Norisring: Die Analyse Teil 1 | DTM.com | Die offizielle Webseite
2005-07-18 21:39:41

Norisring: Die Analyse Teil 1

Norisring: Die Analyse Teil 1

Das sechste DTM-Rennen des Jahres war eines der besten und spannendsten in der DTM-Geschichte. Vor der neuen DTM-Rekordkulisse von 143.000 Zuschauern am Rennwochenende erlebten die Besucher packende Tür-an-Tür-Duelle, zwei Safety-Car-Phasen und zahlreiche Überholmanöver. Das sorgte für reichlich Action auf der Strecke und wirbelte die Platzierungen Runde für Runde kräftig durcheinander. Am Ende holte Gary Paffett Saisonsieg Nummer drei, dahinter wurde Christian Abt im Vorjahreswagen sensationell Zweiter. Als Dritter hält der amtierende Champion Mattias Ekström dem Kampf um die DTM-Krone weiterhin offen. Aber nicht nur an der Spitze war das Rennen spannend – dahinter wurde mitunter knallhart um jeden Meter Asphalt gefightet. www.dtm.de hat die Leistung der Fahrer und Teams am gesamten Rennwochenende unter die Lupe genommen:

Gary Paffett: Wieder ein perfektes Wochenende für den Briten. Mit seinem zweiten Sieg in Folge, dem dritten in der Saison, sicherte er sich außerdem die Führung in der Fahrerwertung. Neben Pole-Mann Kristensen aus Reihe eins gestartet musste er sich dem Dänen nur unmittelbar nach dem Start geschlagen geben – hinter der ersten Kurve lag er dann in Führung. Als in Runde 30 das Safety-Car zum zweiten Mal auf die Stecke kam, machte Paffett in Führung liegend seinen ersten Boxenstopp, einen Umlauf später den zweiten Stopp. In Runde 60 eroberte er Platz eins zurück – 42 Runden führte „Gary Perfect“ das DTM-Feld an.
Note 1

LChristian Abt: Dieses Rennen wird der Allgäuer bestimmt noch lange in positiver Erinnerung behalten: Nach dem Qualifying war Abt nur 17. – mehr war bei der Leistungsdichte in der DTM nicht dran. Im Rennen lief für Abt alles optimal. Der Allgäuer machte 15 Positionen gut und fuhr nach 72 Runden als Zweiter über die Ziellinie. Sehenswert: Der Zweikampf mit Bernd Schneider. Bester Audi, bester Fahrer eines Vorjahreswagen und auch in der Tabelle hat Abt mit acht zusätzlichen Zählern einen Sprung bis auf Platz sechs gemacht. Etwas Rennglück gehört sicherlich dazu – aber auch das muss man sich erarbeiten…
Note 1

Mattias Ekström: Der sechste Saisonlauf war spannend und spektakulär bis zur letzten Sekunde. Vor allem für den amtierenden Champion: Von Platz fünf gestartet wurde der Schwede zweieinhalb Mal umgedreht, setzte das Rennen jedes Mal fort und kämpfte sich wieder nach vorne. Die Kampfspuren waren im Ziel deutlich sichtbar: das Auto: schwer lädiert, die Tür halboffen und eingedrückt. Trotzdem wurde „Ecki“ Dritter. Normalerweise geht man nach so einem Rennen leer aus. Die Führung in der Fahrerwertung musste er zwar abgeben, ist mit nur drei Punkten Rückstand aber in Schlagdistanz zu Paffett.
Note 2

Allan McNish: Bester DTM-Neuling auf dem Norisring. Der Schotte musste sich erst auf den tückischen Stadtkurs einschießen. In beiden Tests am Freitag war er Schlusslicht, im Qualifying nur Zwölfter. Im Ziel wusste der McNish gar nicht, auf welchem Platz er war – so turbulent war das Rennen. Und das begann für den Schotten bereits in der ersten Kurve sehr ereignisreich: Nach einer Kollision mit Heinz-Harald Frentzen kam er als Vorletzter aus der ersten Runde zurück. Die Folgen des Unfalls: eine beschädigte Aufhängung und eine neue Haube beim ersten Stopp. Am Ende reichte es zu Platz vier.
Note 2

Martin Tomczyk: Zum ersten Mal in dieser Saison schaffte es Tomczyk nicht in die Super Pole – sonst war er in allen fünf Einzelzeitfahren dabei. Nach dem Qualifying auf dem Norisring belegte der Rosenheimer nur Platz 14. In einem chaotischen Rennen behielt Tomczyk die Übersicht und machte sukzessive Positionen gut. Ein Missverständnis mit seiner Boxencrew bedeutete, dass er in Runde 32 einen extra Stopp einlegen musste. Platz fünf und neun Plätze gut gemacht.
Note 3

RHeinz-Harald Frentzen: Wie knapp die Zeitabstände am Norisring sind erfuhr Frentzen im Qualifying. Die Super Pole verpasste der Mönchengladbacher nur um 0,033 Sekunden. Als Elfter ging Frentzen ins Rennen und wurde direkt nach der ersten Kurve in einen Unfall verwickelt – plötzlich war er Letzter. Danach hielt sich der ehemalige Formel-1-Pilot aus allen Scharmützeln heraus. Zu Beginn der zweiten Safety-Car-Phase bog er zu seinem zweiten Pflichtboxenstopp in die Boxenstrasse ein, aber dort stand schon Marcel Fässler und Frentzen konnte nicht direkt abgefertigt werden. Im Ziel wurde er Sechster.
Note 2

Tom Kristensen: Zum zweiten Mal in Folge sicherte sich Tom Kristensen die Pole Position – und wieder konnte er den besten Startplatz nicht in einen Sieg ummünzen. Lange Zeit lag der Däne hinter Paffett auf Rang zwei. Als während der Safety-Car-Phase der Funkspruch zum Boxenstopp kam, war er schon an der Boxeneinfahrt vorbei. Dadurch wurde die gesamte Strategie über den Haufen geworfen. Von Runde 31 bis 59 lag Kristensen in Führung und wusste schon: Er kann das Rennen nicht mehr gewinnen. Platz sieben, zwei Punkte – waren die magere Ausbeute. Schwacher Trost: Platz drei in der Fahrerwertung, aber 16 Punkte Rückstand auf Paffett.
Note 4

Pierre Kaffer: Im Qualifying flop – im Rennen top. Punkterang mit Ansage. Nach dem enttäuschenden Qualifying und Platz 19 sagte Kaffer: „In 72 Runden und mit zwei Boxenstopps kann noch eine Menge passieren." Er hatte Recht, denn in den 72 Vollgas-Runden passierte jede Menge. Nach dem Start musste Kaffer Ausgangs der ersten Kurve auf null runterbremsen, um nicht mit Frentzen zu kollidieren, der von McNish gedreht wurde – von Platz 18 blies er zur Aufholjagd. Mit etwas Glück beendete Kaffer das Rennen in den Punkten und sicherte sich und seinem Team einen Zähler.
Note 3

Manuel Reuter: Nach der Super Pole war Reuter mit dem Ergebnis zufrieden: Startplatz sechs. Im Rennen lief es für den Wahl-Österreicher bis zum letzten Umlauf sehr gut – ab der sechsten Runde jagte er als Vierter dem Spitzentrio hinterher. Nach der zweiten Safety-Car-Phase und dem zweiten Pflichtboxenstopp fand er sich aber nur auf Platz 14 wieder. Danach machte Reuter Runde für Runde Boden gut und fuhr wieder bis auf Rang vier vor. Um ein gutes Ergebnis brachte er sich aber selbst: Als Mattias Ekström in der letzten Runde die Tür aufließ, wollte er seine Chance nutzen um auf das Podium zu fahren. Dass misslang gründlich Stattdessen drehte er Ekström um und erhielt dafür 30 Sekunden Zeitstrafe. Als Dritter überquerte Reuter zwar die Ziellinie, aber durch die Strafe fiel er auf Rang neun zurück.
Note 3

Bernd Schneider: Vom zehnten Platz ist der DTM-Rekordchampion gestartet – als Zehnter wurde er am Ende gewertet. Man könnte annehmen, Bernd Schneider fuhr ein unauffälliges Rennen. Falsch: Im Ziel angekommen, hatte er ein hartes Stück Arbeit hinter sich: Rundenlanger Zweikampf mit Ekström um Platz vier, den er im 58. Umlauf zunächst überholte. Einige Kurven später brachte ihn Teamkollege Spengler um den verdienten Lohn. In der „Dutzendteich-Kehre“ fuhr er Schneider aufs Heck, so dass sich der Rekordchampion drehte und auf Rang acht zurückfiel. Sechs Runden später war Schneider bei seiner Aufholjagd der Übeltäter und beförderte Teamkollege Margaritis ins Aus. Für das Manöver kassiert Schneider eine Zeitstrafe - 30 Sekunden auf die Gesamtzeit addiert bedeuteten im Ergebnis Platz zehn.
Note 4

Tickets 2019

Tickets 2019

Jetzt Tickets für die DTM-Saison 2019 im Vorverkauf bestellen.

Zur Übersicht

Zur Übersicht.

Bosch

DTM.tv

Action pur und gute Unterhaltung: Bewegende Bilder rund um die DTM.

Mehr sehen