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Technisches Reglement

Hightech  

Die Kosten im Griff halten, Motorsport auf hohem technischem Niveau bieten und dabei die größtmögliche Sicherheit garantieren – das ist die Zauberformel, nach der die Reglements der DTM erarbeitet werden. Im Hinblick auf die Saison 2017 wurde das technische Reglement erstmals seit fünf Jahren in wesentlichen Punkten überarbeitet. Die 2017er Autos bestehen aus zahlreichen neuen Teilen und weisen sowohl äußerlich wie auch unter der Karosserie große Veränderungen zu den Vorgängermodellen auf. Um die Kosten im vernünftigen Rahmen zu halten, setzt die DTM auch weiterhin auf ein ausgereiftes Konzept mit Einheitsbauteilen. Trotzdem bleibt den Ingenieuren in den Bereichen Aerodynamik und Motor ausreichend Spielraum, um zu beweisen, dass sie besser sind als die Konkurrenz. 

Aerodynamik

Die Aerodynamik der neuen DTM-Fahrzeuge wurde verändert, um den Anpressdruck der Rennfahrzeuge zu verringern. Die Geometrie von Frontsplitter, Unterboden und Heckdiffusor wurde vereinheitlicht. Die Bodenfreiheit wurde um fünf Millimeter erhöht, was für die Aerodynamik jedoch einen enormen Effekt hat. Zusätzlich wurde das DRS (Drag Reduction System) neu definiert. Der Heckflügel ist nun starr, auf Knopfdruck wird die obere von zwei Lamellen des Spoilers flachgestellt. Das neue System verfügt damit über einen besseren Wirkungsgrad und erlaubt bei Nutzung einen noch höheren Topspeed, der zu mehr Überholmanövern führen wird. Der Heckflügel geht automatisch in seine Ausgangsposition zurück, wenn der Fahrer vom Gas geht, bremst oder ein bestimmter seitlicher Verzögerungs-Wert überschritten wird. Dadurch kommt der Fahrer nie in eine kritische Situation und es wird verhindert, dass das Fahrzeug durch den geringeren Anpressdruck instabil wird. Das Resultat der aerodynamischen Veränderungen ist ein Handling der Rennfahrzeuge, das die Piloten stärker als bisher fordert.

Bremsen

Die DTM-Autos verfügen über eine Hochleistungsbremsanlage mit Leichtmetall-Bremssätteln, die vorne und hinten innenbelüftete Kohlefaser-Bremsscheiben in die Zange nehmen. Die Bremskraftverteilung kann vom Fahrer stufenlos eingestellt werden. Während einer Saison dürfen pro Fahrzeug jeweils drei Sätze Bremsscheiben und neun Sätze Bremsbeläge für Vorder- und Hinterachse verwendet werden.

Elektronik

Alle Hersteller, die in der DTM vertreten sind, arbeiten mit einem einheitlichen Motor-Steuergerät von Bosch. Dieses können sie innerhalb vordefinierter Bereiche nach eigenen Vorgaben programmieren und individuelle Parameter definieren. Jegliche Datenübertragung während der Fahrt ist jedoch verboten.

Fahrwerk

Das Fahrwerk wurde auf die Saison 2017 hin komplett überarbeitet und besteht größtenteils aus einheitlichen Bauteilen.   

Felgen

Ab der Saison 2017 werden sämtliche Autos markenübergreifend mit dem neuen ATS Schmiederad starten. Es handelt sich dabei um Aluminium-Felgen in den Größen 12x18 für die Vorderachse und 13x18 für die Hinterachse. Die neuen Räder werden aus einer hochfesten Sonderlegierung hergestellt und erfüllen höchste Ansprüche an Festigkeit und Präzision. Das Mindestgewicht pro Felge für die Vorderachse liegt bei 9,5 Kilogramm, für die Hinterräder bei 10 Kilogramm.

Funk

Die Autos sind alle über Funk mit ihrer Box verbunden. Allerdings gibt es Regeln, wann die Ingenieure den Piloten Informationen und Anweisungen geben dürfen. Während des gesamten Rennens (vom Start bis zur Zieldurchfahrt) ist der Funkverkehr von der Box ins Auto grundsätzlich verboten. Erlaubt sind sicherheitsrelevante Meldungen, wenn auf der Strecke eine Gelbe Flagge oder eine Slowzone angezeigt wird, während einer Safetycar-Phase und während sich der Fahrer in der Boxengasse befindet. Der Fahrer darf zu jeder Zeit Informationen aus dem Auto an seine Box funken. 

Getriebe

In der DTM ist nur eine einheitliche Getriebe-Differenzial-Einheit von Hewland zugelassen, die von allen Herstellern genutzt wird. Die Kupplung kommt von ZF. Alle Fahrzeuge sind heckangetrieben und verfügen über eine 4-Scheiben-CFK-Kupplung und ein sequenzielles 6-Gang-Getriebe.

Kraftstoff

Es darf nur der für die jeweilige Veranstaltung vorgeschriebene Kraftstoff (ARAL Ultimate 102) verwendet werden. Der Tank der Autos fasst maximal 118 Liter. Nachtanken während des Rennens ist nicht erlaubt.

Lenkrad

Das Lenkrad kann persönlich angepasst werden. Geschaltet wird über Wippen am Lenkrad. Die Systeme, die über das Lenkrad gesteuert werden können, sind vorgegeben: so etwa die Betätigung des Sprechfunk-Gerätes, der Trinkflüssigkeitspumpe, des Geschwindigkeitsbegrenzers für die Boxengasse, des Wassersprühsystems zur Bremsenkühlung, der Scheibenwischer, des Anlassers sowie die Aktivierung des DRS.

Motoren

In der DTM kommen V8-Motoren mit einem Zylinderbankwinkel von 90 Grad, maximal vier Litern Hubraum und maximal vier Ventilen pro Zylinder zum Einsatz. Das Ansaugsystem muss mit zwei Luftmengenbegrenzern ausgestattet sein, deren Durchmesser auf diese Saison hin von jeweils 28 auf 29 mm erweitert wurden. Es gibt nur einen Ersatzmotor pro Hersteller pro Saison. Dank der vergrößerten Restriktoren leisten die Motoren ab der neuen Saison deutlich über 500 PS.

Reifen

Die Reifen werden exklusiv von Serienpartner Hankook geliefert und wurden für die Saison 2017 neu entwickelt. An der Vorderachse werden Pneus des Modells „Ventus“ der Größe 300/680 – 18 aufgezogen, an der Hinterachse 320/710 – 18. Der neue Reifen entwickelt im Vergleich zu seinem Vorgänger mehr Grip, baut in der Folge aber auch stärker ab. Jedem Fahrer stehen acht Sätze Reifen für sämtliche Sessions (Training, Qualifying und Rennen) eines Wochenendes zur Verfügung. Reifenheizdecken sind für die Slicks ab 2017 verboten.

Sicherheit

Den DTM-Fahrer umgibt im Cockpit eine innovative Kombination aus Einheitsmonocoque und -käfig. Jedes DTM-Fahrzeug ist zudem mit Crash-Strukturen an beiden Seiten sowie vorne und hinten ausgestattet, die bei einem Aufprall möglichst viel Energie absorbieren sollen. Bereits seit 2002 ist das Tragen des HANS-Systems (Head And Neck Support) Pflicht. Zudem verfügen die DTM-Boliden über eine abnehmbare Luke im Dach, über die ein Pilot im Falle eines Unfalls erreicht werden kann. Ab der Saison 2017 werden auch die neuen FIA-Standards für die Sicherheitsgurte erfüllt. Der Sicherheitsstandard in der DTM ist weltweit im Tourenwagensport einmalig und unerreicht.

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