Hockenheim-Analyse: Ein Thema für Ellen Lohr | DTM
2017-05-11 12:30:00

Hockenheim-Analyse: Ein Thema für Ellen Lohr

Hockenheim-Analyse: Ein Thema für Ellen Lohr

Sie ist die erste und einzige Frau die jemals ein DTM-Rennen gewann. Ellen Lohr siegte 1992 in einem Mercedes 190 E auf dem Hockenheimring. Am Wochenende kehrte die erfolgreiche Motorsportlerin zurück an die Stätte ihres Triumphes. Für dtm.com analysiert die gebürtige Mönchengladbacherin fachkundig und kompetent den Auftakt der Serie in 2017. Was war gut, was war weniger gut? Lohr spricht Klartext, sie verteilt reichlich Lob, hat aber auch ein paar Anregungen und Verbesserungsvorschläge.    

 

Die DTM sucht in dieser Saison noch stärker die Nähe zu ihren Fans. Die Zuschauer sollen mehr Einblicke hinter die Kulissen bekommen. Der Erlebnischarakter wird deutlich in den Vordergrund gerückt. Wie haben Dir Dinge wie zum Beispiel das Pit View in Hockenheim gefallen?

Ellen Lohr: Das erste Mal seit längerer Zeit, habe ich das alles als durchweg positiv empfunden. Jetzt heißt es, weiter so in diese Richtung. Es ist immer noch einiges zu tun, aber die Boxenbesichtigung zum Beispiel, da kann ich nur sagen, Klasse! Das hätte man schon längst machen können. Im Fahrerlager gab es wirklich einen neuen Spirit. Ich hoffe, dass sich diese ‚Good Vibes’ auch unter den Fans verbreiten, insbesondere bei denen, die dem Hockenheimring am Wochenende ferngeblieben sind.

Es wurden kurz vor dem Saisonstart umfangreiche Regeländerungen auf den Weg gebracht. Wo verteilst Du Lob und wo gibt es Anlass zu einem Tadel?

Ellen Lohr: Drei Sachen haben mir besonders gut gefallen. Erstens, dass es keine Heizdecken mehr gibt. Das trennt die Spreu vom Weizen. Bei kaltem Temperaturen ist das wirklich eine Herausforderung mit ungeheizten Reifen ins Qualifying zu gehen. Das hat im Rennen nach den Reifenwechseln auch zu einigen schönen Szenen geführt. Als Zweites, habe ich die neue DRS-Regelung, sprich die Beschränkung des Einsatzes, als irrsinnig positiv empfunden. Ich war da eh nie ein Freund von. So ist es für mich dann auch akzeptabel, dass ein Teil des Heckflügels ab und an runter klappt. Durch die alte Regelung hatten wir in den vergangenen Jahren wahnsinnig langweilige Situationen, dass der Fahrer im DRS-Fenster einfach vorbeifuhr und sich vor dem vorausfahrenden wieder einordnen konnte. Jetzt waren sogar Ausbremsmanöver am Ende der langen Geraden in Hockenheim möglich. Der Vordermann konnte sich auch noch verteidigen. Genauso wie früher ein schöner Windschatten gearbeitet hat, so war das. Insofern ist das sehr begrüßenswert. Und die dritte Sache, weniger Aerodynamik, das fand ich natürlich auch gut. Das ist allerdings ein Punkt, da finde ich, daran sollte man noch weiter schrauben. Darüber habe ich mich länger mit Klaus Ludwig unterhalten. Diese ganzen Entwicklungen am Unterboden, die sieht eh keiner von den Fans, weg damit. Dann würde es noch schwerer die Autos zu steuern und spektakulärer für die Fans, darum geht es ja. Wenn die Autos immer gleicher werden und die Fahrer immer weniger Fehler machen können, umso unspektakulärer wird es. Diesen Weg kann man noch viel konsequenter weiterverfolgen. Dies gilt auch für die Bremsen, umso kürzer der Bremsweg, desto weniger Spektakel gibt es in der Bremszone. Da kann auch mal drüber nachdenken, ob man da noch einen Schritt zurück macht.

Im zweiten Rennen am Sonntag feierte der Re-Start in der zweireihigen Grid-Formation im Indy-Stil Premiere. Du kennst das aus eigener Erfahrung. Wie fällt dein Urteil dazu aus?

Ellen Lohr: Finde ich auch positiv. Wir haben damals ausschließlich den Indianapolis-Start in der DTM gehabt. Es gab gar keine stehenden Starts. Ich persönlich finde stehende Starts zum Einschlafen langweilig. Speziell mit der ganzen Technik, die drinsteckt, da kommt mit Ausnahmen eh jeder gut weg. Insofern ist ein Indy-Start super spannend. Und wenn es nach mir ginge, könnten die ganzen Rennen so gestartet werden. Da ist viel mehr Psychologie dahinter, da ist viel mehr Gefühl dahinter, und viel mehr Möglichkeiten des Scheiterns und des Gewinnens.  

Welcher Fahrer hat dich überrascht am Wochenende? Wem traust Du diese Saison einiges zu?

Ellen Lohr: Das Fahrerfeld ist sehr homogen. Wobei sich das Feld durch die Regeländerungen im Qualifying und im Freien Training weiter auseinanderschiebt als im Jahr zuvor. Offensichtlich ist es einen Tick schwieriger zu fahren. Ein Neuling wie Loïc Duval hat sich schwerer getan, als erwartet, obwohl er ein erfahrener Rennfahrer ist. Es hat mich gefreut, dass Timo Glock so zuschlagen konnte. Er ist Profi durch und durch, wer so einen guten Start hinlegt, der ist auf jeden Fall auch Mitfavorit im Kampf um die Meisterschaft. Bei ihm sieht man die Erfahrung. Lucas Auer hat den Sieg total verdient. Er ist letztes Jahr schon Mega-Rennen gefahren, da hat es nur keiner so richtig gesehen, weil es im Mittelfeld stattfand. Jamie Green hat auch eine Duftmarke gesetzt. Er ist ganz oben auf der Audi-Liste. Die haben mit Mattias Ekström, Mike Rockenfeller und René Rast, von dem man noch hören wird, eine sehr homogene und schnelle Truppe. Auf Mercedes-AMG-Neuzugang Edoardo Mortara bin ich persönlich sehr gespannt.

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