R-Motorsport fährt sich warm für die DTM |
2019-02-05 17:15:00

R-Motorsport fährt sich warm für die DTM

R-Motorsport fährt sich warm für die DTM

Die R-Motorsport-Showrooms und die Firmenzentrale, in St. Gallen (Schweiz), sind atemberaubend. Und sie zeigen dem Besucher auf einen Blick alles, was man über die Detailverliebtheit und akribische Präzision der Schweizer wissen muss.

Auch die Tatsache dass die beiden Firmengründer, Florian Kamelger und Andreas Baenziger, sich beide als Orthopäden und Unfallchirurgen einen Namen gemacht haben, lässt ebenfalls erkennen, dass bei R-Motorsport ganz unabhängig vom Firmensitz immer eine gewisse chirurgische Präzision herrschen wird.

Und tatsächlich: Der Motorsport und die Welt der Chirurgie haben viele Gemeinsamkeiten: Bei jedem Weltklasse-Rennsport-Team ähneln die Werkstätten den OPs von Krankenhäusern: klinisch rein, steril und mit bereitgelegtem, makellos sauberem Equipment.

Wie in OPs sind auch die Arbeitsbuchten der Rennsport-Teams so gestaltet, dass sie wichtiges und effizientes Arbeiten um den ‚Patienten‘ herum erlauben, dessen Innereien von einem Team hochqualifizierter Techniker geöffnet, untersucht und gegebenenfalls ersetzt werden können. Techniker, deren präzises und intimes Wissen über das Layout und die Funktionen des ihnen anvertrauten Rennwagens stark an einen Chirurgen erinnert.

Doch bevor wir diese Metapher komplett ausgelutscht haben, sollte wir uns anderen Dingen zuwenden.

So ist es wenig überraschend zu erfahren, dass R-Motorsport-Teamchef Florian Kamelger (42), regelmäßig zwischen der Chirurgie und der Rennstrecke pendelt.

Als wir mit ihm telefonieren, steckt er gerade auf der anderen Seite der Welt – beim Training fürs 12h-Rennen von Bathurst, in dem R-Motorsport mit zwei Aston Martin V12 Vantage GT3 an den Start gehen wird. Später, im Rennen, wird R-Motorsports von Jake Dennis, Marvin Kirchhöfer und Matthieu Vaxiviere gefahrenes Pro Car in Führung gehen, diese Führung erst zehn Minuten vor Rennende verlieren, letztlich als Zweiter ins Ziel kommen und damit die lange und großartige Rennsport-Karriere des V12 ausklingen lassen.

Ein großartiger David-Goliath-Auftritt – und vielleicht ein Ausblick auf die bevorstehende Saison. Eins ist klar: Mag in Kamelgers Welt auch schon jede Menge los sein, die kommenden Monaten werden noch viel, viel arbeitsamer.

Nach Bathurst geht’s zurück nach St. Gallen wo er die Vorbereitungen einer Flotte von Aston Marin Vantage für die DTM-Saison 2019 fortsetzen wird.

Eine Aufgabe die man nur als enorm bezeichnen kann. Schließlich muss Kamelger nicht nur ein brandneues Auto und ein ebensolches Team auf die Beine stellen, er muss sich auch öffentlich der Konkurrenz der anderen beiden DTM-Hersteller – Audi und BMW – stellen.

Während man sich im GT-Sport aufgrund der unterschiedlichen Klassen eventuell gelegentlich eine Atempause gönnen kann, ist es in der DTM absolut unmöglich, sich zu verstecken. Und Kamelger ist bewusst, dass R-Motorsport schnell beweisen muss, dass es vorn mitfahren kann, wenn es von den Konkurrenten ernstgenommen werden soll.

Doch davon lässt er sich nicht aus der Ruhe bringen: „Wir lassen uns von der DTM nicht einschüchtern“, sagt er selbstbewusst. „Im Gegenteil, wir freuen uns auf die Herausforderung. Wir haben das Gefühl, dass wir hochprofessionelle Partner und eine starke Basis haben, auf der wir unser Programm aufbauen können.“

Wie alle erfolgreichen Persönlichkeiten legt auch Kamelger im Gespräch ein hohes Maß an Contenance an den Tag. Als ‚Herrenfahrer‘ kennt er das Geschäft und ist davon überzeugt, dass in den höchsten Motorsportklassen Erfolg einzig mit der richtigen Vorbereitung und allen notwendigen Zutaten erzielt werden kann.

Die Aston-Martin-Vertretung in St. Gallen ist ein perfektes Beispiel für diese perfektionistische Herangehensweise: makellos, blitzsauber, mit einer beruhigenden Atmosphäre – und Aufmerksamkeit selbst fürs kleinste Detail. Das geht so weit, dass sogar Aston Martins ‚Chief Creative Officer‘ Marek Reichmann in die Schweiz gebeten wird, um die Innengestaltung des atemberaubenden Showroom-Herzstücks zu leiten.

Der Grund für die Verbindung zu Aston Martin ist laut Kamelger relativ zufällig: „Das war einfach“, berichtet er. „Mein Geschäftspartner Andreas kauft sich 2007 einen Aston Martin DBS. Und von diesem Zeitpunkt an entwickelte sich unsere Liebe für Aston und wurde immer tiefer. Und dann war da natürlich auch unser glückliches Treffen mit [dem ehemaligen Aston-Martin-CEO] Ulrich Bez, der zu einem guten Freund wurde und uns ermutigte, eine Aston-Martin-Vertretung in der östlichen Schweiz zu eröffnen. Wir sind eine von fünf Aston-Martin-Vertretungen in der Schweiz und sind seit 2010 im Geschäft. Als wir mit der Planung unserer Vertretung beschäftigt waren, war mir und Andreas klar, dass wir etwas anders machen mussten, um eine Chance gegen die großen Händler zu haben. Also entschlossen wir uns, einen ganz eigenen Weg zu gehe. Und bei unserer Leidenschaft für Autos war der Motorsport die logische Entscheidung.“

Wie die Aston-Vertretung ist auch Kamelgers Leidenschaft für das DTM-Projekt geerdet und realistisch – und basiert dennoch auf riesigen Erwartungen. Man bekommt den Eindruck, dass er Erfolge erwartet – und zwar nicht gelegentlich und mehr oder weniger zufällig, sondern als natürliche Folge der Bemühungen und Aktivitäten, die das Team bei der Vorbereitung des Programms für den Saisonauftakt unternimmt.

Schlüssel zu diesem Selbstbewusstsein ist R-Motorsports Allianz mit HWA, den Experten wenn es um die Vorbereitung von Autos für die DTM geht.

„Technologischer Fortschritt ist die Basis für die Entwicklung der Chirurgie“, sagt er. „Und ich bin wirklich gespannt darauf, herauszufinden, wie unsere Partnerschaft mit HWA uns in die Lage versetzen wird, bei der gemeinsamen Arbeit an unseren Serien- und Rennautos die Grenzen zu verschieben und in punkto neue Technologien Pionierarbeit zu leisten. Darüber hinaus ist HWAs Ruf einzigartig und ich habe das Gefühl, dass wir das Zeug haben, gemeinsam ein sehr erfolgreiches DTM-Team auf die Beine zu stellen. Wir haben gemeinsam bis in die Tiefe überprüft, wie wir gemeinsam arbeiten, interagieren und vorgehen können und wir sind fest davon überzeugt, dass unsere Partnerschaft stark ist.“

Doch auch wenn sein Ansatz rational ist, lassen Sie sich davon nicht täuschen: klinisch sachlich ist er nicht. Das Gegenteil ist der Fall. Da ist ein zugrundeliegender, tiefer Enthusiasmus zu spüren, der ihn und das ganze Team antreibt.

„Wir fühlen eine brennende Leidenschaft für Aston“, sagt er. „Ich liebe Autos – und das ist die Emotion, auf der R-Motorsport aufgebaut wurde. Nachdem wir 2018 die Blancpain bestritten haben, kann man ruhig sagen, dass die DTM nicht der nächste logische Schritt für uns war. Dennoch machte es irgendwie Sinn. Wir sind davon überzeugt, dass in der DTM die besten Tourenwagen der Welt am Start sind und deshalb waren wir der Ansicht, dass sie sowohl für uns als auch den Aston Martin Vantage das natürliche Umfeld darstellt.“

Gegen Audi und BMW anzutreten – und sie zu schlagen – ist ein gewaltiges Ziel, doch laut Kamelger eines, dass durchaus zu realisieren ist.

„Wir werden definitiv gut genug fürs vordere Drittel der Startaufstellung sein “, sagt er. „Allerdings ist es noch etwas zu früh, um über Siege zu reden. Immerhin treten wir gegen zwei große Hersteller an, die in der DTM etabliert und bekanntermaßen sehr stark sind. Nichtsdestoweniger wollen wir zeigen, was wir können. So ist es halt. Wenn du deine ersten Schritte machst, willst Du auch nicht sofort Olympiasieger über 100 Meter werden.“

Olympische Spiele oder nicht, R-Motorsport wird im Mai in Hockenheim auf der Startaufstellung für den DTM-Saisonauftakt stehen. Und von diesem Zeitpunkt an liegen und bleiben die Karten offen auf dem Tisch.

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