Frijns hofft auf den Heimvorteil in Assen | DTM
2019-07-17 13:00:00

Frijns hofft auf den Heimvorteil in Assen

Frijns hofft auf den Heimvorteil in Assen

Mit wechselnden Renneinsätzen in der DTM, der Formel E und der GT3-Serie kann sich Robin Frijns über mangelnde Arbeit im Monat Juli nicht beklagen.

Sein Rennprogramm erinnert an die vielbeschäftigten Fahrer der 1960er Jahre: An vier aufeinanderfolgenden Wochenenden ist der 27-Jährige im Einsatz. Die meisten Fahrer freuen sich über jede Gelegenheit, in einem Rennen zu starten und Frijns ist da keine Ausnahme.

„Man kann Robin nicht glücklicher machen, als wenn man ihm einfach ein Rennauto gibt und ihm sagt, dass er fahren soll“, sagt Thomas Biermaier, Teamchef des Audi Sport Team Abt Sportsline, der seit Anfang der Saison 2018 mit dem Niederländer arbeitet.

Am Anfang wusste Biermaier nicht so recht, wie er seinen neuen Schützling einschätzen sollte: „Unser Team war neu für ihn, sein Deutsch war nicht so gut und er musste sich erst einmal zurecht finden“, sagt er. „Aber jetzt funktioniert es wunderbar. Er hat einen trockenen Witz und einen guten Sinn für Humor und gehört absolut zu den Schnellsten.“

 

Einen Ausweg aus der Sackgasse

Nach Erfolgen im Kartsport durchlief Frijns im Eiltempo die Junior-Nachwuchsserien und gewann in der europäischen Formel BMW, dem Formel-Renault-2.0-Eurocup sowie in der Formel Renault 3.5 drei Titel in Folge.

Es schien nur eine Frage der Zeit, bis er es in die Formel 1 schaffen würde. Aus verschiedenen Gründen, zumeist ärgerlicherweise politischer Art, kam er jedoch nie über die Rolle des Testfahrers für Sauber und Caterham hinaus.

Trotz vielversprechender Testfahrten gelang es Frijns nicht, sich einen Fahrerplatz in der Formel 1 zu sichern

 

Die GT3-Szene erwies sich für den Niederländer als Ausweg, nachdem ihn der Belgier Vincent Vosse, Teamchef bei WRT, unter Vertrag genommen hatte. Frijns lieferte auf Anhieb und gewann nach seiner ersten Saison im Audi R8 LMS den Titel in der Blancpain-GT-Serie. Darüber hinaus startete er in der Formel E und feierte 2018 den Gesamtsieg beim 12-Stunden-Rennen von Bathurst.

Als er sich auf den Weg nach Australien befand, erhielt er die Nachricht, dass ihn Audi als Werksfahrer für die DTM verpflichtet hatte, um die offene Stelle zu besetzten, die der zweimalige Gesamtsieger Mattias Ekström hinterlassen hatte.

Platz zwei in Misano war Frijns’ erstes Podium in der DTM, auch beim Saisonfinale in Hockenheim kam er als Zweiter ins Ziel.

Audi hatte ihn für die Formel-E-Saison 2018-2019 beim britischen Kundenteam Envision Virgin Racing untergebracht, aber auf die Bestätigung für seine zweite DTM-Saison musste Frijns recht lange warten. „Ich habe allen bei Audi gesagt, dass ich nur besser werde, indem ich mehr Rennen fahre“, sagte er damals – etwas, das sein Teamchef Biermaier schon länger herausgefunden hatte.

 

Doppeltes Programm

Mit der Kombination aus DTM und Formel E ist Frijns’ Terminplan prall gefüllt: „Mit den Rennen, Testfahrten und Arbeit im Simulator war ich seit fünf Wochen nicht mehr zuhause“, gibt er zu. „Ich möchte gar nicht daran denken, wie hoch das Gras in meinem Garten wohl gewachsen ist, wenn ich heimkomme...“

Frijns ist mit der Kombination aus Formel E und DTM sehr beschäftigt

 

Nach dem DTM-Wochenende auf dem Norisring verbrachte der Niederländer zwei Tage im Simulator in der Zentrale von Audi Sport in Neuburg zur Vorbereitung auf die Formel-E-Rennen in New York, bevor er in die USA flog. Dort wollte er nach einer Pechsträhne die Saison mit einem Erfolgserlebnis abschließen. „Seit meinem Sieg in Paris habe ich in der Formel E keinerlei Punkte mehr einfahren können“, sagte er vor dem Wochenende in Brooklyn. „Immer ging irgendwas schief. Davon gebe ich niemandem die Schuld, denn es kann niemand etwas dafür, wenn beispielsweise ein Sensor kaputt geht, aber es war dennoch sehr ärgerlich.“

 

Im ersten Formel-E-Rennen auf dem Straßenkurs von Brooklyn sorgten Elektronikprobleme dafür, dass Frijns vom Start weg zu wenig Motorleistung hatte und letztendlich auch vorzeitig ausfiel. Am Sonntag jedoch verschaffte er sich mit Platz zwei im Zeittraining bereits eine gute Ausgangsposition. Er startete von der eher staubigen Seite der Strecke und verlor daher einen Platz, als die Lichter ausgingen, aber mit zwei spektakulären Aktionen überholte er zunächst Sébastien Buemi für Platz zwei und dann Alexander Sims für die Führungsposition.

Danach setzte er sich ab, fuhr einen komfortablen Vorsprung heraus und daraufhin seinen zweiten Formel-E-Sieg nach Hause.

Der Niederländer feierte einen viel bejubelten Sieg beim Abschlussrennen der Formel-E-Saison 2018/2019.

 

„Das hat alles was wir in den vergangenen Wochen durchgemacht haben, wieder wettgemacht“, so Frijns. „Es war hart für mich, es war hart für das Team, aber die Saison so positiv abschließen zu können, ist einfach großartig! Nun kann ich es kaum erwarten, bis die sechste Saison losgeht!“

Auch für die nächste Formel-E-Saison bleibt Frijns beim Team Envision Virgin an Bord. Bevor es soweit ist, steht aber erst noch die zweite Saisonhälfte in der DTM an, die am kommenden Wochenende mit seinem Heimrennen in Assen startet.

 

In Siegerlaune

„Ja, jetzt bin ich in Siegerlaune. Es wäre schön, wenn wir das in Assen fortsetzen könnten“, freut er sich auf die Möglichkeit eines Erfolgs vor eigenem Publikum. Frijns gehört zu den ganz wenigen Fahrern im DTM-Feld, die schon mal in der ‚Kathedrale des Motorsports’ gefahren sind.

„Ich bin dort in der Formel Renault gefahren, aber das ist schon eine Weile her. Es ist ein schneller Kurs, auf den ich mich freue. In der DTM hat für mich die Saison mit zwei Podiumsplätzen in Hockenheim gut angefangen, aber auch hier hatte ich schon viel Pech. Hoffentlich wird die zweite Saisonhälfte besser!“

Der Niederländer startete mit zwei Podiumsplätzen in die DTM-Saison 2019, aber hatte auch schon mehrmals Pech

 

Assen, aber auch Spa und Zolder...

Offiziell gilt Assen für den niederländischen Fahrer als Heimrennen, denn es ist die einzige DTM-Veranstaltung in den Niederlanden. Frijns betont aber, dass die Rennstrecke im belgischen Zolder sowie der Nürburgring viel näher an seinem Wohnort in Maastricht sind.

Für die seltenen Gelegenheiten, an denen er mal zuhause ist, liebt Frijns die niederländische Stadt, deren Geschichte bis in die Ära des römischen Kaiserreiches zurückgeht. „Maastricht ist fantastisch, ich könnte mir keinen besseren Wohnort vorstellen“, sagt er. „Eine so relaxte Stadt, so viele Orte, wo man hingehen und schöne Gebäude, die man sich ansehen kann. Ich liebe es dort! Und die Lage ist auch praktisch; viele Rennstrecken sind in der Nähe.“

Eine von diesen Rennstrecken ist Spa-Francorchamps, wo Frijns zusammen mit seinen DTM-Kollegen René Rast und Nico Müller im legendären 24-Stunden-Rennen von Spa einen werksunterstützten Audi R8 fahren wird. „Ja, auf dieses Rennen freue ich mich auch“, sagt er. „Es ist etwas merkwürdig: Wir haben schon Ende Juli, und ich bin dieses Jahr noch kein einziges Rennen im GT3-Auto gefahren. Das wird also mal wieder Zeit!“

Nicht, dass er sich über Mangel an Renneinsätzen hätte beklagen können. Sein Chef hatte aber Recht, indem er sagte, dass Frijns am Lenkrad eines Rennautos am glücklichsten ist.

Das macht diesen Fahrer aus: Zum Rennfahren hat er immer Zeit, für andere Sachen eher weniger...

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