Robin Frijns: Der Mann, der zweigleisig fährt | DTM
2019-05-03 18:15:00

Robin Frijns: Der Mann, der zweigleisig fährt

Robin Frijns

Wie die Rennfahrer aus früheren Zeiten kombiniert Robin Frijns erfolgreich die Teilnahme an zwei Meisterschaften. Der Niederländer fährt sowohl in der DTM als auch in der Formel E. Hier erklärt er wie das geht.

In vergangenen Jahrzehnten waren Rennfahrer nicht die Spezialisten, die sie heutzutage sind. In den 1960er Jahren fuhr Jim Clark sein Lotus-Formel-1-Auto beispielsweise an einem Wochenende in Monza und am darauffolgenden Wochenende einen Lotus Cortina in Snetterton. Der Schotte verzichtete 1965 sogar auf den Start beim Grand Prix von Monaco um bei den Indy 500 teilzunehmen, die er dann auch prompt gewann. Jackie Stewart machte mehrere Atlantikflüge, als er seine Teilnahme an der CanAm-Serie mit der Formel-1-WM kombinierte. Mario Andretti fuhr grundsätzlich alles, immer, egal wo.

Als die Fahrergehälter anstiegen, wurden diese Doppeleinsätze weniger. Die Fahrer brauchten die zusätzlichen Einnahmen nicht länger, und mit zunehmender Professionalität ging der Spaß, der mit dem Wechseln von einem Rennauto ins andere einherging, weitgehend verloren. In den letzten Jahren sieht man diese Tendenz hingegen doch wieder etwas häufiger.

Fernando Alonso überraschte 2017 mit der Ankündigung, in Indianapolis statt in Monaco zu fahren. Dort gewann er fast das größte Autorennen der Welt. Im Vorjahr gelang es ihm, ein Werksprogramm als Fahrer in der Langstrecken-WM mit der Teilnahme in der Formel 1 zu kombinieren. So gewann er auch die 24 Stunden von Le Mans. 

Am Vorabend der DTM-Saison 2019 startet Robin Frijns das Jahr als frischgekürter Sieger, und zwar nicht mit einem DTM-Auto. Eine Woche bevor er in Hockenheim seine DTM-Saison startet, feierte der 27-Jährige auf dem regennassen Straßenkurs in Paris seinen ersten Rennsieg in der Formel E.

„Man fragt mich oft, ob es für mich schwierig ist, von einem Auto ins andere zu wechseln“, sagt er. „Das bereitet mir aber überhaupt keine Probleme. Im Vorjahr fuhr ich parallel in der GT3 und in der DTM, nun mache ich das mit der DTM und der Formel E. Ich bin dankbar, dass Audi mir die Chance dazu gibt. Und als Rennfahrer kann man nie genug fahren. Zumindest, so sehe ich es.“

Die zwei Rennfahrzeuge könnten unterschiedlicher nicht sein. Frijns’ Audi RS 5 DTM hat einen 600 PS starken Turbomotor und wird auf den traditionsreichsten, schnellsten Rennstrecken in Europa gefahren. Sein Envision-Formel-E-Renner hingegen ist ein Elektrofahrzeug mit 250 kW das auf engen Stadtkursen zwischen Betonwänden herumschlittert. Für Frijns sind die Unterschiede allerdings begrenzt.
„Natürlich gibt es welche“, gibt er zu. „DTM-Autos haben Turbomotoren, die Formel E ist elektrisch. Mein Audi hat ein Dach, in der Formel E gibt es Einsitzer. Aber letztendlich hat man vier Räder und ein Lenkrad und das war es.“ 

Jede Serie hat ihre eigenen Merkmale, aber laut Frijns haben sie eine Gemeinsamkeit: Die Popularität steigt in beiden Klassen. „Das Publikum für die Formel E wird immer größer, was schön ist“, stellt er fest. „Das gilt aber auch für die DTM. Nach meinem ersten Podiumsplatz in Misano im Vorjahr habe ich zum Beispiel viele Rückmeldungen bekommen.“

Das Konzept mit der Extra-Power der neuen Turbomotoren in der DTM gefällt Frijns sehr. Aber bis er seinem Formel-E-Sieg einem Renngewinn in der DTM gegenüberstellen kann, weiß er, was er zu tun hat.

„Ich beklage mich nicht“, sagt er mit einem Lächeln. „Ich mache das, was ich liebe, also bin ich ein glücklicher Mensch!“

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