DTM Helden

Wie Bernd Schneider zum erfolgreichsten DTM-Fahrer aller Zeiten wurde

Ein von der Formel 1 abgelehnter Fahrer wurde zum erfolgreichsten Star der gesamten DTM Geschichte. Bernd Schneider erzählt in eigenen Worten von seiner siegreichen DTM-Karriere.

„Ich werde oft nach meinen schönsten Erinnerungen gefragt. Das ist so ähnlich, als würde man mich fragen, welches meiner drei Kinder ich am liebsten habe. Die DTM hat mir zu jeder Zeit meiner Karriere unglaublich schöne Erinnerungen bereitet.“

Meine Lieblingssaison

"Ich hatte wirklich einige unglaubliche Rennen. Die schönsten Siege waren die, die unerwartet kamen – aber auch davon gab es einige. Was für mich extrem wichtig war, war 1995 die erste Meisterschaft zu gewinnen, weil 1994 eine schwierige Saison war. Meine höchste Konzentration habe ich auf die Meisterschaft 2000 gelegt. Ich wollte unbedingt im Jahr des Millenniums beim Neuanfang der DTM die Meisterschaft gewinnen – was mir dann auch gelungen ist. Ich habe mich in der ganzen Zeit noch nie auf eine Saison so vorbereitet wie 2000.“

Schneider räumt ein, dass die Vorbereitungen für seinen ersten DTM-Titel 1995, die intensivsten seiner Karriere waren

Das beste Auto

„Es gibt zwei Autos, die mir besonders am Herzen liegen. Zum einen mein 1995er Meisterauto, mit dem Gerhard Ungar sein Meisterstück abgeliefert hat. Das Auto war einfach eine Benchmark. Niemand hat damals geglaubt, dass man mit einem Hecktriebler konkurrenzfähig gegen die Allradautos von Alfa Romeo und Opel sein kann. Mein Lieblingsauto aus der neuen DTM ist ganz klar das 2006er-Auto mit der 8-in-1-Auspuffanlage. Damit habe ich meinen letzten DTM-Titel errungen. Das ist meine Traumauto, ich hätte es gerne in meinem Besitz, aber es steht im Museum und Mercedes rückt es nicht raus. Dafür darf ich es ab und zu bei historischen Veranstaltungen bewegen.“

Schneiders Traumauto ist die Mercedes 2006 C-Klasse, mit der er seinen letzten Titel errang.

Mein größter Rivale

"Für mich war in der „alten“ DTM Klaus Ludwig der Mann, den es zu schlagen galt. Er war ganz klar die Nummer eins im Tourenwagensport und auch im Sportwagen, damit war er die absolute Messlatte für mich. Meine ersten grauen Haare habe ich durch Dario Franchitti bekommen, der 1995 in die DTM kam und direkt mal das Auto auf Pole Position gestellt hat. Er war in der alten DTM dann mein härtester Gegner. Aber es gab auch außerhalb von Mercedes starke Konkurrenten: Ich hatte mit Manuel Reuter, Nicola Larini oder Alessandro Nannini mega-schöne Kämpfe. In der neuen DTM nach 2000 waren meine härtesten Konkurrenten wieder im eigenen Lager: Jamie Green, Bruno Spengler, Gary Paffett – als sie als junge Talente aus der Formel 3 kamen. Da habe ich gemerkt, dass die Luft dünner wird. Nicht weil, ich langsamer wurde, sondern weil Mercedes in der Zeit ein unglaublich starkes Fahrer-Lineup hatte. Mika Häkkinen war ja auch dabei.“

Mit Klaus Ludwig - dem Fahrer, den Schneider sein "Benchmark" in der DTM nennt

Was ich aus der DTM mitnehme

„Ich bin sehr stolz darauf, einen Teil der DTM-Geschichte mitgeschrieben zu haben, vor allem jetzt mit etwas Abstand. Es sind ja inzwischen elf Jahre, die ich nicht mehr dabei bin. Ich bin selber überrascht, wie stark ich an der DTM teilhatte und wieviel ich erreicht habe. Ab und zu sitze ich mit meiner kleinen Tochter auf dem Sofa und schaue die Jahresfilme. Wir haben dann beide Tränen in den Augen – sie ist dann traurig, weil ich nicht mehr fahre, und bei mir kommen unglaublich schöne Momente wieder hoch.“

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