Spektakel setzt sich fort - Di Resta gewinnt zweiten Lauf | DTM
2016-05-08 16:00:00

Spektakel setzt sich fort - Di Resta gewinnt zweiten Lauf

  • Paul Di Resta jubelt auf dem Dach seines Autos.
  • Das BMW-Team feiert Timo Glock bei der Zieldurchfahrt.
  • Das BMW-Team feiert Timo Glock bei der Zieldurchfahrt.

Erneut lieferten sich die 24 Protagonisten auf dem 4,574 Kilometer langen Kurs einen hochklassigen Kampf – die Ereignisse des DTM-Auftaktwochenendes begeisterten die 78.500 Zuschauer, die in beiden Läufen voll auf ihre Kosten kamen. Am Sonntag sahen sie den ersten Mercedes-Benz-Sieg auf dem Hockenheimring nach knapp vier Jahren: Paul Di Resta feierte einen souveränen Start-Ziel-Erfolg und konnte auch von den wiedererstarkten BMW nicht gestoppt werden. Die Münchener lieferten eine bemerkenswerte Mannschaftsleistung ab und brachten sechs Autos unter den Top 10 ins Ziel. Timo Glock und Augusto Farfus führten diese BMW-Armada an, belegten die Plätze zwei und drei. Der große Verlierer des Sonntags war Audi: vier Fahrzeuge fielen aus – Nico Müller schaffte es als Achter als einziger unter die besten Zehn. Die spektakulärste Darbietung lieferte hingegen Gary Paffett – durch einen Fehler seines Teams beim Boxenstopp und der daraus resultierenden Drive-trough-Strafe blieb ihm ein besseres Resultat als der abschließende fünfte Rang jedoch verwehrt.

Die Geschichte von der Triumphfahrt Di Restas ist recht schnell erzählt. Der Pole-Sitter erwischte einen exzellenten Start und hatte bereits nach wenigen Metern die Verfolger abgeschüttelt. Auch eine Safetycar-Phase gleich zu Beginn konnte den Schotten nicht aufhalten. Als das Safetycar die Strecke verließ, hatte er nach nur einer Runde erneut knapp zwei Sekunden Vorsprung auf seinen Markenkollegen Gary Paffett. Alles lief für den DTM-Champion aus dem Jahre 2010 wie am Schnürchen – bis zu seinem Boxenstopp. Probleme beim Wechsel des vorderen rechten Rades kosteten wichtige Sekunden – nur um Haaresbreite kam er vor Paffett wieder auf die Strecke. Sein Widersacher hatte nun Lunte gerochen und übte mächtig Druck aus – bis die Entscheidung der Rennkommissare den Kampf an der Spitze beendete:  „Nachdem Gary weg war, war es natürlich einfacher. Aber insgesamt haben wir das Rennen hier – trotz der Probleme beim Stopp - sehr souverän über die Bühne gebracht. Wir sind einfach wesentlich schneller als im vergangenen Jahr – was mich sehr, sehr glücklich macht“, sagte Di Resta, der letztlich mit über 13 Sekunden Vorsprung den Zielstrich passierte.

Der einzige, der an diesem Tag in der Lage gewesen wäre Di Resta  Paroli zu bieten, war Paffett, der vom dritten Startplatz ins Rennen gegangen war. Sein Boxenstopp bremste Paffett vorerst aus. Als ihm sein Team das Signal zum losfahren gab, entging Paffett nur um Zentimeter einem Zusammenstoß mit Markenkollege Robert Wickens, der vor ihm zu seinem Team an die Box einbog. Die Entscheidung der Rennkommissare war eine Drive-Through-Strafe wegen Unsafe Release. Eben noch die Spitze im Visier fand sich der Brite nach der absolvierten Strafe nur noch auf dem zehnten Platz wieder. Mit der Wut im Bauch gab Paffett nun jedoch richtig Gas. Marco Wittmann, Nico Müller, Martin Tomczyk, Tom Blomqvist und Robert Wickens hatten den Attacken Paffetts nichts entgegenzusetzen – binnen 15 Runden hatte sich der blaue Mercedes bis auf den fünften Rang nach vorne gekämpft. Und Paffett hatte noch nicht genug, machte weiter Druck. Ein Podiumsplatz war plötzlich wieder möglich. Hätte das Rennen nur ein oder zwei Runden länger gedauert, wäre Paffett womöglich noch an seinen Kontrahenten vorbei gekommen.

Statt Paffett durften jedoch die beiden BMW-Piloten Timo Glock und Augusto Farfus Champagner versprühen. Freudestrahlend herzte Glock im Ziel sein ‚Yellow Beast’ – wie er seinen BMW M4 DTM gerne bezeichnet. „Es war ein extrem schweres und langes Rennen. Umso glückliche bin ich, dass alles gut gegangen ist“, sagte ein erleichterter Glock, der nach seinem frühen Ausfall am Samstag den fünften Podiumsplatz seiner DTM-Karriere feierte. „Ich habe gar nicht gedacht, dass ich an Augusto noch rankommen könnte. Als er dann vor mir war, hatte ich einen Schuss – und der hat gesessen.“ Trotz dieser Aktion war auch Farfus mit seiner Platzierung hochzufrieden. „Natürlich fahre ich, um ganz oben zu stehen. Aber heute war die Zeit dafür noch nicht reif. Timo hat einfach einen vorzüglichen Job gemacht, das Team BMW kann sehr stolz sein“, sagte Farfus. „Am ersten Rennwochenende einen dritten Platz zu holen ist großartig. Ein hervorragender Start – aber in Zukunft möchte ich noch zwei Stufen höher klettern.“ Hinter Farfus komplettierten Martin (Platz 4), Tom Blomqvist (Platz 7), Marco Wittmann (Platz 9) und Martin Tomczyk (Platz 10) ein starkes BMW-Mannschaftsergebnis.

Nach zwei von 18 Rennen der Saison 2016 führt Di Resta nach seinem Sieg und dem vierten Platz am Samstag das Gesamtklassement an. Mit 37 Punkten hat er elf Punkte Vorsprung auf seinen Markenkollegen Robert Wickens, der nach seinem zweiten Platz am Samstag im zweiten Lauf als Sechster ins Ziel kam. Dritter in der Fahrerwertung ist der Sieger vom Auftaktrennen, Edoardo Mortara (25 Punkte), der am Sonntag mit dem zwölften Rang ohne Punkte blieb. In zwei Wochen macht die DTM dann bereits das erste Mal im Ausland Station. Zwischen dem 20. und 22. Mai geht der mitreißenden Kampf der 24 Ausnahmefahrer in den österreichischen Bergen  - in Spielberg - in die zweite Runde.

Timo Glock nachträglich disqualifiziert
Wie gewonnen, so zerronnen. Die Freude über Platz zwei beim zweiten Saisonrennen der DTM auf dem Hockenheimring Baden-Württemberg währte bei BMW-Werksfahrer Timo Glock nur kurz. Bei der technischen Nachuntersuchung wurde an seinem BMW M4 DTM ein Verstoß gegen Artikel 3.7 (Maßgenauigkeit des Konturverlaufs) des technischen Reglements festgestellt. Die Position des Heckdeckels an Glocks Fahrzeug entsprach nicht den Vorgaben.

Die Sportkommissare entschieden, den Ex-Formel-1-Fahrer von der Wertung auszuschließen, die nachfolgenden Fahrer rücken in ihren Positionen auf. Hinter Sieger Paul Di Resta (Mercedes-Benz) folgen so Augusto Farfus und Maxime Martin (beide BMW) auf den Plätzen zwei und drei.

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