Gary Paffett – ein DTM-Champion und Fan über die Saison 2019 | DTM
2019-05-02 16:45:00

Gary Paffett – ein DTM-Champion und Fan über die Saison 2019

Gary Paffett

Auf ein Wort mit dem Champion – Gary Paffett, Titelträger 2018, tritt in dieser Saison nicht mehr in der DTM an. Die Gelegenheit, sich frei über die neue Ära der DTM zu unterhalten. Ein Gespräch über Sport, Technik, Fairness und Spektakel.

 

Der Titelgewinn im vergangenen Jahr liegt ja bereits eine Weile zurück. Wie fühlt es sich mit etwas Abstand an, DTM-Champion zu sein?

Gary Paffett:
„Es fühlt sich immer noch großartig an. Wenn ich an jenen Sonntag im Oktober denke und die spontanen Gefühle von damals mit denen von heute vergleiche, dann ähneln sie sich sehr. Wir können sehr stolz auf das Erreichte sein, darauf, wie wir die gesamte Saison bis zum Ende für das Ziel Titel gekämpft haben. Das ist unglaublich. Und auch ein paar Monate später sind die Gefühle noch sehr stark, wenn ich daran denke, dass ich den DTM-Titel ein zweites Mal gefeiert habe.“

Du bist einer der wenigen Fahrer der DTM-Geschichte, die den Titel mehrfach geholt haben. Es sind nur sechs insgesamt …

Gary Paffett:
„Und das bedeutet mir viel. Die DTM ist eine wirklich hart umkämpfte Meisterschaft mit einer sehr hohen Leistungsdichte. So viele Top-Fahrer sind am Start – die Meisterschaft zu gewinnen, ist deshalb schon extrem hart. Es mehr als einmal zu schaffen, ist unglaublich schwierig. Die Liste derjenigen, die einen Titel haben, ist länger als die derjenigen, die mehr als einmal Champion geworden sind. Und das liegt sicher nicht daran, dass die Fahrer nicht konstant oder nicht talentiert genug wären. Es zeugt vielmehr davon, wie hoch die Trauben in der DTM tatsächlich hängen.“

 

Du bist sozusagen auf der DTM-Plattform groß geworden. Du bist in der Deutschen Formel-3-Meisterschaft im Rahmenprogramm gestartet, dann in die DTM aufgestiegen, hast für ein Jahr in die Formel 1 gewechselt und bist danach zurückgekehrt. Die DTM scheint eine enorm große Rolle in deinem Leben zu spielen.

Gary Paffett:
„Es ist schon faszinierend. Diesen Werdegang habe ich so nie geplant, doch die DTM hat mich immer wieder wie ein Magnet angezogen. 2001, als ich in die Formel 3 kam, wusste ich zwar, was die DTM ist – richtig gekannt habe ich sie aber nicht. Damals bin ich für das Team Rosberg gestartet, das auch Autos in der DTM eingesetzt hat. Nach dem Titel in der Formel 3 habe ich einen Test im Mercedes-DTM-Auto absolviert. Der Test lief gut. Dennoch wollte ich 2003 in der Formel 3000 starten. Das hat nicht funktioniert – aber ich habe ein Cockpit in der DTM bekommen. Dann habe ich 2006 die DTM wieder verlassen, um meine Chance in der Formel 1 zu suchen. Die DTM hat mich mit ihrer Leistungsdichte und dem Spaß am Racing aber immer in ihren Bann gezogen.“

Und jetzt Formel E. Kannst du auf etwas zurückgreifen, das du in der DTM gelernt hast?

Gary Paffett:
„Der Unterschied ist erst mal enorm. Aus Tourenwagen wurden Formel-Auto, aus sehr kraftvollen V8 wurde Elektroantrieb, aus breiten, permanenten Rennstrecken wurden schmale Stadtkurse. Der Fahrstil ist deshalb komplett anders und wir haben sicher noch viel zu lernen. Die Erfahrung, wie man Fahrzeuge zusammen mit den Ingenieuren entwickelt, hilft dir eigentlich immer bei den nächsten Aufgaben im Motorsport. Talent und Kampfgeist bleiben ebenso. Es ist Motorsport, es ist ein Rennauto und es sind Rad-an-Rad-Duelle – und das habe ich alles in der DTM gelernt.“

 

Ebenfalls eine neue Rolle ist die eines DTM-Fans …

Gary Paffett:
„Ich werde auf jeden Fall genau hinschauen, wie es in der DTM weitergeht. Und es wird im ersten Moment sicher seltsam sein, nicht selbst am Start zu stehen. Ich werde es sicher vermissen. Es wird ein interessantes Jahr mit den neuen Regeln und dem Einstieg von Aston Martin. Und es wird wieder spannend mit engen Entscheidungen – wie es in der DTM immer war.“

Als neutraler Beobachter – wer, glaubst du, hat seine Hausaufgaben am besten gemacht?

Gary Paffett:
„Das ist ganz schwer zu sagen, gerade wegen der Regeländerungen. Aber wie wir im letzten Jahr gesehen haben: Wer einen anständigen Saisonstart hinlegt, hat gute Chancen. Wer sich also am besten auf die neue Technik eingestellt hat, kann sich hier schon den entscheidenden Vorsprung erarbeiten. Ich kann nur leider nicht sagen, wer das sein wird. Für Aston Martin wird es zu Beginn sicher nicht einfach – dass sie am Start stehen, war bereits ein Wettlauf gegen die Zeit. Dass sie das geschafft haben, ist eine bemerkenswerte Leistung. Und wenn ich mir meine Konkurrenten vom vergangenen Jahr anschaue, denke ich, dass René Rast bei Audi herausragt. Er ist unglaublich schnell und war in einem starken Kader stets der Beste. Wenn Audi ihm das richtige Auto hinstellt, wird er schwer zu schlagen sein. Bei BMW ist Marco Wittmann derjenige, der aus meiner Sicht dort heraussticht. Er ist wahnsinnig konstant und unaufgeregt dabei. Er macht als Persönlichkeit und als Fahrer nicht viel Spektakel – doch am Ende ist er immer der bestplatzierte BMW-Mann. Auch hier gilt: Wenn BMW das richtige Material hat, hat er die besten Chancen, Champion zu werden.“

 

Die DTM hat immer viel dafür getan, den Fans ein wahres Erlebnis zu bieten, und sie hat auch abseits der Strecke für viel Action gesorgt. Wie kommt das aus Fahrersicht an?

Gary Paffett:
„Die Fans näher an unseren Sport heranzubringen und ihnen die Möglichkeit zu bieten, mit den Fahrern in Kontakt zu kommen, ist enorm wichtig. Die Balance zu finden, Fans und Fahrer zum Beispiel bei Autogrammstunden zusammenzubringen und den Fahrern gleichzeitig ausreichend Zeit zu geben, ihren Job anständig zu machen, hat die DTM immer gut hinbekommen. Der zweite Aspekt ist aber, nicht nur die Fans an den Rennstrecken, sondern auch zu Hause an den Bildschirmen zu unterhalten. Und das haben wir letztes Jahr definitiv gemacht. Das Auftaktrennen vergangenes Jahr in Hockenheim, als ich mit Timo Glock um den Sieg gekämpft habe, war bislang mit Abstand das beste Racing meiner Karriere. Und beim Finale hatte ich einen ähnlich guten Zweikampf mit René Rast.“ 

Was macht dieses gute Racing aus?

Gary Paffett:
„Da geht es nicht nur darum, dass die Autos technisch ebenbürtig und gleich schnell sind, sondern darum, wie sich die Fahrer gegenseitig behandeln. Über die vergangenen Jahre haben wir ein großartiges Verhältnis untereinander aufgebaut. Jeder weiß, wie weit er gehen kann, was im Zweikampf akzeptabel ist. Die Fahrer respektieren sich gegenseitig sehr. Das hat zu sehr harten, aber stets fairen Duellen geführt. Und ich denke, das ist es wert zu bewahren.“

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