Wie Dovi sich für die DTM bereit macht | DTM
2019-06-03 10:45:00

Wie Dovi sich für die DTM bereit macht

Wie Dovi sich für die DTM bereit macht

Es ist bekannt, dass sich Motorradrennfahrer besser auf vier Rädern schlagen als Autorennfahrer auf zwei.

Der berühmte John Surtees war der erste, der dies unter Beweis stellte: Er war mehrmaliger Motorradmeister, bevor er den Schritt in die Formel 1 machte. Dort gewann er 1964 für Ferrari den Weltmeistertitel.

Der Brite Mike Hailwood war ein weiterer Champion auf zwei Rädern. Seine Grand-Prix-Karriere war weniger erfolgreich als jene von Surtees, aber dennoch verschaffte er sich als mutiger, aufrichtiger Racer einen Namen.

Bislang hat es noch kein Formel-1-Weltmeister geschafft, mit Erfolg in den Motorradrennsport einzusteigen und dort einen Weltmeistertitel zu gewinnen.

Vielleicht ist damit die Ausgangslage für MotoGP-Superstar Andrea Dovizioso beim Wechsel von seinem vertrauten Ducati zum Audi RS 5 DTM etwas besser, aber das macht seine bevorstehende Aufgabe keineswegs einfacher.

 

Vorbereitung ist alles

Immerhin hat sich der Italiener akribisch auf seinen DTM-Auftritt in Misano vorbereitet. Wie bei allen modernen Rennfahrern bedeutete das zunächst einmal viel Zeit im Simulator und ein sorgfältiges Studium der Bedienungsanleitung für sein DTM-Auto: Ein umfangreiches Handbuch, das alle wichtigen Funktionen und Instrumente am Lenkrad und im Cockpit erklärt.

Andreas Roos, Projektmanager DTM bei Audi, spielte bei den Vorbereitungen des 33-Jährigen für dessen DTM-Premiere in Misano eine wichtige Rolle. Roos begleitete das Programm, das Dovizioso durchlief.

Projektmanager Andreas Roos (Mitte) half dem Motorradrennfahrer bei dessen Vorbereitungen auf das DTM-Debüt

 

„Der ganze Prozess soll Andrea helfen, die komplizierten Abläufe im Auto kennenzulernen“, erklärt Roos. „Es hilft ihm, das Auto auf der Strecke zu beherrschen und zu verstehen, wie sich das Auto verhält.“

 

Virtual Reality

Gäbe es einen besseren Ort für den Anfang als den Audi-DTM-Simulator am Hauptsitz in Neuburg? Hier führte Rennfahrer Nico Müller den Italiener durch den ersten Tag im Simulator und half ihm dabei, den ganzen Ablauf zu verstehen. Sogar für erfahrene Profis ist das Programm ziemlich anspruchsvoll.

„Andrea war einen Tag lang bei uns“, erklärt Roos. „Wir sind mit ihm alle Basisfunktionen des Autos durchgegangen, so dass er sich an die Bedienung gewöhnen konnte. Dadurch konnte er Vertrauen in das Auto aufbauen.“

„Die Strecke in Misano kennt er vom Motorrad her bestens. Bei diesen Sessions am Anfang ging es also nicht wirklich darum, den Speed zu finden. Diese stellt sich von alleine ein. Die Ideallinien von Auto und Motorrad sind jedoch unterschiedlich und somit konnten wir die Unterschiede erklären.“

Dovizioso benutzte den gleichen Simulator, in dem auch die Audi-Fahrer zwischen den DTM-Rennen im Einsatz sind. Wie bei den Stammfahrern gibt es mehrere kurze Einsätze während eines Tages. Es ist wichtig, den Fahrern nicht zu viele Eindrücke auf einmal zu vermitteln. Also setzte sich Dovi rein, fuhr, stieg wieder aus und konnte die Daten analysieren, von den Ingenieuren lernen und das Gelernte anwenden, als er wieder einstieg.

Es ist wichtig, den Fahrern nicht zu viele Eindrücke auf einmal zu vermitteln. Die Vorbereitung wird sorgfältig geplant, so dass es genügend Zeit für die Data-Analyse sowie zum Verarbeiten der Informationen gibt.

 

Dovizioso legte im Simulator auch eine komplette Renndistanz zurück, um die körperlichen und mentalen Ansprüchen eines DTM-Rennens besser verstehen zu können.

„Wir haben ihm auch unser Fahrerhandbuch zur Verfügung gestellt“, fährt Roos fort. „Das umfasst alle Prozesse und Abläufe im Auto, erklärt die verschiedenen Funktionen auf dem Lenkrad und dem Dashboard. Im Grunde genommen sagt dieses Buch den Fahrern, was sie zu tun und zu lassen haben.“

 

Die ersten Kilometer im Auto

Neben seinem Tag im Simulator verbrachte Dovizioso auch eine Stunde auf der Audi-Teststrecke in Neuburg in einem 2019er-Auto. Diese ersten Runden gaben ihm die Chance, die Basisabläufe kennenzulernen. Er lernte, das Auto zu starten, es wieder zum Stehen zu bringen, wie die Lenkung funktioniert.

„Wie im Simulator fingen wir auch beim Tracktest mit kurzen Runs an“, sagt Roos. „Das gab Andrea immer wieder die Chance, zurück an die Box zu fahren, sich die Daten anzusehen und Änderungen durchzuführen.“

„Wichtig ist vor allen Dingen zu verstehen, dass es sich hier um einen Lernprozess handelt. Dass er Fehler machen wird, steht fest. Somit ist es die Aufgabe der Renn- und Performance-Ingenieure, ihm durch den Prozess hindurch zu begleiten, so dass er es vermeiden kann, sich irgendwelche falsche Gewohnheiten anzueignen oder die gleichen Fehler zu wiederholen. Ziel ist es, solche Situationen bereits frühzeitig abzufangen.“

 

Erste Erfahrungen in Misano

Nach einigen Wochen traf Dovizioso erneut das Audi-Motorsport-Team, diesmal jedoch in Misano, für weitere anderthalb Tage Fahrzeit auf der Strecke. Mit dem zweimaligen DTM-Champion Mattias Ekström stand ihm ein erfahrener Instruktor zur Seite.

„Mattias ist die aktuelle Fahrzeuggeneration mit den Vierzylinder-Turbomotoren noch nicht gefahren“, sagt Roos. „Daher hat er in diesem Bereich keine Erfahrung, aber er kennt jeden Kniff in der DTM und wird Andrea in den Wochen bis zum Rennen seine umfangreichen Kenntnisse zur Verfügung stellen.“

Fahrzeit in Misano war äußerst wertvoll, damit Dovi für das Rennwochenende auf Anhieb schnell sein kann.

 

Die Fahrzeit in Misano gab Dovizioso auch einen kleinen Vorsprung in Sachen Streckenkenntnisse: Er bekam ein besseres Gefühl für die Ideallinie, für die Randsteine sowie Ein- und Ausfahrt der Boxengasse. Diese zusätzlichen Einsichten werden ihm am Rennwochenende sicherlich zu schnelleren Rundenzeiten verhelfen.

„Es ist schwierig, zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Dinge zu tun, denn da fehlt mir schlichtweg die Erfahrung“, sagt Dovizioso, indem er die Erwartungen dämpft. Da hat der Unterricht von Ekström also schon geholfen! „Aber mit der Unterstützung von Audi und von Mattias habe ich schnell lernen können. Bei der Rundenzeit fehlt mir nicht allzu viel. Ich werde das Wochenende einfach genießen, ohne besondere Erwartungen.“

 

Was ein großer Name bewirkt

Mit Dovizioso startet ein wirklicher Superstar in der DTM. Misano, die Rennstrecke an der Adria-Küste, gilt als Hochburg der MotoGP. Alle im Fahrerlager sind äußerst gespannt zu sehen, wie sich der Italiener schlägt.

„Für uns alle bei Audi ist es eine tolle Chance, einen Superstar wie Andrea im Auto zu haben“, sagt Roos. „Wir alle freuen uns sehr darüber und wir werden alles dafür tun, damit es für Dovi eine bereichernde Erfahrung wird, eine, die er richtig genießen kann.“

Und zwar eine Erfahrung ohne Erwartungsdruck, denn, wie erwähnt, hat Dovizioso vor zu hohen Erwartungen gewarnt. Er hat betont, dass er das Wochenende einfach genießen will. Aber, wie bei allen Rennfahrern: Wenn das Visier heruntergeht, wird sich der Kämpfergeist kaum bändigen lassen...

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