?

„Das ist sehr schwer zu erklären. Die Autos sind natürlich alle sehr ähnlich. Ich denke, dass die Aerodynamik-Änderungen vor der Saison meinem Fahrstil entgegenkommen. Du kannst durch das Setup am Auto nur kleine Unterschiede im Vergleich zum Rest erzielen. Es ist meine Aufgabe den Ingenieuren bestmöglich zu vermitteln, was ich von dem Auto will. Mein Ansatz funktioniert offensichtlich sehr gut.“

Welchen Anteil am Erfolg hat dein Renningenieur Robert Sattler?

„Wir arbeiten sehr gut zusammen. Zu unserem Team zählt aber auch mein Performance-Ingenieur Stuart Barlow. Stuart hat viel Erfahrung mit Tourenwagen, in der Formel 1 und in der Indy-Car-Serie gesammelt. Robert kennt sich bestens in der DTM aus. Manchmal sind wir unterschiedlicher Meinung. Aber, wir schaffen es immer, gemeinsam die beste Richtung auszuarbeiten. Jeden Streit, den wir haben, klären wir im Sinne der Verbesserung des Autos. Diese Dreier-Beziehung ist letztes Jahr gestartet und sie wird besser und besser. Jedes Wochenende müssen wir weniger darüber reden, was notwendig ist. Es ist mittlerweile ein automatisierter Prozess. Das ist wichtig. Die Jungs hinter den Kulissen machen einen tollen Job.“

Wächst der Druck auf dich jetzt?

„Nein, es liegt noch ein weiter Weg vor uns. Wir haben gerade einmal Halbzeit. In den nächsten zehn Rennen kann ein Fahrer plötzlich genauso erfolgreich sein wie ich. Und wir punkten auf einmal nicht mehr aus irgendwelchen Gründen. Du kannst keine Voraussagen treffen. Wir können und dürfen uns nicht auf dem Erreichten ausruhen. Wir müssen weiter einen guten Job machen. Und vielleicht mache ich mir dann vor dem letzten Rennen in Hockenheim einmal Gedanken über die Meisterschaft. Bis dahin denke ich nur von Rennen zu Rennen.“

Wie wichtig war der gute Saisonstart in Hockenheim mit Platz eins und drei für dich?

„Ich starte immer zuversichtlich in eine Saison. Die Tests im Winter waren gut. Aber die waren auch in den Jahren zuvor gut. Klar ist: Ein guter Saisonstart ist entscheidend. Vor zwei Jahren hätte ich in Hockenheim gewonnen. Dann habe ich aber das Auto von Robert Wickens in der Boxengasse berührt und dafür eine Durchfahrtsstrafe kassiert. Das zerstörte mein Rennen. Ein guter Start führt dich auf einen guten Weg. Das gibt dir Selbstvertrauen und du wirst viel entspannter. Das ist der einzige Unterschied.“

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