Von der Hölle in den Himmel | DTM.com | Die offizielle Webseite
2018-07-15 15:15:00

Von der Hölle in den Himmel

Von der Hölle in den Himmel

In Runde 21 war Arno Zensen am Sonntag am Circuit Zandvoort der Verzweiflung nahe. Der Teamchef vom Audi Sport Team Rosberg hatte ein Déjà-vu. Sollte der Matchplan von René Rast erneut nicht aufgehen? Beim Rennen am Samstag war Markenkollege Nico Müller in Runde 20 ausgangs der Gerlachbocht mit seinem Boliden in einen Reifenstapel gekracht. Rast war der Leidtragende. Er konnte nicht mehr rechtzeitig die Box zum Reifenwechsel ansteuern. Das Feld rückte wieder zusammen. Der ganze Vorsprung war vom Winde verweht. Das Rennen für den Champion gelaufen. Nun, im Rennen am Sonntag, drehte ausgerechnet der zweite Rosberg-Schützling Jamie Green BMW-Pilot Bruno Spengler von der Strecke. Das Safety-Car wurde auf den Dünenkurs beordert. Rast führte in diesem Moment wieder vor Gary Paffett.

„Ich habe mich total aufgeregt im Auto. Das kann doch nicht wahr sein. Und als ich an Turn eins vorbeifuhr, war da gar kein Auto. ‚Was ist denn hier los?!‘, dachte ich“, sagte Rast, der nach der leidvollen Erfahrung des Vortages dieses Mal schon in Runde eins die Box angesteuert hatte. „Das hatte damit zu tun. Wir waren aber heute auch in einer besseren Ausgangsposition. Wir wussten, Gary würde kein großes Risiko gehen. Für ihn war es nicht wichtig, das Rennen zu gewinnen, sondern Punkte zu sammeln und aufs Podium zu fahren. Ich kannte die Situation als Führender der Gesamtwertung ja. Deswegen haben wir diese Strategie gewählt. Der Plan war am Anfang eine gute Pace zu haben und ihn virtuell zu überholen. Das hat geklappt.“

Bis erneut der aus Rasts Sicht vermaledeite Re-Start kam. Der Mindener verteidigte nun aber seine Spitzenposition verbissen bis ins Ziel. „Nach der Erfahrung von gestern, wo ich auch lange vor ihm gefahren bin, dachte ich mir, wenn der Re-Start klappt, kann ich mich wieder vor ihm halten. Heute war es schwieriger, weil er DRS benutzt hat. Er ist auf der Geraden immer wieder rangekommen und hat die Nase in Turn eins reingesteckt. Da musste ich ein bisschen zumachen. Das war hart, weil meine Reifen nach der Safety-Car-Phase nicht mehr die besten waren. Das hat ein paar Zehntel gekostet, der Zug hinter mir kam immer ran dadurch.“

Audi feierte glückselig den ersten Saisonsieg. Rast seinen vierten Erfolg im 30. DTM-Rennen. „Das war heute ein tolles Gefühl. Das ist pure Emotion. Ich kann das kaum in Worte fassen. Ich habe damit überhaupt nicht gerechnet vor dem Rennen. Gary war im Qualifying eine halbe Sekunde schneller. Nach so vielen Unglücken und Unfällen in den letzten Wochen bin ich froh wieder auf dem Podium zu sein,“ sagte Rast, der von Startplatz drei aus ins Rennen gegangen war.

Rast holte an diesem Renntag somit mehr Punkte als bei den neun Rennen zuvor insgesamt. Mit 49 Punkten ist er nun als bester Audi-Pilot Neunter der Fahrerwertung. Innerhalb von 24 Stunden pendelte er zwischen Hölle und Himmel. Und das Schicksal wendete sich. Die Rennstrecke in Zandvoort wird Rast wohl immer im Gedächtnis haften bleiben. „Vor zwei Jahren bin ich hier über Nacht angereist und habe in meinem ersten Rennen DTM-Luft geschnuppert. Hier war der Beginn von allem, von meiner DTM-Karriere, wenn man so sagen will. Ich komme immer wieder gerne nach Zandvoort. Obwohl ich letztes Jahr ein paar Fehler gemacht habe, und die Pace nicht gut war. Deswegen hatte ich mir auch keinen Sieg ausgerechnet. Dass es funktioniert hat, ist natürlich mega.“


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