Von Harmonie keine Spur mehr | DTM.com | Die offizielle Webseite
2018-06-25 13:15:00

Von Harmonie keine Spur mehr

Von Harmonie keine Spur mehr

Der spektakuläre Saisonauftakt ist unvergessen. Das Rad-an-Rad-Duell zwischen Gary Paffett und Timo Glock am Sonntag in Hockenheim war episch. Elf nervenaufreibende Runden lang duellierten sich die beiden Routiniers. Der Zweikampf um den Sieg ging über eine Distanz von 50 Kilometern. Sechs Mal wechselte im Verlauf die Führung. Zusammengerechnet fuhren die beiden Piloten über 119 Sekunden Rad an Rad nebeneinander. Nach dem Zieleinlauf lagen sich die beiden Oldtimer der DTM, Glock (36) und Paffett (37), im Parc Fermé ausgelaugt aber glücklich in den Armen. 

Nach dem Rennen am Sonntag am Norisring sprachen die beiden aber nicht miteinander sondern übereinander. Von Harmonie keine Spur mehr. Es gab heftige Spannungen. „Ich war so begeistert über das tolle Rennen in Hockenheim und den Zweikampf dort mit ihm. Ich glaube nicht, dass er über heute stolz sein kann. Aus meiner Sicht ist deutlich zu sehen, was er gemacht hat. Wenn er glaubt, dass das akzeptabel ist, dann ist er in meinen Augen ein anderer Rennfahrer. Es war ein schreckliches Rennen“, schimpfte Mercedes-AMG-Pilot Paffett.

Was den Verlauf des Duells in Nürnberg anging, waren die Meinungen durchaus kontrovers. BMW-Pilot Glock war irritiert angesichts der Anfeindungen. „Ich war erstaunt, als ich davon gehört habe, dass er mich so angegangen ist. Der Kampf war hart. Er hat versucht, auch mir den Weg eng zu machen. Ich habe mich einfach nur verteidigt. Von meiner Sicht aus war das nicht unfair. Ich fand es okay. Ich kann seine Situation verstehen, er hatte ein Auto, das schnell genug fürs Podium war. Natürlich ist das frustrierend, wenn du dann nicht nach vorne kommst. Aber, das heißt ja jetzt nicht, dass ich ihn deswegen vorbei winken muss, oder soll. Ich fahre ja auch um Punkte.“

Einmal rauschte Paffett Glock hart ins Heck

Paffett war hingegen unversöhnlich. Von Runde 18 bis 36 versuchte der Brite unaufhörlich an Glock vorbeizugehen. Beide schenkten sich im Kampf um Platz zwölf nichts. Schließlich sind sie ja auch Kontrahenten im Kampf um das DTM-Championat. Der BMW-Fahrer verteidigte seine Position vehement und ließ den Stern-Fahrer nicht passieren. Paffett fuhr Glock einmal sogar recht unsanft ins Heck: „Das war keine Absicht. Es war ein Fehler. Meine Räder haben beim Bremsen blockiert und ich bin in ihn hineingerutscht. Das war's, ein Rennunfall.“ Aus Glocks Sicht klang das so: „Da habe ich voll dagegen lenken müssen und ich hatte eigentlich in dem Moment damit gerechnet, dass es jetzt rum ist. Ich konnte das Auto zum Glück aber noch abfangen.“

Paffett lehnt Einladung Glocks ab

Dass Paffett sich ungerecht behandelt fühlte von seinem langjährigen Widersacher, daraus machte er dennoch keinen Hehl. Er fuhr weiter eine verbale Attacke nach der anderen. „Immer, wenn ich versucht habe, ihn zu überholen, hat er versucht, mich in die Mauer zu drücken. Ich hab‘s auf der Außenbahn versucht, dann innen – und jedes Mal ist er rüber gefahren und hat mich berührt. Ich musste ungefähr zehnmal vom Gas gehen, weil ich sonst in die Mauer gefahren wäre“, monierte der Führende der Fahrerwertung, der am Ende als 13. leer ausging, während Glock als Zehnter zumindest noch einen Punkt einsammelte. „Wo denn, ich weiß es nicht? Ich muss mir das mal im Fernsehen anschauen. Ich setze mich gerne mit ihm hin und schaue mir die 20 Runden mit ihm zusammen an. Dann soll er es mir erklären. Ich habe da kein Problem mit. Ich gestehe gerne meine Fehler ein, wenn ich welche gemacht habe“, sagte Glock. Die Einladung zu einem gemeinsamen Fernsehabend lehnte Paffett dankend ab: „Nein, daran habe ich kein Interesse. Mein Standpunkt ist klar. So wie er heute gefahren ist, ist mir egal, was er dazu zu sagen hat. Ehrlich gesagt, ist mir egal was er denkt. Ich bin nur sehr verärgert darüber, was er heute gemacht hat.“

Das er unglaublich sauer war, tat Paffett gegenüber Glock wohl auch mit einer klaren Geste unmittelbar nach der Zieldurchfahrt kund. „Dass er frustriert war, habe ich gesehen, als er in der Auslaufrunde neben mein Auto gefahren ist. Er hat so gewinkt. Ich wusste nicht, ob er gegrüßt hat…“, sagte Glock mit einem süffisanten Lächeln.

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