Ogier: „Ich kann eigentlich nur überraschen – auch mich selbst“ | DTM.com | Die offizielle Webseite
2018-09-15 08:00:00

Ogier: „Ich kann eigentlich nur überraschen – auch mich selbst“

Ogier: „Ich kann eigentlich nur überraschen – auch mich selbst“

Ein prominenter Name steht in der Teilnehmerliste der DTM in Spielberg. Der fünffache Rallye-Weltmeister Sébastien Ogier stellt sich im Mercedes-AMG C 63 DTM der Herausforderung DTM. Im Interview erklärt der Franzose, wie es zu seinem Gaststart kam und was er sich vorgenommen hat.

Wer hatte die Idee, dass Du in Spielberg DTM fährst?

So genau weiß ich das gar nicht mehr, denn ich bin ja mit einigen Akteuren in der DTM gut befreundet. Auf alle Fälle hat mich Mercedes Anfang des Sommers gefragt, ob ich Interesse hätte. Und klar hatte ich! Die DTM ist eine extrem hochwertige und professionelle Serie. Es wird eine echte Herausforderung, gegen die 18 sehr starken Piloten zu fahren.

Verfolgst Du die DTM?

Ja, schon sehr genau. Meine Frau Andrea Kaiser arbeitet ja seit diesem Jahr in der DTM als TV-Moderatorin für SAT.1. Zudem ist Toto Wolff ein guter Freund von mir. Genau wie er lebe ich in Kitzbühel. Unsere Kinder und auch der Sohn von Gerhard Berger sind alle ungefähr im gleichen Alter zwischen ein und zwei Jahren. Das verbindet.

Warum startest Du gerade in Spielberg? 

Nicht wie alle glauben wegen meines Sponsors. In erster Linie ging es darum, ein freies Wochenende zu finden. Und einen Termin, wo ich auch in der Woche danach keine Rallye habe. Denn ich bin mitten im WM-Kampf. Da wäre es schwierig, wenn ich mich erst ab Montag auf die bevorstehende Rallye konzentrieren könnte.

Wie ist Dein Bild von der DTM?

Die DTM ist richtig harte Arbeit. Die Autos sind sensationell stark, die Kurvengeschwindigkeiten beeindruckend. Dazu kommt, dass die Abstände unglaublich gering sind – hier liegen oft alle Autos innerhalb von wenigen Zehntelsekunden. Ich kenne keine Meisterschaft, wo das Feld so eng zusammen liegt und wo jeder kleinste Fehler platzierungsmäßig so sehr bestraft wird.

Einige Kollegen trauen Dir viel zu. Sie meinen auch, der Red Bull Ring sei ideal für Gaststarter.

Das werden wir sehen. Fest steht, dass die Strecke nicht so einfach ist, wie sie vom Layout her aussieht. Im Gegenteil. Viele der schnellen Kurven haben ihre Tücken und du musst sie sehr präzise erwischen. Ein Vorteil ist, dass ich die Strecke gut kenne. Ich durfte hier im Vorjahr ein Formel-1-Auto testen und ich bin 2014 im Porsche Supercup gefahren.

Damals war Philipp Eng Dein Teamkollege, der heute neben Lucas Auer einer der beiden Österreicher im DTM-Feld ist ...

Ich verfolge beide natürlich genau. Beide haben schon super Rennen geboten, sind sehr schnell.

Ist Dein Rallye-Team M-Sport nicht etwas unglücklich, dass Du mitten im WM-Fight einen Seitensprung in die DTM wagst?

Nein, sie stehen dem Thema sehr aufgeschlossen gegenüber. Man kann immer etwas dazulernen, wenn man etwas anderes ausprobiert. Ich denke, es wird in vielen Bereichen – ob im Auto oder bei den Abläufen – den einen oder anderen Impuls für mich geben, den wir dann auch in der Rallye andenken können.

Die meisten DTM-Piloten trauen Dir sehr viel zu. Zumal Du beim Mercedes-Test in Vallelunga beeindruckt haben sollst ... 

Naja, aber danach ist Alex Zanardi in Misano Fünfter geworden – und hat die Latte fast unerreichbar hoch gelegt. Für mich ist es vor allem mental eine Umstellung: Ich bin es meist gewohnt, als ein Mitfavorit ins Rennen zu gehen. Nun ist es so, dass alles, was besser ist als der letzte Platz eigentlich schon eine Überraschung ist. Als ehrgeiziger Mensch, der immer der Beste sein will, muss ich anders an die Sache herangehen. Ich kann eigentlich nur überraschen – auch mich selbst.

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