Südländer mit Vorliebe für Regen | DTM
2000-08-30 19:46:58

Südländer mit Vorliebe für Regen

Auf dem Nürburgring fuhr Pedro Lamy mit dem Mercedes-Benz CLK des Rosberg-Teams im ersten Lauf vom 15. Startplatz auf Rang vier vor. Im zweiten Rennen verteidigte er diese Position.

"Regenrennen liegen mir halt", gab der 28-Jährige aus dem sonnigen Portugal hinterher zu Protokoll, und dabei schien es fast so, als wolle er mit diesem Statement eine andere Erklärung für das erfolgreiche Abschneiden in der launigen Eifel für sich erst gar nicht geltend machen. Der Mann ist bescheiden.

Lamy wirkt eh nicht wie ein typischer Vertreter des südländischen Menschenschlags. Er tritt stets besonnen auf, wirkt zurückhaltend, ja schüchtern, ist nie laut. Eher unauffällig ist er bislang auch in der neuen DTM unterwegs gewesen. Vor den Rennen auf dem Nürburgring war ein siebter Platz (in Oschersleben) sein bestes Resultat.

Dass Lamy, dessen Formel-1-Karriere 1994 nach einem schlimmen Testunfall im englischen Silverstone jäh beendet wurde, grundsätzlich auch im Tourenwagen schnell ist, hat er schon mehrfach bei Tests unter Beweis gestellt. Aber immer dann, wenn es darauf ankommt, sich im Zeittraining die beste Ausgangsposition fürs Rennen zu schaffen, scheint der Mercedes-Pilot aus Lissabon unter Ladehemmungen zu leiden. "In der DTM geht es verdammt eng zu. Da muss man im richtigen Moment gut aufgestellt sein", hat der deutsche Formel 3-Meister von 1992 erkannt.

Aber bislang waren Lamy und sein Mercedes-Benz CLK im Qualiying regelmäßig indisponiert. "Die Saison ist noch recht jung. Ich bin immer noch in einer Lernphase", rechtfertigt er sich. Was er lernen muss, kann Lamy relativ konkret umreißen: "Eigentlich alles." Etwas konkreter: "Vor allem das Auto und die Arbeit mit dem Team." Passt dann mal alles zusammen und schafft er, wie auf dem Sachsenring, als Neunter des Zeittrainings den Sprung in die Top Ten, fehlt es ihm im Rennen an Fortüne. Gleich nach dem Start ging Lamy die erste Kurve etwas zu optimistisch an ­ und landete prompt im Kiesbett.

Die beiden vierten Plätze auf dem Nürburgring, die ihn aus der unteren Region der Tabelle auf Position elf vorgespült haben, als den persönlichen Durchbruch in der DTM zu betrachten, kommt Lamy absolut nicht in den Sinn. Er weiß genau: "Es liegt noch viel Arbeit vor mir und dem Rosberg-Team." Und nach einem Auf kann jederzeit auch wieder ein Ab kommen.

Wie bei den Tests auf dem EuroSpeedway in der vergangenen Woche: Da war Pedro Lamy am ersten Tag Fünfter und kam am zweiten nicht über den zwölften Platz hinaus. Und ehrlich: Er kann ­ und will nicht darauf spekulieren, dass es bei der Premiere der DTM in der einzigartigen Motorsport-Arena in der Lausitz regnet.

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