„Ich bin nicht der Lehrer, nur ein talentierter Schüler“ | DTM
2018-08-24 14:45:00

„Ich bin nicht der Lehrer, nur ein talentierter Schüler“

„Ich bin nicht der Lehrer, nur ein talentierter Schüler“

Alessandro Zanardi hat ein Leuchten in den Augen, wenn er über sein Debüt in der DTM im BMW (25./26. August, live im Free-TV auf kabel eins) spricht. Im Rahmen einer Pressekonferenz in Misano am Freitag vor den Rennen an der Adriaküste wirkte der Gaststarter entspannt und aufgeräumt. „Ich bin begeistert, das ein Traum von mir wahr wird. Es klingt seltsam, wenn man mich im Alter von 51 Jahren als DTM-Rookie bezeichnet, aber das ist es, was ich bin. Es wird für mich ein großes Abenteuer.“ Mit einem zweitägigen Test in Vallelunga und 300 absolvierten Runden hat er sich vorbereitet. „Ich hatte keine physischen Probleme, das Auto ist perfekt präpariert. Ich habe jetzt eine gute Ausgangsbasis.“  

Dennoch dämpft der Italiener vor seinen Heimrennen die Erwartungen: „Ich bin ein talentierter Schüler, aber nicht der Lehrer. Das sind die 18 professionellen Piloten. Die DTM ist vielleicht die herausforderndste Serie in der Welt des Motorsportes. Die Leistungsdichte ist enorm hoch. Es geht um Perfektion. Hervorragende Fähigkeiten werden belohnt. Ich kann nicht hervorragend sein, wenn überhaupt nur im Rahmen meiner Möglichkeiten. Die Chancen stehen eher schlecht für mich, ein gutes Ergebnis zu erzielen. Aber, warum soll ich nicht träumen, du träumst nicht davon Letzter zu werden. Ich wäre aber auch glücklich, wenn ich die ganze Zeit nur auf dem 19. Platz mitfahren würde.“

„Du kannst immer neu anfangen im Leben“

Seitdem bekannt wurde, dass Zanardi auf dem „Misano World Circuit Marco Simoncelli” ein Gastspiel im DTM-Boliden geben wird, ist der Zuspruch der Öffentlichkeit groß. Viele sehen in ihm eine Inspiration für das Leben. Sein unbändiger Wille und Kampfgeist beeindruckt. „Das ist so, weil sie mich noch nicht fahren gesehen haben. Dann werden sie ihre Meinung ändern“, scherzt Zanardi und fügt hinzu: „Es erwärmt mein Herz, zu wissen, dass ich für den einen oder anderen ein Bezugspunkt bin. Ich bin dankbar dafür. Wenn ein Mensch das Gefühl hat, ein Unglück reißt ihm den Boden unter den Füßen weg und er sagt, wenn der das geschafft hat, kann ich das auch. Du kannst im Leben immer wieder neu anfangen. Du musst nur versuchen, aus allem das Beste zu machen. Ich wäre nie bei den Olympischen Spielen gestartet ohne meinen Unfall.“   

Handbremssystem ist ein großer Vorteil

In Misano wird der vierfache Goldmedaillen-Gewinner bei den Paralympics in der Disziplin Handbike erstmals ohne Beinprothesen in einem Rennen starten. Dafür wurde sein BMW M4 DTM modifiziert. Der 51-Jährige kann nun nicht nur mit den Händen Gas geben, sondern auch bremsen. Für Zanardi haben die BMW-Ingenieure ein Handbremssystem entwickelt, das die bisherige Kombination aus Bremspedal mit daran fixierter Beinprothese ablöst. Der Vorteil dieser technischen Neuerung ist, dass es für den Italiener weniger Kraftaufwand bedeutet und somit deutlich leichter zu handhaben ist. „Es war sehr anstrengend mit der Kraft meiner Hüfte zu bremsen. Nun denke ich, bin ich in dieser Hinsicht ebenbürtig. Das ist ein großer Vorteil, auch im Hinblick auf meinen geplanten Start im nächsten Jahr bei den 24 Stunden von Daytona. Ich kann nun mühelos lange Distanzen fahren. Das war die richtige Entscheidung. Es gibt aber auch Nachteile, weil ich alles mit den Händen mache. Wenn ich nach links lenke, habe ich meine Finger an dem Knopf für den Drosselmechanismus. Wenn das Auto ausbricht, weil ich zu viel Gas gegeben habe, muss ich gegensteuern, und eventuell auch mehr oder weniger bremsen. Beides geht nicht. Also muss ich mit rechts lenken, das erfordert ein wenig Akrobatik. Aber, es ist machbar. Und wir haben deswegen auch keine Kompromisse in punkto Sicherheit eingehen müssen.

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