Geerntete Früchte und eine geplatzte Hutschnur | DTM.com | Die offizielle Webseite
2017-11-28 08:45:00

Geerntete Früchte und eine geplatzte Hutschnur

Geerntete Früchte und eine geplatzte Hutschnur

Timo Glock erlebte 2017 seine bisher erfolgreichste Saison in der DTM. Der BMW-Pilot wurde Siebter in der Gesamtwertung. Seine beste Platzierung in fünf Jahren in der populären Tourenwagenserie. Zugleich sorgte der 35-Jährige unter anderem mit der „Stinkefinger-Affäre“ für Schlagzeilen. Im Gespräch mit DTM.com nennt Glock die Gründe für seinen Aufschwung und sagt, warum er gewisse Dinge nicht bereut.

Du warst in den vier Jahren zuvor Neunter, 16., 15. und Zehnter in der Gesamtwertung der DTM. Nun wurdest du Siebter. Da fällt dein Fazit sicher positiv aus?

Ich hatte auf jeden Fall eine gute Saison. Ich hatte schon nach dem Teamwechsel zu RMG ein gutes Gefühl, das hat sich 2017 bestätigt. Ich habe die Steigerung geschafft, die ich mir erhofft hatte. Ich war lange Zeit im Kampf um den Titel mit dabei und ich war immer mit einer der schnellsten BMWs. Es war ein konstant gutes Jahr, das war mir wichtig. Ich habe am Samstag in Zandvoort gewonnen, stand dreimal auf der Pole-Position und war in Budapest als Zweiter und in Hockenheim als Zweiter und Dritter auf dem Podium.

Wie erklärst Du dir diese Steigerung in 2017?

Das lag an der intensiven Zusammenarbeit mit meinem Dateningenieur und meinem Team RMG. Wir sind konsequent unseren Weg weitergegangen, denn wir haben viel aus dem ersten Jahr gelernt. Und 2017 hat alles noch besser gepasst. Natürlich gab es auch Rennen, wo wir den einen oder anderen Punkt mehr hätten holen können. Ich habe auch mal einen Fehler gemacht. Es gab mal eine Zeit, in der es nicht ganz so glücklich gelaufen ist. Aber grundsätzlich ist es so, dass wir die Früchte der Zusammenarbeit im zweiten Jahr deutlich mehr haben ernten können. Ich habe immer ein Auto hingestellt bekommen, das für ein Punkteergebnis gut war. Das ist in der DTM sehr wichtig. 

Es war eine „verrückte“ Saison für Dich. Du hast sportlich für Schlagzeilen gesorgt. Aber Du hast auch am Sonntag in Zandvoort nach der vermeintlichen Behinderung durch Edoardo Mortara den Stinkefinger in Richtung Mercedes-Box gezeigt, oder am Sonntag am Nürburgring bist Du Nico Müllers Audi ins Heck gerauscht und hast dafür eine Verwarnung kassiert. Würdest Du sagen, das eine oder andere würde ich wieder so machen, oder das passiert mir nicht nochmal?

Das kannst du ja nicht planen. Das sind Dinge die dir im Eifer des Gefechts passieren. In Zandvoort hatte ich mit Sicherheit die Möglichkeit, am Samstag und am Sonntag ein gutes Ergebnis einzufahren. Und wenn Du dann eben zweimal auf dem Weg zu einer Top-Drei-Runde im Qualifying geblockt wirst, dann kann es halt schon mal sein, dass einem die Hutschnur platzt. Die ist mir geplatzt. Daraus habe ich gelernt. Zum Thema Nürburgring: Das würde ich wahrscheinlich wieder genauso machen. Ich sehe nicht, dass ich da was falsch gemacht habe. Klar, derjenige, der auffährt, hat immer Schuld. Aber, du rechnest natürlich nicht damit, dass wenn du jemanden vor dir hast, der Auto fahren kann, dass er auf einmal meint, er müsste 15 oder 20 Meter früher bremsen als zuvor. Das ist ja sogar durch die Daten belegbar. Da bin ich einfach in die Falle von Nico Müller gelaufen. Das war leider so. Da kannst du nichts machen.   

Platz sieben war mehr als respektabel. Wäre mehr drin gewesen, wenn Du manche Dinge anders gemacht hättest?

Ja, absolut. In Zandvoort am Sonntag hätte ich sicher in die Top Drei fahren können. Das sind schon mal ein paar Punkte. Es gab drei, vier weitere Rennen. Auf dem Nürburgring haben wir bei einem Boxenstopp drei, vier Sekunden verloren. Moskau auch. Da hättest du statt Zehnter auch Fünfter oder Sechster sein können. Die Punkte fehlen am Ende. Es bringt ja nichts zurück zu schauen. Das muss man für die Zukunft besser machen.

Zählt man nur die Punkte der Rennveranstaltungen am Samstag zusammen, warst Du der beste DTM-Fahrer. Bedeutet Dir das „Samstags-Championat“ etwas? Was hat das für Dich für eine Aussagekraft?

Dass die Pace da war. Und ich in der Lage war, um den Titel fahren zu können. An den Sonntagen hat mich das Glück ein bisschen verlassen. Aber, da muss man das positive draus ziehen. Da kann man sehen, dass wir gut genug waren für die Meisterschaft. Warum das samstags besser war, ist schwierig zu sagen. Das lag anderntags an kleinen Fehlern, die uns unterlaufen sind, oder Boxenstopps, die schiefgingen. 

Was erhoffst Du Dir für 2018 in der DTM?

Ich hoffe, dass ich wieder genauso gut aufgestellt bin. Und, dass ich bei RMG bleiben kann, da bin ich aber positiv gestimmt. Und dann schauen wir mal. Mein Ziel wird es sein, wieder konstant in die Top fünf zu fahren. Das werde ich probieren.

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