Maß halten – bei der Aerodynamik zählt jeder Millimeter | DTM.com | Die offizielle Webseite
2015-12-21 09:45:00

Maß halten – bei der Aerodynamik zählt jeder Millimeter

  • Bei verregneten Rennen ist die aerodynamische Wirkung anhand der Gischt zu erahnen.
  • Bei verregneten Rennen ist die aerodynamische Wirkung anhand des Luftstroms zu erahnen.
  • Besonders in Kurven werden die DTM-Wagen förmlich an die Strecke gepresst.

Das Technische Reglement der DTM ist rund 200 Seiten stark und umfasst 23 verschieden Artikel. Der dickste Brocken des Regelwerks befasst sich mit der Aerodynamik der DTM-Fahrzeuge und ist vollgestopft mit Vorschriften über Mindest- und Maximal-Maße. Kaum etwas ist derart komplex und schwierig zu beschreiben, wie die dreidimensionalen Karosserieteile, die vom Fahrtwind berührt werden. Dabei ist die Aerodynamik eines Autos ein ganz wesentlicher Performance-Faktor. Gilt es doch der vorbeiströmenden Luft so wenig Widerstand und Angriffsfläche wie möglich zu bieten, aber zugleich die Kraft des Luftstroms zu nutzen, um das Auto möglichst fest auf die Straße zu drücken. Kein Wunder also, dass die Konstrukteure versuchen, die vom Reglement erlaubten Maximalmaße der Karosserie bis zum letzten Millimeter auszunutzen.

Welche Kräfte durch die Aerodynamik entstehen, verdeutlicht die Tatsache, dass ein DTM-Auto bei 260 Stundenkilometern so viel Abtrieb erzeugt, dass es mühelos an einer Decke entlang fahren könnte. Doch auch 120 Jahre nach der Entwicklung des Automobils sind die Geheimnisse der Luft noch immer nicht vollständig erforscht, weshalb Aerodynamiker am liebsten 365 Tage im Windkanal stehen würden, um mit allen nur denkbaren Tricks nach der idealen Form der zulässigen Anbauteile zu suchen. Dabei geht es um jeden Millimeter, denn jede noch so kleine Fläche kann mitunter riesigen Einfluss auf die Performance des Autos haben. Am Heckflügel der DTM-Autos gibt es beispielsweise eine senkrecht oder, je nach Einstellwinkel des Profils, leicht nach vorne stehende Kante: den sogenannten Gurney Flap. Glaubt man den Rennfahrern, dann wäre das Auto ohne dieses Bauteil unfahrbar.

Bei ihren Konstruktionen müssen die Verantwortlichen höllisch aufpassen, denn der deutsche Motorsport Bund und der Dekra überprüfen die zulässigen Maße vorzugsweise nach einem Rennen. Wer sich also zu nahe an die erlaubten Grenzen wagt, läuft Gefahr, dass er im Ziel disqualifiziert wird.

Was sich so lapidar liest, ist in der Umsetzung extrem aufwendig und zudem kostenintensiv. Nur wenn die Formen für die aus Verbundwerkstoff gefertigten Karosserieteile wirklich absolut präzise gefertigt sind, können die Teams auch sicher sein, dass die produzierten Teile innerhalb der Toleranzen liegen. Je präziser ein Fertigungsprozess sein muss, desto teurer ist er auch. Mindestens genauso wichtig wie die Herstellung, ist die richtige Montage der Teile am Auto. Allein schon deshalb, weil die Maße nur im verbauten Zustand überprüft werden.

Längst wagen sich die Konstrukteure derart knapp an die Grenzen des Erlaubten, dass eine Überprüfung mit bloßem Auge oder klassischen Messmethoden nicht mehr möglich ist. Aus diesem Grund kommen hochpräzise 3D-Messarme zum Einsatz, die von geschulten Ingenieuren bedient werden. Trotz dieser Hilfe wäre ein technischer Kommissar wohl tagelang beschäftigt, wenn er alle auf den insgesamt 69 Seiten des DTM-Aero-Reglements definierten Maße auf einmal kontrollieren wollte. 

 

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