Tiemann kam, sah und gewann auf seine Art.... | DTM
2001-05-22 12:38:03

Tiemann kam, sah und gewann auf seine Art....

Den letztjährigen Mercedes-Werksfahrer Marcel Tiemann hatten einige schon abgeschrieben, aber am vergangenen Wochenende war er im Motopark Oschersleben beim dritten DTM-Lauf neben Sieger Marcel Fässler ein weiterer Gewinner. Durch seine respektlose und kämpferische Vorstellung gewann Tiemann viele Sympathien – und Platz acht.

Als er Ende letzten Jahres um Auflösung seines noch gültigen Vertrages mit Mercedes-Benz gebeten hatte, um für das Zakspeed/Forsythe-Team in der amerikanischen ChampCar-Serie an den Start zu gehen, schien alles eitel Sonnenschein. Doch dann fehlten plötzlich Sponsorgelder und Tiemann stand ohne Cockpit da. Immerhin ermöglicht ihm Zakspeed-Chef Peter Zakowski inzwischen einen V8STAR-Einsatz.

Am vergangenen Samstag erhielt der 27 Jahre alte Soltauer in den frühen Morgenstunden unverhofft einen Anruf von Mercedes-Sportchef Norbert Haug. Tiemann weilte bei seiner Freundin in Hamburg, hatte seine Mailbox an und konnte erst durch seine Mutter erreicht werden. Ob es möglich sei, sich sofort auf den Weg nach Oschersleben zu machen, um dort den verletzten Bernd Mayländer zu vertreten, war die Frage, die Haug stellte. "Ich war von diesem Anruf so überrascht, dass ich es zuerst gar nicht glauben wollte,", gestand Tiemann. "Mercedes hätte mich gerne schon zum freien Training im Auto gehabt, aber ich musste zuerst noch meinen Teamchef Peter Zakowski um Freigabe bitten." Nach dem okay ging es zu seinem eigenen Wohnsitz nach Soltau, denn hier lagen sein Helm und der Rennanzug aus dem letzten Jahr im Mercedes Original-Teile-Design. Gegen Mittag traf er in Oschersleben ein und wurde nach eigenen Angaben auf Anhieb und wie selbstverständlich in die große Mercedes-Familie integriert, als wäre er gar nicht weg gewesen.

Tiemann hatte gar keine Zeit, sich groß Gedanken zu machen, denn im nun anstehenden Qualifying musste er mit dem Set up leben, das Bernd Mayländer am Freitag erarbeitet hatte. "Jetzt erst wurde mir richtig bewusst, dass mir die Runden im freien Training fehlten. Immerhin wollte es der Zufall, dass mein Renningenieur bei Persson, Johannes Gruber, jetzt für das Auto von Bernd und damit nun für mich zuständig war.“ Obwohl er reglementbedingt nur zwölf Runden fahren durfte, qualifizierte er sich für den 15. Startplatz, nur 1,29 Sekunden hinter Markenkollege Fässler.

Tiemanns Motivation war offensichtlich sehr groß, denn schon in der zweiten Runde des Qualifikationsrennens fand sich Opel-Pilot Joachim Winkelhock nach einer Attacke Tiemanns im Kiesbett wieder. "Das hat mir sehr leid getan, denn ich glaubte innen genug Platz zu haben, um vorbeizukommen", entschuldigte er sich. Auch die Markenkollegen Darren Turner und Vizemeister Manuel Reuter im Opel Astra V8 Coupé konnten Tiemann nicht aufhalten und so hatte er nach neun Runden schon drei Plätze gut gemacht und stand damit für den Wertungslauf auf Position zwölf.

Nach einem guten Start mussten zwei weitere Markenkollegen Platz machen: Christijan Albers und Thomas Jäger. Auch hier blieben „einige Lampen auf der Strecke“, wie es Norbert Haug später humorvoll schilderte. In der Phase der Boxenstopps wurde er nach vorne gespült, lag gar kurz in Führung. Nach seinem Boxenstopp (9,423 Sekunden) hatte er es mit Teamkollege Patrick Huisman und abermals mit Jäger zu tun. Auch dieser Dreikampf endete mit Lackaustausch, denn vor einer engen Schikane berührten sie sich, flogen gemeinsam spektakulär von der Strecke, und setzten in der Reihenfolge Tiemann vor Huisman und Jäger ihre Hatz fort. Als auch noch Audi-Junior Martin Tomczyk mit Rückenproblemen an der Box aufgeben musste, war Tiemann bereits Achter und beendete auf dieser Position auch ein aufregendes Rennen.

Tiemann war anschließend sichtlich zufrieden mit der eigenen Leistung und gab erleichtert zu Protokoll: "Das war ein sensationell tolles Rennen mit einem für mich erfreulichen Ergebnis. Beim Boxenstopp konnte ich leider keinen Platz gut machen, obwohl das Team schnell gearbeitet hat. Ich habe versucht, mein Bestes für Mercedes herauszuholen und glaube, das ist mir gelungen. Dank an Mercedes-Benz, Norbert Haug und Peter Zakowski für diesen Einsatz, der mir viel bedeutet und etwas Besonderes war und den ich nicht so schnell vergessen werde."

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