Vertrauensvolle Dreier-Beziehung | DTM
2002-08-01 08:37:41

Vertrauensvolle Dreier-Beziehung

Ohne ein funktionierendes Team kann der beste Rennfahrer nicht erfolgreich sein. Wie in der Formel 1 bilden auch in der DTM Fahrer, Fahrzeug-Ingenieur und Chefmechaniker eine zentrale Einheit. Die präzise Beschreibung durch den Fahrer, die klare Analyse und Ausarbeitung entsprechender Maßnahmen durch den Ingenieur sowie die schnelle und zuverlässige Umsetzung der Arbeiten am Fahrzeug durch den Chefmechaniker und seine Crew – darauf kommt es an. Gerade auf einer umgebauten und damit neuen Rennstrecke wie dem Nürburgring, wo am ersten August-Wochenende der siebte DTM-Lauf ausgetragen wird, zählt ein eingespieltes und erfahrenes Team, um während der begrenzten Trainingszeit die optimale Fahrzeug-Abstimmung zu erarbeiten.

Neben Erfahrung, Schnelligkeit und Zuverlässigkeit setzt diese Dreier-Beziehung ein enormes Vertrauen voraus . „Teamwork ist das A und O. Dabei muss sich jeder auf jeden tausendprozentig verlassen können“, sagt denn auch Opel-Werksfahrer Manuel Reuter.


Die Kunst der Interpretation
Wenn die Piloten während des Trainings die Boxen ansteuern, beschreiben sie den Ingenieuren ihre Eindrücke und gestikulieren dabei oftmals mit Händen und Füssen. In welcher Kurve untersteuert das Auto, wo übersteuert es, wie verhält es sich auf Bodenwellen etc. – je präziser desto besser. „Der Ingenieur muss diese Informationen interpretieren und daraus auf notwendige Anpassungen der Fahrzeug-Einstellungen schließen“, sagt Giorgio Stirano, Ingenieur im Opel Euroteam am Astra V8 Coupé von Yves Olivier. „Dabei muss man auch abwägen“, so Jürgen Jungklaus, Fahrzeug-Ingenieur von Joachim Winkelhock (Opel Team Phoenix), „ob ein beschriebenes Problem wie Brems-Einlenk-Untersteuern dem Fahrer tatsächlich ein Problem bereitet oder er damit durchaus leben kann.“ Die Daten-Aufzeichnungen geben ebenfalls Aufschlüsse darüber, in welchen Bereichen eine Optimierung möglich ist. „Ich schlage eine Lösung vor, über die ich mit dem Fahrer spreche“, äußert Mario Tolentino, Ingenieur von Alain Menu (Opel Euroteam). Nicht zwangsläufig trifft der Ingenieur die endgültige Entscheidung.

Immer ein funktionierendes Auto
Ist eine Maßnahme zur Optimierung herausgearbeitet, machen sich die Mechaniker an die Arbeit, um beispielsweise Fahrwerks-Federn zu wechseln, die Spur neu zu vermessen oder den Stabilisator zu verändern. Ganz abgesehen von Routinearbeiten wie Räderwechseln, Benzin nachfüllen, Säubern des Fahrzeuges und vieles mehr. Läuft das Training oder das Rennen, ist es ein Arbeiten gegen die Uhr. Jede Sekunde zählt. Ansonsten vermeiden die Mechaniker den Blick zur Uhr, denn Nachtschichten sind in diesem Job keineswegs selten.

„Der Chefmechaniker teilt seine Crew selbstständig ein, und er muss zu jeder Zeit ein funktionierendes Auto garantieren“, so Reuters Ingenieur Johannes Gruber (Opel Team Phoenix). Martijn Meijs, Ingenieur am DTM-Astra von Timo Scheider (Opel Team Holzer), ergänzt: „Disziplin ist wichtig. Der Chefmechaniker darf beim fünften Wechsel der Federn binnen eines Tages keine Diskussionen mit dem Fahrer beginnen.“

Hohe Verantwortung
Der Chefmechaniker ist keineswegs nur ausführendes Organ, sondern trägt wie der Ingenieur eine hohe Verantwortung. Schon eine lose Schraube kann fatale Folgen haben. Wichtig ist zudem die Rückmeldung zum Ingenieur, wie Sam Deljevic, Chefmechaniker von Michael Bartels (Opel Team Holzer) erläutert: „Decken wir irgendwelche Phänomene oder Probleme auf, so melden wir sie an den Ingenieur weiter, damit das Thema im Ingenieurs-Meeting besprochen wird und auch den Konstrukteuren nicht verborgen bleibt.“ Auch die eine oder andere Idee von Mechanikern wird in die Konstruktion eingebracht.

Schon vor dem Training oder Rennen besprechen Ingenieur und Chefmechaniker einen Plan, um entsprechende Vorbereitungen treffen zu können. Auch wenn das 462 PS starke V8-Coupé auf der Strecke ist, sind alle Crew-Mitglieder stets im Bilde, denn der Ingenieur ist via Funk sowohl mit dem Fahrer als auch mit den Mechanikern verbunden. So können die Mechaniker bereits passende Teile und Werkzeuge zurecht legen, wenn das Auto noch durch die Boxengasse fährt. „Zur Vermeidung von Fehlern werden bestimmte Aufgaben stets an die gleiche Person vergeben, doch grundsätzlich sind alle flexibel genug, um jede Arbeit zu erledigen“, stellt Winkelhocks Chefmechaniker Frank Lynn fest.

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