Rast wie im Rausch | DTM.com | Die offizielle Webseite
2017-06-18 17:15:00

Rast wie im Rausch

Rast wie im Rausch

Ein Rookie rockt die DTM. In seinem insgesamt erst neunten Rennen in der „Champions League des Tourenwagensports“ holte sich René Rast am Sonntag auf dem Hungaroring vor 39.500 Zuschauern seinen ersten Sieg vor Markenkollege Mattias Ekström und BMW-Pilot Maxime Martin. Das sehr gute Audi-Ergebnis komplettierten Nico Müller und Jamie Green auf den Plätzen vier und fünf. Bereits am Vormittag hatte sich Rast in Ungarn die Pole Position gesichert. Mit insgesamt 70 Punkten und einem Zähler Vorsprung auf Mercedes-AMG-Fahrer Lucas Auer übernahm der Mindener auch die Führung in der Gesamtwertung der DTM. Es folgen Green (65) und Ekström (62).

„Ich kann meine Gefühle gar nicht richtig in Worte fassen. Auf diesen Moment habe ich meine ganze Karriere gewartet. In der DTM als Erster über die Ziellinie zu fahren, ist eines der besten Gefühle, die ich je im Motorsport hatte. Die Führung in der Gesamtwertung ist ein Bonus obendrauf. Wir haben in den letzten Wochen hart daran gearbeitet, uns zu verbessern. Der heutige Tag ist eine schöne Belohnung dafür“, freute sich Rast.

Tags zuvor hatten Mercedes-AMG-Pilot Paul Di Resta sowie die beiden BMW-Piloten Timo Glock und Bruno Spengler als einzige von einer frühen Safety-Car-Phase und dem kurz zuvor erfolgten Boxenstopp profitiert und waren allesamt bis aufs Podium gerast. Am Sonntag hatten alle drei Hersteller daraus ihre Lehren gezogen. Bereits nach zwölf Runden hatten alle 18 Fahrer, ausgenommen Mercedes-AMG-Pilot Maro Engel, der folgte in Runde 17, ihren Boxenstopp bereits absolviert. Pech hatte Mike Rockenfeller, dessen Audi kurz vor dem Start wegen einer defekten Bremsleitung in die Box musste. „Rocky“, der immerhin Fünfter nach dem Qualifying gewesen war, startete aus der Boxengasse hinter dem Feld in das Rennen. Unterm Strich ergatterte er als Zehnter zumindest noch einen Punkt.

Und so ergab sich 25 Minuten vor dem Rennschluss folgende Reihenfolge an der Spitze: Mattias Ekström lag vor Rast und BMW-Pilot Maxime Martin, der schon in Runde eins die Box aufgesucht hatte, an der Spitze. Auch im Verfolgerfeld gab es lange Zeit keine Verschiebung, ehe Audi-Pilot Jamie Green in Runde 27 zunächst den gestrigen Sieger Paul Di Resta auf Rang sechs und zwei Runden später Titelverteidiger Marco Wittmann (BMW) auf Platz fünf passierte. Kurz darauf musste der Vorjahreschampion das Rennen zwei Runden vor Schluss aufgeben. In Runde 31 kassierte Rast dann den führenden Ekström. „Ich wusste, dass Mattias früh gestoppt hatte und er ein paar Runden mehr mit seinen Reifen hatte. Ich folgte ihm eine Zeitlang, bis ich sah, dass er kurz vor dem Ende mehr als normal in den Kurven rutschte und dann habe ich mein DRS aktiviert und ihn attackiert“, erklärte Rast, der in Runde elf, acht Runden nach dem Schweden, seine Pneus getauscht hatte. 

Mattias Ekström war insgesamt sehr zufrieden mit seinem Wochenende: „Nachdem ich am Start gegenüber Nico und René Boden verloren hatte, dachte ich, meine einzige Chance, ist ein früher Stopp. Nachdem ich wieder rauskam, hatte ich eine freie Strecke und konnte so schnell fahren, wie es ging. Aber am Ende fing ich mehr und mehr an zu rutschen. Mir war es wichtig, das Podium zu verteidigen, deshalb habe ich nicht mehr voll attackiert. René war schneller. Zweimal Dritter im Qualifying, ein Fünfter und ein Zweiter Platz im Rennen. Ich konnte hier einige Punkte mitnehmen.“ Vor einer kniffligen Herausforderung steht der Schwede in den kommenden Tagen aber abseits der Strecke. Der nächste DTM-Lauf am Norisring – vom 30. Juni bis 2. Juli – kollidiert mit dem Lauf zur Rallycross-WM in seiner Heimat im Höljes Motorstadion. In beiden WM-Wertungen liegt „Eki“ jeweils acht Punkte hinter dem Führenden aussichtsreich im Rennen. „Ich bin ein entscheidungsfreudiger Mensch, aber ich bin sehr froh, diese Entscheidung nicht treffen zu müssen. Egal, wie du dich entscheidest, es wird immer Menschen geben, die sagen werden, wie konntest Du dich so entscheiden? Dieter Gass hat einen wirklich guten Job“, sagte Ekström ironisch in Richtung seines Chefs.

Zufrieden war auch der Drittplatzierte Maxime Martin nach seiner Aufholjagd von 18 auf drei. „Damit hatte ich nicht gerechnet. Ich hatte eine aggressive Strategie gewählt, um dann zu sehen, wie weit ich komme. Ich war nicht weit weg vom Führungsduo. Ich hatte gestern einige technische Probleme, wenn du dann Letzter nach dem Qualifying bist und aufs Podium fährt, dann war das Wochenende doch nicht zum vergessen“, so der Belgier.  

Einen rabenschwarzen Tag erlebte Lucas Auer. Der Österreicher startete als Sechster, verbremste sich aber in Runde sechs bei seinem Boxenstopp und fuhr dabei beinahe einem Mechaniker über den Fuß. Dabei stellte er sein Auto so schief hin, dass die Mechaniker den Schlagschrauber kaum an das rechte Hinterrad bekamen, was den ehemaligen Gesamtführenden sehr viel Zeit kostete. Nach 23 Runden musste „Luggi“ seinen Mercedes-AMG mit einem technischen Defekt in der Box abstellen. „Ich habe von Anfang an leichte Probleme gehabt, die am Ende größer geworden sind. Deshalb habe ich das Auto vorsichtshalber abgestellt. Ich konnte nicht mehr weiterfahren. Schade, denn die Qualifyings sahen gestern und heute so aus, als ob ich wenigstens ein paar Punkte hätte mitnehmen können. Ich habe mich beim Boxenstopp etwas verbremst, aber so läuft es eben manchmal im Motorsport. Wir haben noch sechs Rennwochenenden und da ist noch alles drin," so Auer. Bester Mercedes-AMG-Fahrer war im zweiten Rennen Paul Di Resta als Sechster. 

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