Müller hoch zwei! Zweiter Karriere-Sieg am Sonntag von Misano | DTM
2019-06-09 16:00:00

Müller hoch zwei! Zweiter Karriere-Sieg am Sonntag von Misano

Müller hoch zwei! Zweiter Karriere-Sieg am Sonntag von Misano

Ein Sieg der Cleverness: Nico Müller (SUI) hat das Sonntagsrennen der DTM in Misano (Italien) souverän für sich entschieden. Der Audi-Mann erwischte nicht nur einen guten Start, sondern machte auch in Sachen Rennstrategie und Reifenmanagement alles richtig. Sein zweiter DTM-Karriere-Sieg – der erste für das Audi Sport Team Abt Sportsline seit 624 Tagen – blieb allerdings nicht die einzige Schlagzeile des Tages. Denn die Titelkandidaten Marco Wittmann (GER, BMW), René Rast (GER, Audi) und Philipp Eng (AUT, BMW) trugen ebenfalls wesentlich zum großen Unterhaltungswert bei.

Allein unter Audi-Fahrern – BMW-Mann Eng nutzt turbulentes Rennen: Platz zwei
 

Eng entwickelte sich gegen Rennmitte zum Nutznießer einer Kette dramatischer Ereignisse. Zunächst hatte sich Wittmann im Startgetümmel unverschuldet einen Lenkungsschaden eingefangen und musste frühzeitig aufgeben. In Runde 14 erwischte es Polesitter René Rast in Führung liegend, der mit einem Reifenschaden wertvolle Zeit verlor. Er fand sich in der Folge in einem packenden Zweikampf mit Eng wieder – den der Österreicher in Runde 21 für sich und zugunsten seines fünften Podiumsresultats im Jahr 2019 entschied. Damit sicherte sich Eng Rang zwei innerhalb einer Meute von vier Audi-Fahrern. Dass es nicht fünf waren, dafür sorgte Joel Eriksson (SWE, BMW) in der letzten Runde mit einem atemberaubenden Manöver auf der Außenbahn, bei dem er Jonathan Aberdein (RSA, Audi) überholte.

Starke Leistung bleibt unbelohnt: Andrea Dovizioso lange Zeit auf Top-Ten-Kurs
 

Gaststarter Andrea Dovizioso (ITA, Audi) erlebte im Sonntagsrennen der DTM in Misano die ganze Bandbreite von Höhen und Tiefen. Schon in Runde drei hatte sich der MotoGP-Star auf die neunte Position vorgekämpft, die er in Folge der Pflichtstopps und nach einem Highspeed-Dreher in Runde 30 jedoch wieder herschenken musste – Rang 15 hinter den Aston Martin von Ferdinand von Habsburg (AUT), Jake Dennis (GBR) und Daniel Juncadella (ESP). Dennoch beeindruckte das Zweirad-Ass in seinen ersten beiden Automobilrennen mit Tempo, unermüdlicher Analyse und sehenswerten Manövern.


Stimmen – 1. Rennen, Misano

„Wir hatten eine tolle Atmosphäre bei unserem zweiten DTM-Auftritt in Misano und wir haben zwei gute Rennen gesehen. Audi und BMW haben jeweils ein Rennen gewonnen und Neuling Aston Martin hat hier und da wieder sein Potenzial gezeigt. Der Auftritt von Andrea Dovizioso hat für viel Stimmung und Aufmerksamkeit gesorgt. ‚Dovi‘ hat einen starken Eindruck hinterlassen, er war mit einem ungewohnten Fahrzeug auf Anhieb schnell. Für mich war das keine Überraschung. MotoGP-Fahrer bändigen tagtäglich ein Leistungsgewicht, das jenseits von Gut und Böse ist. Sie wissen, was Grip ist. Und sie wissen, wie man mit Reifen umgehen muss.“
Gerhard Berger, 1. Vorsitzender ITR e. V.

„Einfach genial! Wir haben extrem hart für den Sieg gearbeitet. Die neuen Autos sind super schön zu fahren, aber für die Mechaniker auch jede Menge Arbeit. Die Jungs haben sich das verdient – und ich glaube, ich mir auch. Der Samstag hätte besser laufen können, denn wir streben immer nach Perfektion. Die gibt’s selten. Der Sieg tut aus diesem Grund richtig, richtig gut.“
Nico Müller, Sieger

„Von Platz neun startend darf man in der DTM nicht davon ausgehen, auf das Podium zu fahren. Ich muss mich heute vor meinem Team verneigen, das einen herausragenden Job gemacht hat. Ich habe heute versucht, die Reifen in dieser Hitze über die Distanz zu bringen – das ist mir gut gelungen. Die Punkte sind natürlich Gold wert.“
Philipp Eng, 2. Platz

„Ich hatte keinen guten Start, dazu einige Berührungen in der ersten Runde. Dann später der Reifenschaden – gut gelaufen ist es heute nicht. Platz drei ist daher ein richtig gutes Ergebnis. Im Team Rosberg sind wir ein eingespieltes Team, wo jeder weiß, was er tut. Wir hätten heute zusammen mehr erreichen können. Aber ich bin nicht unzufrieden.“
René Rast, 3. Platz

„Ich habe das Wochenende in der DTM richtig genossen. Die Autos sind schön zu fahren. Sie haben jede Menge Leistung, Tempo und Abtrieb. Aber auf diesem fahrerischen Niveau mitzuhalten, ist schwierig. Alles in allem aber eine tolle Erfahrung.“
Andrea Dovizioso, 12. Platz

 

Ergebnis – 2. Rennen, Misano

01. Nico Müller (SUI), Audi, 38 Runden in 57.37,468 Minuten
02. Philipp Eng (AUT), BMW, + 7,628 Sek.
03. René Rast (GER), Audi, + 16,804 Sek.
04. Robin Frijns (NED), Audi, + 20,072 Sek.
05. Pietro Fittipaldi (BRA), Audi, + 20,430 Sek.
06. Joel Eriksson (SWE), BMW, + 23,645 Sek.
07. Jonathan Aberdein (RSA), Audi, + 24,813 Sek.
08. Bruno Spengler (CAN), BMW, + 28,460 Sek.
09. Sheldon van der Linde (ZAF), BMW, + 29,003 Sek.
10. Mike Rockenfeller (GER), Audi, + 47,798 Sek.

Schnellste Rennrunde: Robin Frijns (NED), Audi RS 5 DTM, 1.27,291 Min.
Pole-Position: René Rast (GER), Audi RS 5 DTM, 1.25,384 Min.
Wetter: 35°C, sonnig
Strecke: 41–49°C, trocken  


Taktik-Check – 2. Rennen, Zolder

#51 – Nico Müller (SUI)
Erster Stint: 45 Prozent » Boxenstopp: Runde 17 » Zweiter Stint: 55 Prozent

#25 – Philipp Eng (AUT)
Erster Stint: 42 Prozent » Boxenstopp: Runde 16 » Zweiter Stint: 58 Prozent

#33 – René Rast (GER)
Erster Stint: 37 Prozent » Boxenstopp: Runde 14 » Zweiter Stint: 63 Prozent


Wow-Fact I – 2. Rennen, Misano

High Five
Rast, Frijns, Aberdein, Müller und Fittipaldi – Audi dominierte am Sonntag das Qualifying zum zweiten Rennen. Die Top Fünf in der Startaufstellung trugen die vier Ringe.


Wow-Fact II – 2. Rennen, Misano

26,1%
Zwei Meisterschaftskandidaten der DTM sind zeitgleich auch die erfolgreichsten Fahrer des 2019er-Kaders. René Rast (GER, Audi) hat in 46 Einsätzen zwölf Siege geholt – was einer Siegquote von 26,1% entspricht. Marco Wittmann (GER, BMW) hat in seinen 100 Rennen 13 Siege gefeiert und kommt damit auf eine Siegquote von 13,0%. Zum Vergleich: Der nächst-erfolgreiche Fahrer unter den Rennsiegern ist Jamie Green (GBR, Audi), der in 181 Rennen 16 Siege erreichte – die höchste absolute Zahl, gleichbedeutend mit 8,8% Siegquote. Übrigens: DTM-Legende Roberto Ravaglia (ITA), aus dessen Händen der Sieger nach dem Sonntagsrennen in Misano die Trophäe erhielt, kam in seiner aktiven Zeit auf 6 aus 49 – also auf eine Siegquote von 12,2%.


Regel im Fokus

Boxenstopps – Bei beiden Rennen müssen die Fahrer mindestens einmal in der Boxengasse alle vier Reifen wechseln. Wann das geschieht, entscheiden die Teams und Fahrer. Beim Boxenstopp dürfen maximal neun Mechaniker am Auto eingesetzt werden mit nur einem Schlagschrauber pro Fahrzeugseite. Der neunte Mechaniker fungiert als „Reifenfänger“. Boxenstopps während einer Safety-Car-Phase zählen nicht als Pflichtstopp. Das Tempolimit in der Boxengasse beträgt 50 km/h.

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