Richtlinien-Katalog: Welche Vergehen wie bestraft werden | DTM.com | Die offizielle Webseite
2016-07-22 15:15:00

Richtlinien-Katalog: Welche Vergehen wie bestraft werden

  • Richtlinien-Katalog: Welche Vergehen wie bestraft werden
  • Richtlinien-Katalog: Welche Vergehen wie bestraft werden

Zu Beginn eines Jahres rauchen in diversen Arbeitsgruppen die Köpfe, um die bestmöglichen Rahmenbedingungen für die kommende DTM-Saison zu schaffen. Zu ihnen zählt auch die ‚Sporting Working Group’, in der DTM- und DMSB-Verantwortliche sowie Vertreter der drei Premiumhersteller sitzen. Ihre Aufgabe ist es unter anderem am Sportlichen Reglement zu feilen, zu dem auch die möglichen Bestrafungen bei verschiedensten Vergehen gehören. Die Ergebnisse dieser Beratungen werden in einem Richtlinien-Katalog festgehalten, der für den Renndirektor und die Rennkommissare in der kompletten Saison Gültigkeit hat. „Wir versuchen uns in der Regel an diese Richtlinien zu halten, haben aber beispielsweise bei möglichen mildernden oder verschärfenden Umständen einen Spielraum“, sagt DMSB-Pressesprecher Michael Kramp. DTM.com durfte Einsicht in diese Richtlinien nehmen und hat die wesentlichen Punkte für euch im Folgenden aufgelistet und gegebenenfalls erläutert.

Strafen für das Verursachen einer Kollision

Hier unterscheiden die Richtlinien in zweierlei Kategorien:

  • Die leichtfertig herbeigeführten Kollisionen ohne gravierende Auswirkungen werden in den Freien Trainings und Qualifyings mit dem Verlust dreier Startplätze in der Startaufstellung bestraft. Im Rennen werden diese mit einer Drive-Through-Strafe belegt, wiederholt der Bestrafte sein Vergehen im weiteren Rennverlauf, wird eine 10-Sekunden-Stopp-and-Go-Strafe gegen ihn verhängt. Ist die Kollision für den Verursacher gleichbedeutend mit dem Aus, wird er ersatzweise mit dem Verlust dreier Startplätze im darauffolgenden Rennen bestraft.
  • Die leichtfertig herbeigeführten Kollisionen mit schlimmeren, gefährlicheren Folgen, werden in Freien Trainings und Qualifyings mit dem Verlust von fünf Startplätzen bestraft. Im Rennen werden diese mit einer 10-Sekunden-Stopp-and-Go-Strafe in der Boxengasse geahndet, wiederholt der Bestrafte sein Vergehen im weiteren Rennverlauf, wird er disqualifiziert. Ist die Kollision für den Verursacher gleichbedeutend mit dem Aus, wird er Ersatzweise mit dem Verlust von fünf Startplätzen im nächsten Rennen bestraft.

Wichtig: Bei der Bestrafung wird ausschließlich das Vergehen geahndet. Es spielt keine Rolle, wie viele Autos der Verursacher mit seinem Fehlverhalten möglicherweise aus dem Rennen befördert hat oder an welcher Position die Betroffenen im Rennen oder im Titelkampf liegen. Diese Vorgehensweise ist auch bei allen weiteren Strafen, bei denen Konkurrenten des Bestraften betroffen sind, obligatorisch.

Strafen bei Geschwindigkeitsüberschreitungen in der Boxengasse

  • Ist ein Fahrer während der Freien Trainings oder Qualifyings in der Boxengasse zu schnell unterwegs, erwarten ihn Bußgelder, die sich nach der Höhe der Überschreitung richten. Bei wiederholten Vergehen können die Rennkommissare zudem eine Verwarnung aussprechen.
  • Während eines Rennens wird eine Geschwindigkeitsübertretung von weniger als 20 km/h mit einer Drive-Through-Strafe geahndet. Ist der Fahrer mehr als 20 km/h zu schnell, ist eine 10-Sekunden-Stopp-and-Go-Strafe vorgesehen.

Strafen fürs Abkürzen

Verlässt ein Fahrer die Strecke und hat dadurch einen Vorteil, werden abhängig von Session und Häufigkeit des Vergehens Strafen verhängt:

  • Im Freien Training: Kürzt der Fahrer zum dritten Mal während einer Session ab, wird er verwarnt.
  • Im Qualifying: Kürzt der Fahrer das erste oder zweite Mal ab, wird die betreffende Runde nicht gewertet. Kürzt er ein drittes Mal in der gleichen Session ab, gibt es zusätzlich eine Verwarnung.
  • Im Rennen: Gewinnt der Fahrer durch sein Abkürzen eine Position, müssen die Plätze, falls möglich, zurückgetauscht werden. Ist dies nicht möglich, reichen die Strafen von einer Verwarnung (beim ersten Abkürzen) bis hin zur Drive-Through-Strafe (beim dritten Abkürzen).

Wichtig: Hat ein Fahrer im Laufe der Saison seine dritte Verwarnung erhalten, wird er im nächsten Rennen in der Startaufstellung um fünf Plätze nach hinten versetzt. Kassiert er seine fünfte Verwarnung, geht es um zehn Plätze nach hinten. Nach dieser Bestrafung werden alle Verwarnungen wieder gelöscht.

Weitere Strafversetzungen in der Startaufstellung

Diese Vergehen werden in den Freien Trainings beispielweise mit einer Rückversetzung in der Startaufstellung bestraft:

  • Abdrängen eines Fahrers von der Strecke in einem gefährlichen Abschnitt (fünf Plätze)
  • Wiederholtes oder gefährliches Behindern eines Fahrers (fünf Plätze)
  • Missachten von gelben Flaggen (drei Plätze)

Diese Vergehen werden in den Qualifyings beispielsweise mit einer Rückversetzung in der Startaufstellung bestraft:

  • Behindern eines Kontrahenten (fünf Plätze)
  • Missachten von gelben Flaggen (drei Plätze)
  • Abdrängen eines Fahrers von der Strecke (drei Plätze oder Verwarnung)

Wichtig: Fünf Plätze für das Behindern während des Qualifyings erscheint im Vergleich zu anderen Vergehen eine besonders harte Strafe – ist sie auch. Die Begründung liegt darin, dass besonders zum Saisonende hin, dieses Vergehen bewusst als taktische Maßnahme gewählt werden kann. Um genau das zu verhindern, haben sich vor allem die in der DTM engagierten Hersteller Audi, BMW und Mercedes-AMG in der ‚Sporting Working Group’ für eine harte Bestrafung in diesem Punkt stark gemacht.

Weitere Drive-Through-Strafen im Rennen

Beispielsweise für diese Vergehen während eines Rennens – inklusive Einführungsrunde und Startaufstellung – sehen die Richtlinien Drive-Through-Strafen vor:

  • Überholen hinter dem Safetycar
  • Der Abstand zum Safetycar oder zum Vordermann während einer Safetycar-Phase beträgt mehr als zehn Autolängen
  • Geschwindigkeitsübertretung in einer Slowzone
  • Überholen unter gelben Flaggen
  • Wiederholtes Abdrängen eines Konkurrenten, der dadurch gezwungen ist, die Strecke zu verlassen
  • Unsafe-Release beim Boxenstopp
  • Ein Fehlstart, bei dem das Auto die Startbox verlässt

Bußgelder

Zahlreiche Vergehen werden in der DTM mit Bußgeldern geahndet. Die können vor Ort zwischen 10 Euro und 50.000 Euro liegen. „Bei der Höhe orientiert man sich an bereits bekannten Fällen. Was hat ein ähnliches Vergehen in zurückliegenden Rennen gekostet?“, erklärt Kramp. Höhere Strafen können gegebenenfalls erst im Nachgang eines Rennens durch die zuständigen Sportgerichte verhängt werden. Allerdings muss man in puncto Bußgelder realistisch sein: Eine spürbare Strafe sind Bußgelder in einer Serie, in der finanzstarke Teams und Hersteller engagiert sind, meistens nicht. Anders ausgedrückt: Eine Rückversetzung in der Startaufstellung trifft Fahrer und Team im Meisterschaftskampf in der Regel härter als 10.000 Euro Strafe.

Tickets 2019

Tickets 2019

Jetzt Tickets für die DTM-Saison 2019 im Vorverkauf bestellen.

Zur Übersicht

Zur Übersicht.

Dabei sein

Ein Besuch bei der DTM ist Pflicht

Du warst noch nie bei der DTM? Wir zeigen Dir, warum ein Besuch bei der DTM Pflicht ist.

Erfahre mehr

Erfahre mehr über die DTM

DTM.tv

Action pur und gute Unterhaltung: Bewegende Bilder rund um die DTM.

Mehr sehen