Wächter der Chancengleichheit – der Technische Kommissar | DTM
2016-08-04 09:45:00

Wächter der Chancengleichheit – der Technische Kommissar

  • DEKRA-Motorsport-Koordinator Wolfgang Dammert ist bei jedem DTM-Rennen vor Ort.
  • Die sechs Technischen Kommissare des DTM-Partners DEKRA.

Sie sind während eines Rennwochenendes allgegenwärtig. Die sechs Technischen Kommissare des DTM-Partners DEKRA fühlen den Herstellern und ihren Teams auf den Zahn. Sie beobachten, vermessen, wiegen, kontrollieren und sammeln Daten in Hülle und Fülle. „Wir stellen aber lediglich nur fest und sind letztlich keine Schiedsrichter“, sagt Wolfgang Dammert, Koordinator Motorsport bei der DEKRA. „Eventuelle Strafmaße obliegen allein der Rennleitung und den Sportkommissaren.“ Seit 1989 ist die DEKRA mit der DTM verbandelt, seit 2005 „Offizieller Technischer Partner“. Der Arbeitsaufwand hat sich für die TK’s im Laufe der Jahre erheblich intensiviert – ein facettenreicher Job, bei dem man sich nicht nur Freunde macht.

„Eigentlich ist das Klima zwischen dem Team der Technischen Abnahme bestehend aus dem Technischen Delegierten des DMSB und den sechs DEKRA Experten auf der einen Seite und den Herstellern, Teams und Fahrern auf der anderen Seite sehr kollegial“, sagt Dammert. „Das kann sich, je nach Kontrolle, situationsbedingt jedoch auch ändern. Da wird der Ton auch mal bestimmter.“

Hohe Genauigkeit der Technischen Abnahme ist für eine Rennserie dieser Qualität fundamental. Die Teams können bei Beanstandungen und deren Ahndung am eigenen Fahrzeug auch davon ausgehen, dass beim Mitbewerber genauso strikt vorgegangen wird und somit ein fairer Wettbewerb in hohem Maße garantiert ist.

Bevor die DTM-Saison 2016 startete haben die DEKRA-Mitarbeiter unter der Federführung des Technischen Delegierten des DMSB die Zusatzhomologation der Fahrzeuge mit Stand letztes Rennen 2015 in Hockenheim durchgeführt. Die Fahrzeuge wurden im DATC (DEKRA Automobil Test Center) in Klettwitz komplett zerlegt und jedes einzelne Bauteil vermessen und dokumentiert. „Diese dort erhobenen Daten sind maßgeblich für die komplette Saison 2016“, so Dammert, der zu den Veranstaltungen bereits einen Tag vor dem offiziellen Start anreist. Er übernimmt als erstes die Verlosung der Reifen und überprüft die Sicherheitsvorrichtungen an jedem Wagen, geht von Box zu Box. Dammert: „Bei so einer hochkarätigen Serie wird es nicht vorkommen, dass jemand mit einem abgelaufenen Gurt oder einem uralten Helm antritt, dennoch ist die Überprüfung der Sicherheitsausrüstung bei der Grundabnahme vor jeder Veranstaltung unerlässlicher Bestandteil.“ Sind diese Arbeiten erledigt steht Büroarbeit im DEKRA-eigenen Sattelauflieger auf dem Plan – die Prüfungsergebnisse müssen schließlich dokumentiert werden. Wie bei den Teams und Herstellern ist auch der DEKRA-Auflieger multifunktional. Er bietet Platz für ein Büro, einen Konferenzraum und alle Messgeräte, die an einem Rennwochenende benötigt werden.

Wie beispielsweise Waagen und Messarm. Vor dem ersten Freien Training treffen auch die Kollegen von Dammert ein. Besprechungen werden abgehalten und zusammen mit dem Technischen Delegierten Schwerpunkte festgelegt. „Alle Punkte des Technischen Reglements können wir an einem Rennwochenende selbstverständlich nicht prüfen“, sagt Dammert. „Nach den Besprechungen geht jeder seinen Aufgaben nach.“ Diese sind vielfältig und liefern unzählige Daten. Technische Werte eines DTM-Boliden werden in jeder Session aufgezeichnet und ausgewertet. Mithilfe der sogenannten Incident-Cam verfolgen die Kommissare die Ereignisse auf der Strecke aus Sicht des Fahrers. Dammert: „Die Bilder dieser Kamera sind bei strittigen Szenen oft sehr hilfreich.“ Zwei TK‘s kümmern sich hauptsächlich um die Auswertung der Bilder und gemessenen Daten – was häufig den Ausschlag zu einer späteren genaueren Kontrolle gibt. „Die Schnellsten werden ohnehin immer kontrolliert. Zudem liefern uns die Daten teils Hinweise, denen wir dann nachgehen“, sagt Dammert. Kontrollmöglichkeiten gibt es viele. Die Vermessung mithilfe des 3D-Messarms, das Wiegen, die Spritproben und spezielle Checks wie den auf dem Prüfstand für die Einheitsdämpfer der Fahrzeuge sind nur einige Beispiele.

Zudem überwachen die Kommissare das Geschehen in der Box. Dabei werden sie von je einem Technischer Helfer pro Fahrzeug unterstützt, der vom Veranstalter gestellt wird. Bauteile, die zwischen den einzelnen Veranstaltungsteilen aufgrund des Reglements nicht angerührt beziehungsweise geöffnet werden dürfen, werden verplombt. Das fängt beim Monocoque, dem Getriebe und den Performancegewichten an und endet bei den Slick- und Regenreifen. Zudem sind die Motoren und die Bremsscheiben die komplette Saison verplombt. Sind diese Siegel vor der offiziellen Freigabe gebrochen, drohen teils empfindliche Strafen. Gleiches gilt für Vergehen im Parc-Fermé, der ebenfalls unter genauster Beobachtung der Technischen Kommissare steht. Dammert: „Nach dem Qualifying beispielsweise sind nur bestimmte Arbeiten erlaubt, Dies wird von unseren Technischen Helfern und den TK’s überwacht.

Alle Kontrollen und Prüfungen haben eines gemeinsam: Gewährleistung eines fairen Wettbewerbs. Dazu müssen alle Vorgänge und Ergebnisse  dokumentiert werden. Der Umfang dieser Dokumentation wird laut Dammert immer gewaltiger: „In den ersten Jahren waren es noch 70 Prozent Kontrolle und 30 Prozent Dokumentation. Heute hat man manchmal den Eindruck als wäre  es beinahe genau umgekehrt. Die Dokumentation ist aber natürlich wichtig, um alles hieb- und stichfest, oder wie man im Fachjargon sagt „protest- und berufungssicher“ zu machen.“ Besonders umfangreich wird diese Dokumentation in der kommenden Saison, wenn die Kommissare aufgrund der fast vollständigen Homologation der Fahrzeuge ein Auto auf Herz und Nieren untersuchen müssen. Das betroffene Fahrzeug wird nach dem letzten Rennen am Sonntag verplombt. Ein, zwei Tage später rücken die Kommissare an, nehmen es komplett auseinander und vergleichen ihre Ergebnisse mit den vor Saisonstart erhobenen Daten sowie mit hinterlegten Refernzteilen. Doch so akribisch die Kommissare auch vorgehen, muss man sich auch die wahren Relationen vor Augen führen. Dammert:  „Unserem Team aus einem Technische Delegierten des DMSB und 6 DEKRA Experten steht eine weitaus größere Anzahl an Ingenieuren der drei Hersteller gegenüber. Jeder von uns gibt auf seinem Spezialgebiet sein Bestes und als eingespieltes Team haben wir über die Jahre sehr wohl eine umfassende Kompetenz aufbauen können, die auch von allen Beteiligten in der DTM in hohem Maße anerkannt und geschätzt wird. 

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