Experten-Tipp: Erfahrung wird sich auszahlen | DTM.com | Die offizielle Webseite
2017-05-18 14:30:00

Experten-Tipp: Erfahrung wird sich auszahlen

Experten-Tipp: Erfahrung wird sich auszahlen

Matthias Brzezinski ist ein Pionier der ersten Stunde. Der mittlerweile 62 Jahre alte Sportjournalist der Berliner Morgenpost begleitet die DTM seit der Premiere im Jahre 1984 als sie noch unter der Bezeichnung Deutsche Produktionswagen-Meisterschaft mit seriennahen Gruppe-A-Tourenwagen ausgetragen wurde. Damals erlebte der Motorsport-Experte Brzezinski auf der Avus im Auftrag der Zeitung BZ den Sieg von Olaf Manthey in einem Rover. Für DTM.com wirft der gebürtige Berliner einen Blick zurück auf den Saisonstart in Hockenheim, erklärt uns die Besonderheiten und Charakteristika des Lausitzringes und nennt uns seine Favoriten für die beiden Rennen am kommenden Wochenende.

Zum Saisonstart: Es war für alle das erste Rennen. Man kann es noch nicht so richtig eintüten. Positiv überrascht war ich, dass sich die Verkleinerung des Feldes auf 18 Fahrzeuge, die ich eigentlich nicht gut finde, optisch nicht negativ bemerkbar gemacht hat. Es hat Spaß gemacht, zuzugucken. Durch die verschiedenen Neuerungen wurde das Feld quasi durcheinander gewürfelt. Keiner wusste genau, wo er steht. Was ich richtig gut finde: Mehr Leistung. Das sieht man nicht unbedingt am Fernseher, aber die Mehrleistung der Motoren und damit verbunden die Geräuschentwicklung, ist sehr positiv. Es wurde mir allgemein bestätigt, dass die Autos jetzt noch besser klingen als ohnehin. Dass beide Rennen gleichlang sind, ist ebenfalls gut. Dass es nicht ein 1 A und ein 1 B Rennen ist. Am besten gefällt mir die Charakteristik der Reifen, weil es für ein zusätzliches Spannungselement sorgt. Gleichzeitig hast Du das Funkverbot. Ich finde, bei zwei Rennen über eine Stunde bei der Qualität des Fahrerfeldes sollten die handelnden Personen in der Lage sein, ihr Rennen zu fahren und dementsprechend ihren Boxenstopp und Reifenwechsel selbst zu managen. Da liegst Du dann halt mal richtig und mal liegst Du falsch. Aber das gehört dazu. 

Zum Lausitzring: Prägend für alle ist der vergleichsweise wellige Untergrund, der immer wieder angemahnt wird. Irgendwann soll es ja auch mal einen neuen Fahrbahnbelag geben. Wenn diese riesengroße Tribüne voll besetzt ist, das ist toll. Wenn das Fahrerfeld daran vorbeikommt, das ist ein Anblick, den hast Du nicht auf so sehr vielen anderen Rennstrecken. Es gibt sicher nicht viele Fahrer, die sagen, das ist unser Lieblingskurs. Dafür ist er einfach nicht flüssig genug. Die DTM-Variante hat für meinen Geschmack immer so einen Hauch Motorrad-Strecke. Das erste Kurven-Geschlängel nach Start und Ziel, für Motorräder ist das toll, für ein Auto von den Ausmaßen und der Leistungsstärke eines DTM-Autos ist es eben tricky. Da musst Du gucken, wie Du da durchkommst. Man kann da blöde Fehler machen, selbst wenn man alleine fährt. Es hat schon ein paar Fahrer gegeben, die einfach geradeaus weitergefahren sind, weil Sie sich einfach vertan haben. Ich kann mich auch noch gut an das erste Rennen erinnern im Jahr 2000, das ins Wasser gefallen ist. Das war irgendwie grotesk. Es machte sich Hilflosigkeit und Fatalismus breit. Irgendwann war es dann so, dass man gesagt hat, na gut, dann sitzen wir jetzt hier und gucken dem Regen zu.

Wer landet am Wochenende vorne? Mattias Ekström und Gary Paffett. Gerade am Anfang der Saison, wo man sich auf vieles konzentrieren muss und alles noch ein wenig unsortiert ist, können Sie in der einen oder anderen Situation von ihrer immensen Erfahrung profitieren, das wird Ihnen helfen. Einer von den beiden wird vorne auftauchen.

Wer wird Meister? Timo Glock hat, seitdem er dabei ist, immer mal wieder gezeigt, dass wenn er einen guten Tag hat, er auch ganz nach vorne gehört. Wenn er von Unwägbarkeiten wie einem Nuller zum Beispiel verschont bleibt, dann kann ich mir vorstellen, dass er unter die Top Drei fahren kann. Lucas Auer traue ich einiges zu, wobei ich mich nicht wundern würde, wenn er auch mal einen Durchhänger hat. Er ist noch sehr, sehr jung. Und irgendwo ist er in so einem Formel-1-Hype drin. Sein Onkel spielt eine Rolle. Das sind alles keine Sachen, die ihm auf der Strecke was bringen. Aber er wird immer in irgendeiner Form damit konfrontiert. Es ist wie in einer Cloud. Das kriegt er ja auch alles mit. Es ist ein wenig vergleichbar mit Mick Schumacher, der zu Anfang nie als Mick Schumacher wahrgenommen wurde, sondern immer nur als Sohn des siebenfachen Weltmeisters. Erfreulicherweise für ihn und seine weitere Karriere hat er aber auch Leistung gebracht. Und das würde ich dem Lucas auch zutrauen. Ich halte ihn für fähig, daraus was zu machen.  

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